Harzhornereignis
Koordinaten: 51° 49′ 56,6″ N, 10° 6′ 17,9″ O
| „Harzhornereignis“ (Fundplätze an Harzhorn und Kahlberg) | ||
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Archäologische Ausgrabungen am Harzhorn, 2012 | ||
| Lage | Niedersachsen, Deutschland | |
| Fundort | Harzhorn und Kahlberg | |
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| Wann | Römische Kaiserzeit, konkret Hohe Kaiserzeit, Herbst 235 | |
| Wo | Wiershausen, Landkreis Northeim | |
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Lage der Fundgebiete | ||
Unter dem Begriff Harzhornereignis[1] werden mehrere zusammenhängende Kampfhandlungen zusammengefasst, die zwischen mehreren tausend römischen Legionären und deren Hilfstruppen sowie einer unbekannten Anzahl Germanen um das Jahr 235/236 am Westrand des Harzes stattfanden und ein bislang singuläres Beispiel für eine späte militärische Präsenz der Römer in der Germania magna darstellen.
Die archäologischen Fundplätze befinden sich nahe dem Kalefelder Ortsteil Wiershausen am Nordrand des niedersächsischen Landkreises Northeim und beschränkten sich anfänglich auf das Gebiet des Vogelbergs/Harzhorns. Ende 2010 wurde in etwa drei Kilometern Entfernung ein weiteres umfangreiches Fundareal auf dem Kahlberg entdeckt. Die zusammengehörenden Fundkomplexe werden von der nationalen und internationalen Fachwelt als spektakuläre Entdeckung von außerordentlicher Bedeutung bewertet. Es ist, neben der Fundregion Kalkriese, das am besten erhaltene antike Schlachtfeld in Europa.[2] Es hat sich dort im Rahmen der Schlachtfeldarchäologie die einzigartige Möglichkeit ergeben, archäologische Hinterlassenschaften einer im Gefecht befindlichen römischen Armee zu untersuchen.[3]
Stand 2025 waren fast 2700 Artefakte unterschiedlicher Zeitstellung gefunden worden. Neben dem Römerlager Hedemünden, dem Fundplatz Bentumersiel, dem Römischen Marschlager von Wilkenburg sowie der Fundregion Kalkriese handelt es sich bei den Fundplätzen rund um das Harzhorn um eine der großen Fundstellen römischer Militaria im norddeutschen Raum. Bedeutend ist dieser Fund auch aufgrund der Einordnung in die historischen Ereignisse zu Beginn der sogenannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts. Zuvor wurden in der historischen Forschung derart weiträumige militärische Operationen der Römer für diese Zeit und in diesem Raum nicht für möglich gehalten. Es gilt inzwischen als gesichert, dass das Gefecht in den Kontext der Germanenkriege des Kaisers Maximinus Thrax in den Jahren 235 und 236, konkret in den Herbst des Jahres 235 gehört.
Entdeckung
Laut einer Sage befand sich am Harzhorn, einem Geländesporn über dem Nettetal unweit des Kalefelder Ortsteils Wiershausen, einst eine Burg. Dort sollen die Ritter Oldit und Dudit gelebt haben. Als ihre Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, gründeten sie die Ortschaften Oldenrode und Düderode.[4]
Einen ersten archäologischen Hinweis auf das Gefechtsfeld am Harzhorn, der als solcher nicht erkannt wurde, gab es bereits 1990. Bei Kanalbauarbeiten fand sich in Kalefeld eine 45 Zentimeter lange römische Prunklanze. Möglicherweise war diese Lanze mit dem zur Verfüllung bestimmtem Kies aus einer Grube am Harzhorn in den Ort gelangt.[5]
Auf der Suche nach der eingangs erwähnten mittelalterlichen Burg entdeckten zwei Hobbyarchäologen aus Kalefeld, der Drucker Winfried Schütte und sein Arbeitskollege Rolf-Peter Dix, als – gemäß Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz illegale[6][7] – Sondengänger im Jahr 2000 den Fundbereich am Harzhorn. Sie entnahmen mehrere Fundstücke, wie Geschossspitzen, Achsnägel, eine Schaufelhacke und eine Hipposandale (ein Vorläufer des Hufeisens), die sie zunächst für mittelalterlich hielten. Im Jahre 2008 stellte einer der Hobbyarchäologen die Fotos der Fundstücke mit der Frage nach deren Herkunft in einem einschlägigen Internetforum vor. Er bekam darauf die Antwort, dass zumindest eines der gefundenen Stücke aus römischer Zeit stamme. Diese Zuordnung veranlasste ihn im Juni 2008, unverzüglich die zuständige Kreisarchäologin Petra Lönne in Northeim zu informieren.[8]
Die im Spätsommer 2008 einsetzenden archäologischen Untersuchungen deuteten schon bald darauf hin, dass sich im Bereich des Harzhornes im frühen 3. Jahrhundert eine umfangreiche militärische Auseinandersetzung ereignet hatte. Die öffentliche Bekanntgabe der Entdeckung mit Präsentation der Fundstücke am 15. Dezember 2008 sorgte deutschlandweit für Aufsehen. In Medienberichten war aufgrund der Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur[9] von einem „archäologischen Jahrhundertfund“ und der „Römerschlacht bei Kalefeld“ die Rede.
Noch im selben Jahr starteten mit dem „Harzhorn-Projekt“ interdisziplinäre und koordinierte Maßnahmen zur wissenschaftlichen Untersuchung des neuen Fundplatzes.[8] Da die Vorgänge am und um das Harzhorn nicht als offene Feldschlacht zu verstehen waren, sondern eher den Charakter von Gefechten hatten, entschlossen sich die Archäologen, nicht den Begriff einer „Schlacht am Harzhorn“ oder ähnlich zu verwenden, sondern neutraler und diskussionsoffener vom „Harzhornereignis“ zu sprechen.[1]
Geologie, Topographie und Lage
Geologische und geomorphologische Hintergründe
Die geowissenschaftlichen Untersuchungen ergaben, dass die Fundregion zur sogenannten Germanischen Trias gehört. Als Germanische Trias wird eine bestimmte Schichtung aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper bezeichnet, die erdgeschichtlich aus dem Mesozoikum stammt. Diese Gesteine entstanden vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren. Im Oberen Jura wurden diese Gesteinsschichten durch Überflutungen von Mergel, Kalkstein und Korallenoolithe überlagert. Das Quartär schließlich sorgte für die Ablagerung von Löss, dessen fruchtbare Eigenschaften den Menschen seit Beginn des Ackerbaus bekannt sind.
Diese Lithostraten verliefen ursprünglich horizontal, wurden aber im Verlauf der Erdgeschichte durch tektonische Prozesse aufgebrochen und in ihrer Lage stark verändert. Im Leinebergland stehen sie daher oft schräg. Zusätzlich bildeten sich dort durch die Bruchtektonik aus dem tiefer liegenden Zechstein aufsteigende Salzstöcke, wie sie nördlich und südlich des Harzhorns vorkommen. Durch Verwitterungsprozesse an den unterschiedlich widerstandsfähigen Gesteinen bildeten sich sogenannte Schichtenkämme, wie das Harzhorn einen darstellt, das in den Vereisungszeiten des Pleistozäns eine Barriere für das vordringende Eis bildete. Nur durch einen östlich des Harzhorns liegenden, 600 m engen Korridor konnte das Eis mit einer schmalen Zunge bis in das Gebiet von Düderode vordringen.[10][11][12]
Die Firsthöhen des Vogelbergs fallen von Westen (335 m NHN) nach Osten (276 m NHN) kontinuierlich ab. Der relative Höhenunterschied zum Umland ist im Norden mit 110 m bis 170 m besonders deutlich ausgeprägt und bildet eine Stirnseite mit bis zu 36° Hangneigung. Am Rückhang, nach Süden hin beträgt der Höhenunterschied nur bis zu 100 m bei Neigungen von maximal 15°. Sein Kamm aus Muschelkalk untergliedert sich im Grunde genommen in drei verschiedene Teilkämme. Auf der Stirnseite schließt sich unterhalb des Kamms in rund 700 m Entfernung vom First, auf der sogenannten Fußfläche Buntsandstein an den Muschelkalk an. Tektonisch und erosionsbedingt entstandene, bis zu zehn Meter tiefe, in nordsüdlicher Richtung verlaufende Rinnen (sogenannte Tiefenlinien) prägen das Geländeprofil der Hangbereiche.[13]
Der Kahlberg ist erdgeschichtlich erst in der jüngeren Zeit des Juras entstanden und wird entsprechend von Kalkstein dominiert. Seine Ausdehnung verläuft etwa drei Kilometer von Nordost nach Südwest und 1,5 km von Nordwest nach Südwest. Seine Gipfelhöhe beträgt 370,6 m NHN, wobei der Gipfelbereich flach ist und eine landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht. Der Berg ist von nur insgesamt drei Tiefenlinien durchzogen. Im Gipfelbereich und an den flacheren Rändern kam es zu Lössablagerungen bis zu einem Meter Mächtigkeit.[14]
(Zu den Funderhaltungsbedingungen an Harzhorn und Kahlberg siehe weiter unten im Abschnitt Funderhaltungsbedingungen.)
Die geohistorischen Untersuchungen zeigen für das dritte Jahrhundert eine nur dünn besiedelte, kleinteilige Landschaft mit eingeschränkt möglicher landwirtschaftlicher Nutzung. Der Talbereich ist von Bergen umschlossen, der oben erwähnte Korridor am Osthang des Harzhorns war in römischer Zeit von zahlreichen Rinnen und Bachläufen durchzogen und vermutlich mit Niedermooren bedeckt, so dass sich ein höchstens 100 m breiter Streifen zur Passage ergab, der leicht zu sperren war. Topographische Bedingungen, die möglicherweise noch im Dreißigjährigen Krieg dafür sorgte, dass sowohl Tilly als auch Christian IV. diesen Weg mieden und weiter östlich über die Stauffenburg marschierten, bevor sie sich 1626 in der Schlacht bei Lutter am Barenberge bekämpften. Für ein marschierendes antikes Heer ergab sich das Dilemma, dass auf der einen Seite die Wasservorkommen zur Tränkung der Reit- und Lasttieren benötigt wurden, sich aber auf der anderen Seite keine genügend großen ebenen Flächen zur Gefechtsformierung und für ausgreifende Kavallerieoperationen anboten. Gleichzeitig ermöglichten die bewaldeten Höhen den Angreifern eine unbeobachtete Annäherung und sichere Rückzugsmöglichkeiten. Die strategischen und taktischen Vorteile lagen so eindeutig auf Seiten der Angreifer.[11][12]
Fundgebiet Vogelberg/Harzhorn
Das Fundgebiet befindet sich etwa einen Kilometer nordöstlich von Wiershausen auf dem 2,2 km langen und bewaldeten Höhenzug des Vogelberges (335 Meter NHN), der in Ost-West-Richtung verläuft. Das engere Fundgebiet ist der östliche, 400 Meter lange und bis zu 335 m NHN hohe Bereich des Vogelberges, der dort die Bezeichnung Harzhorn trägt und spornähnlich ausgebildet ist. Die Erhebung läuft als natürliche Barriere auf den östlich liegenden Harz zu. Das östliche Pendant des Harzhornes bilden der Rodenberg und das Hohe Rott (330 Meter NHN), dazwischen befindet sich ein schmaler, etwa 600 Meter breiter Durchgangskorridor auf 190 Meter NHN. Die Berge riegeln das Kalefelder Becken gegenüber dem nördlich liegenden Tal der Nette ab, so dass ein Passieren in Nord-Süd-Richtung früher nur durch den oben erwähnten Korridor möglich war. Heute verläuft hier die Bundesautobahn 7. Der Flusslauf des Rodenbergbachs am Grund des Durchgangskorridors scheint in früheren Zeiten eine morastige Talniederung gewesen zu sein. Mittelalterliche Hohlwege mieden ihn und verliefen, wie die heutige Bundesstraße 248, am Hang des Harzhornes. Früher handelte es sich um die Route einer historischen Handels- und Heerstraße durch das Leinetal. Auch heute noch stellt das Harzhorn einen Engpass für die Hauptverkehrslinie von Norddeutschland über die hessische Senke in die Wetterau dar.[13]
Das Fundgebiet befindet sich nicht im Bereich des tiefer liegenden Durchgangskorridors, sondern auf dem Höhenzug des Harzhorns, wo die Hänge steil nach Norden abfallen und nur an wenigen Stellen passierbar sind. Laut einer Arbeitshypothese könnten germanische Truppen den Korridorbereich für die in Richtung Süden marschierenden Römer versperrt haben. Die römischen Truppen hätten daraufhin den Korridor über den Höhenzug umgangen, um sich dort unter anderem über den steilen Nordhang einen Durchbruch mit einem erfolgreichen Infanterieangriff, starker Fernwaffenunterstützung (Torsionsgeschütze, Pfeile) und einer Reiterattacke freizukämpfen.[15]
Weiteres Fundgebiet (Kahlberg)
Bereits im Jahre 2009 begannen im weiträumigen Umfeld der Fundstelle Prospektionen, bei denen auch das historische Wegenetz berücksichtigt wurde. Dabei lieferte das eingesetzte Airborne-Laserscanning-Verfahren ein plastisches Geländemodell, unter Ausschaltung der störenden Vegetation. Die systematische Suche, insbesondere mit Metalldetektoren, wurde auf einen Umkreis von bis zu zehn Kilometern nach Norden in Richtung Seesen und nach Süden in Richtung Northeim ausgedehnt. Es zeigte sich, dass in landwirtschaftlich genutzten Flächen kaum aussagekräftige Funde zu verzeichnen und in Waldgebieten die Erhaltungs- und Entdeckungsbedingungen sehr unterschiedlich waren.
Im November 2010 wurde in knapp drei Kilometern Entfernung südwestlich vom Harzhorn am Kahlberg ein weiteres Fundareal (Fundplatz Kahlberg) entdeckt. Zu den dort gefundenen Artefakten gehörten zunächst unter anderem eine römische Dolabra (siehe weiter unten im Abschnitt Fundmaterial), ein Teil eines hochkaiserzeitlichen Helms und zwei Denare, die sich in das Zeitspektrum der bereits gefundenen Münzen am Harzhorn einreihen lassen. Zwei dort gefundene Pila wurden vermutlich im Kampf verbogen. Außerdem wurden eine kleine Axt und das Nackenjoch eines Zugtieres entdeckt. Wegen der gefundenen Wagen- und Zugtierausrüstungen lässt sich ein dortiges Gefecht des römischen Trosses gegen die Germanen vermuten, bei dem vor allem Nahkampfwaffen wie Lanzen zum Einsatz kamen.[14]
Erforschung
Forscherteam
Nach der ersten Fundmeldung 2008 formierte sich als Arbeitsgruppe zur Suche und Koordination des weiteren Vorgehens schon bald das Forschungsprojekt Harzhorn. Die Koordination des Projektes erfolgte durch die Kreisarchäologin des Landkreises Northeim Petra Lönne und den niedersächsischen Landesarchäologen Henning Haßmann. Dem Forscherteam gehörten darüber hinaus der Bezirksarchäologe Michael Geschwinde vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (Stützpunkt Braunschweig) als Leiter sowie vom Landesamt der Grabungstechniker Thorsten Schwarz und der Prospektionstechniker Michael Brangs an.[16] Weitere Beteiligte zur wissenschaftlichen Begleitung waren der provinzialrömische Archäologe Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück, der Numismatiker Frank Berger vom Historischen Museum Frankfurt, Felix Bittmann vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung und der Prähistoriker Michael Meyer vom Institut für prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin.[17] Finanziell gefördert wurde das Forschungsprojekt Harzhorn in den Jahren 2009 und 2013 insbesondere durch das Forschungsförderprogramm „Pro*Niedersachsen“[18] des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und von 2017 bis 2025 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Zu den Förderern gehörten ferner das Braunschweigische Landesmuseum, das Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung Niedersachsen, die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und die Niedersächsische Sparkassenstiftung.[19]
Prospektionen 2008 bis 2020
Seit den ersten Funden im Jahre 2008 hielt die archäologische Prospektion im näheren und weiteren Umfeld des Harzhorns über Jahre an. Da anhand der bisherigen Fundstücke die Anwesenheit einer größeren römischen Armeeeinheit anzunehmen war, wurde nach weiteren Kampfplätzen, An- und Abmarschwegen sowie Lagerplätzen geforscht. Hierfür kam die Methodik der Schlachtfeldarchäologie zum Einsatz, deren wichtigste Arbeitsgeräte zur Erforschung von Schlachtfeldern Metalldetektoren sind. Die Prospektionen unterteilten sich in mehrere Phasen.
Phasen 1 und 2 (2008/2009)
Um den Fundplatz schnell zu sichern und drohende Raubgräbertätigkeiten in Grenzen zu halten, entschieden sich die Kreisarchäologie Northeim und die Bezirksarchäologie Braunschweig vor dem Hintergrund der eigenen Personalknappheit 2008 zu einem ungewöhnlichen und nicht ganz unumstrittenen Schritt, der Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Sondengängern. Mit diesen in der „Interessengemeinschaft Ostfalensucher“ organisierten Hobbyarchäologen hatten die Braunschweiger in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht.[20]
Am steilen Nordhang des östlichen Bereichs des Harzhorns konnte eine Fundkonzentration (Hotspot II) ermittelt werden. Alle Funde wurden von der Bezirksarchäologien Braunschweig und Hannover dreidimensional eingemessen. Die ersten datierbaren Funde waren ein Thekenbeschlag, der nicht vor dem Ende des 2. Jahrhunderts produziert worden sein konnte, und ein Sesterz des Commodus der 188/189 geprägt worden war. Eine mittels Radiokarbonmethode analysierte Speertülle bestätigte diese Datierungen. So zeigte sich schon früh, dass die Funde am Harzhorn nicht im Kontext der Augusteischen Germanenkriege stehen konnten. Über die reine Fundsicherung hinaus erbrachten die ersten Prospektionen auch wertvolle Erfahrungen für die weitere Vorgehensweise. So zeigten sie, welche Metalldetektoren gut und welche weniger gut geeignet waren, wiesen aber auch die Grenzen der Kooperation mit Hobbyarchäologen auf. Die Begehungen sollten daher künftig professionalisiert werden. Nach einer Zuteilung von Sondermitteln durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur konnte mit Michael Brangs einer der Hobbyarchäologen und darüber hinaus der studierte Archäologe und Prospektionsleiter Thorsten Schwarz zunächst befristet, ab 2009 für die Dauer des Projekts fest eingestellt werden, was zu einer gewissen Kontinuität führte.[21]
Phase 3 (2009 bis 2011)
Schon im Januar 2009 konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Die befürchteten illegale Aktivitäten hatten sich in der Zwischenzeit im Rahmen gehalten. Erstes Ziel war es nun, die Grenzen der Fundstreuung zu ermitteln. Bereits im Februar kam es dabei zu einer wichtigen Entdeckung, als am Rand einer Mergelgrube am Hauptkamm die ersten fünf Denare gefunden wurden, ein weiterer wurde im April entdeckt und noch mal drei folgten im November. Die Mergelgrube erhielt danach intern den Namen „Münzsteinbruch“. Damit ließ sich die erste Datierung des Vorjahres bestätigen und präzisieren. Als Terminus post quem war nun erst mal das Jahr 225 gesichert, als Terminus ante quem konnte wegen des Fehlens von Münzen ab der Zeit des Gordian III. das Jahr 238 geschätzt werden. Weitere Funde konnten in 2009 hauptsächlich in den Bereichen der Hotspots I und II gemacht werden, wobei im Hotspot II der Anteil an Pfeilspitzen und Katapultbolzen auffällig hoch war.
Die Untersuchungen des Jahres 2010 begannen im März an einem schwer zugänglichen Steilhang, knapp einen Kilometer westlich des Hauptkamms. Dort wurden Reste eines römischen Wagens gefunden, der offenbar von Maultieren gezogen worden war. Dabei wurden neben Wagenteilen auch Hipposandalen und Reste von Geschirr gefunden. Der Wagen war vermutlich über die Hangkante gerutscht und dann zerschellt (= Hotspot IV). Ein Schwerpunkt der Untersuchungen dieses Jahres lag im Waldgebiet „Kühler“, das westlich der Hauptfundgebiete bogenförmig den Vogelberg mit dem Kahlberg verbindet. Dort war 1862 ein Hortfund geborgen worden, dessen Reihe aus insgesamt 29 Kupfermünzen von Hadrian (117–138) bis zu Philippus Arabs (244–249) reichte. Die Prospektionen des Sommers 2010 blieben aber ohne Ergebnis, es fehlten selbst die sonst überall vorkommenden Schuhnägel. Dafür wurden an einem Steilhang im Westen des Kahlbergs zahlreiche Funde gemacht, darunter ein Jochaufsatz und zwei vollständig erhaltene Pila.[22]
Phase 4 (2011 bis 2013)
Die Prospektionsarbeiten des Jahres 2011 konzentrierten sich zunächst wieder auf den Kahlberg, wobei es möglich war, auf diesem die südliche Fundverbreitungsgrenze zu ermitteln. Ab dem Sommer verlagerten sich die Tätigkeiten wieder zum Harzhorn, wo die Ergebnisse jedoch relativ bescheiden blieben. Zusätzlich fanden im Sommer des Jahres entlang des vermuteten Marschweges Geländebefliegungen statt in der Hoffnung, dort Spuren von Marschlagern entdecken zu können, die jedoch enttäuscht wurde.
Im Jahr 2012 mussten die Aktivitäten im Gelände generell zurückgefahren werden, weil die Vorbereitungen der Niedersächsischen Landesaustellung 2013 zu viele personelle Ressourcen band. Die Ergebnisse am Kahlberg waren nahezu negativ, während südlich des Vogelberghauptkamms viele Funde gemacht wurden, darunter sieben rhombische Geschossspitzen.
2013 schlossen zunächst wieder ergebnislose Untersuchungen am Kahlberg an, bevor sich die Aufmerksamkeit wieder dem Vogelberg zuwandte. Dort wurden in der Hoffnung, Bewuchs hätte bisher eine größere Fundausbeute verhindert bestimmte Bereiche gründlich freigeräumt, was bei den anschließenden Begehungen tatsächlich zu weiteren Funden, insbesondere von Pfeilspitzen in den Bereichen der Hotspots II und VII führte. An der Verteilungsstruktur änderte sich zwar grundsätzlich nichts, aber es kam zu einer teilweise deutlichen Verdichtung der Funde. Bemerkenswert war auch der Fund von dreizehn bronzenen Beschlägen, die alle zu einem Pferdegeschirr gehörten.[23]
Exkurs: Untersuchungen südlich von Echte (2013 bis 2020)
Ein Fundbericht aus dem Jahr 1779 lenkte die Aufmerksamkeit der Archäologen 2013 auch auf die Gegend südlich des Kahlbergs. In diesem Bericht heißt es bezogen auf das Dorf Echte:[24]
„In und zwischen diesem Dorf und Imbshausen ist recht guter Mergel, wovon fleissig Gebrauch gemacht wird. Beim Ausgraben von diesem findet man viele Menschenknochen, ja ganze Skelette von ansehnlicher Größe... Merkwürdig ist aber, dass man in diesem Mergel auch bisweilen römische Münzen findet...“
Bei den Münzen soll es sich um zwei Prägungen Neros, je zwei Prägungen Trajans und Mark Aurels, sowie eine des Postumus (260–269) gehandelt haben.[25] Vor dem Hintergrund von Personalmangel entschied die Kreisarchäologie noch einmal auf das Konzept der Anfänge zurückzugreifen und mit Sondengängern die Prospektionen südlich von Echte durchzuführen, was bereits im Folgejahr zum Erfolg führte. Am südlichen Ortsausgang des Dorfes, unweit der Quelle des Baches Böke konnte eine neue Fundstelle lokalisiert werden. Darin fanden sich sowohl Artefakte der vorrömischen Eisenzeit (Lochgürtelhaken, Armringfragment) als auch römische Funde, darunter ein in den Jahren 185/186 geprägter Denar des Commodus, womit ein Bezug zu Kahlberg und Harzhorn möglich schien. Unter den weiteren Funden waren auch eine silberne und eine buntmetallene Augenfibel der hohen Kaiserzeit. Es konnten jedoch keine Befunde festgestellt werden, auch eine 2020 durch eine private Grabungsfirma vorgenommene Sondage blieb diesbezüglich ergebnislos.[23]
Phase 5 (2014 bis 2016)
Seit 2014 musste die Begehungsintensität deutlich reduziert werden, da hierfür nur ein einzelnes Team der Bezirksarchäologie Braunschweig zur Verfügung stand. In 2014 wurden dennoch viele Neufunde im Bereich des Hotspots II gemacht und mit Hotspot VIII eine neue große Fundkonzentration erschlossen, deren Fundzusammensetzung der von Hotspot IV ähnlich war. Eine großflächige Suche um diesen neuen Hotspot herum blieb negativ. 2015 und 2016 wurden nur wenige Begehungen mit mageren Ergebnissen durchgeführt.[26]
Phase 6 (2017 bis 2020)
Die Stürme des Winters 2016/2017 hatten dafür gesorgt, dass die ursprünglich geplanten Prospektionen im Rahmen des DFG-Projekts zunächst nicht durchgeführt werden konnten. Viele Bäume waren umgestürzt, bestimmte Bereiche des Untersuchungsgebietes konnten nicht mehr betreten werden und die Arbeiten mussten sich erst einmal auf die Suche an den Wurzelballen dieser Bäume beschränken. Die 2018 allmählich wieder aufgenommenen planmäßigen Maßnahmen sowie die zusätzliche Suche in von infolge Borkenkäferbefall notwendig gewordenen Ausräum- und Wiederaufforstungsmaßnahmen betroffenen Gebieten zeigten keine neuen Fundkonzentrationen. Funde wurden lediglich in den Bereichen gemacht, in denen sie ohnehin schon bekannt waren, bisher fundleere Bereiche blieben dies auch weiterhin. Dabei kam es durchaus zu bemerkenswerten Funden, wie dem von 23 Fragmenten einer Beinschiene (deren erstes Bruchstück schon 2011 entdeckt worden war), einem fast vollständig erhaltenen Tüllenpilum, der bislang größten germanischen Lanzenspitze und von fünf Tüllenprojektilen eines Torsionsgeschützes. Als Fazit daraus ergab sich, dass auch bereits prospektierte Bereiche langfristig immer wieder untersucht werden müssen und die Vorstellung einen solchen Fundplatz wirklich vollständig erfassen zu können, nur reines Wunschdenken sein kann.[27]
Ausgrabungen 2009–2013 und 2018
Archäologische Ausgrabungen fanden bisher (bis auf Schnitt 29) fast ausschließlich im unmittelbaren Fundgebiet des Harzhorns selbst statt, lediglich Schnitt 29 lag am Kahlberg. Dabei wurden die bereits bei den vorausgegangenen Prospektionen angewandten Techniken der Schlachtfeldarchäologie intensiviert. Die Grabungen wurden unter Leitung des Prähistorikers Michael Meyer von Studenten des Instituts für prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin durchgeführt, wobei in den Jahren 2009 bis 2013 sowie erneut 2018 jeweils mehrwöchige Grabungskampagnen stattfanden. Die Weitläufigkeit des Fundplatzes ließ dabei nur exemplarische Grabungsschnitte zu, zu keinem Zeitpunkt war auch nur eine annähernde Vollständigkeit angedacht. Die Grabungen wurden bis einschließlich 2018 in verschiedenen Fundarealen mit insgesamt 29 Grabungsschnitte und zwei größeren Flächen, sogenannten Areas vorgenommen.[28] Die Areale unterschieden sich von der Geländesituation wie auch vom Fundspektrum her.[29]
Methodik
Die Gabungsschnitte wurden, wenn möglich, grundsätzlich in Richtung der Reliefenergie angelegt. Ihre Anlage basierte im Wesentlichen auf den Erkenntnissen der Prospektionen respektive auf Grundlage sich daraus ergebender Unklarheiten und Fragen. Es handelte sich im Normalsfall um lediglich zwei Meter breite Schnitte, wodurch Rücksicht auf den Baumbewuchs genommmen werden konnte. Wenn es notwendig war wurden die Schnitte in Bereichen von Wurzeltellern verschmälert, um diese zu schonen. Die Vorgehensweise bei der Abtragung war die der Planagrabung mit Zwischenstegen und dadurch zustande kommenden Kontrollprofilen. Zur endgültigen Lokaliserung der Funde wurden „Pinpointer“ eingesetzt, die sich bereits bei den Prospektionen bewährt hatten. Pinpointer sind kleine, handliche Metalldetektoren zur präzisen Lokaliserung auch kleinster Metallteile, die eingesetzt werden, nachdem von den großen Standarddetektoren ein entsprechendes Signal empfangen wurde. Der Aushub wurde unmittelbar neben den Schnitten angehäuft, um auch die wenigen noch darin befindliche Funde lokal zuordnen zu können. Vor jedem neuen Planum wurde die gesamte Fläche und der Abraum mit Metalldetektoren überprüft. Die durchschnittliche Planumstiefe betrug anfänglich fünf bis sechs Zentimeter, später erwiesen sich acht Zentimeter als ideal. Nach dem Erreichen des anstehenden Fels wurde dieser von jeglicher Erdauflage befreit. Alle Funde wurden freipräpariert und tachymetrisch dreidimensional eingemessen, jedes Planum und jedes Profil wurde photogrammetisch dokumentiert.[30]
1. und 2. Grabungskampagne (2009)
Die Grabungen des Jahres 2009 fanden in zwei Kampagnen statt, eine Kampagne im März/April und eine von Juli bis September. Dabei wurden insgesamt acht Schnitte angelegt. Die im Frühjahr angelegten Schnitte 1 bis 3 lagen im Bereich des Hauptkamms und zogen von dessen Kuppe mit unterschiedlichen Längen in nördliche Richtungen hangabwärts, teilweise bis in die flachen Bereiche hinein. Funde traten dabei hauptsächlich im Hangbereich auf. An besonderen römerzeitlichen Funden fielen ein Nest mit Scherben einer zerdrückten Keramikschale (Befund 3) in situ und eine großflächigere Konzentration von Katapultbolzen und Pfeilspitzen unter einem neuzeitlichen Abraumhügel (Befund 30) an.
Die Schnitte 4 bis 8 wurden im Sommer angelegt, wobei Schnitt 4 vom Hotspot I aus in Teilschnitten insgesamt 54 m lang den Südhang hinunter zog, Schnitt 5 den Hotspot II durchquerte und Schnitt 6 östlich des „Münzsteinbruchs“ lag. Die Grabungsschnitte 7 und 8 waren östliche bzw. westliche Erweiterungen des Schnittes 5. Auffällige Befunde und Funde waren eine Grube mit durchbohrten Zähnen von Carnivoren sowie spätneolithischer oder frühbronzezeitlicher Keramik (Befund 17). Ferner 45 Knochen eines Equidenskeletts, das sich mittels C14-Methode auf die Zeit der Kämpfe am Harzhorn datieren ließ. Das Tier muss ausweislich der Knochenlage bergauf laufend verendet sein. Im selben Bereich wurde eine germanische Lanzen- und eine Pfeilspitze gefunden.
(Siehe auch weiter unten im Abschnitt Fundmaterial.)
Am „Münzsteinbruch“ fanden sich einige Wagenteile, darunter ein bronzener Jochaufsatz, einige Waffenfunde und selbst für Kalefelder Verhältnisse ungewöhlich viele Schuhnägel.[31]
3. Kampagne (2010)
Im Rahmen der dritten Grabungskampagne von Juli bis September 2011 wurden die Schnitte 9 bis 13 angelegt. Schnitt 9 lag am Südhang, die Schnitte 10 und 11 im Bereich des „Münzsteinbruchs“, 12 am nördlichen Fuß des Berges und Schnitt 13 westlich des Schnittes 1. Die Untersuchungen jenes Jahres hatten neben der Fundsicherung auch die geologisch-geomorphologischen Aufgaben, die Funderhaltungsbedingungen der unterschiedlichen Böden zu eruieren und die Strukturen der mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Wölbäcker und des darunter liegenden Bodens zu analysieren, da die Bereiche dieser Äcker durch eine überdurchschnittliche Fund- und Befundarmut aufgefallen waren. Es konnten wieder ungewöhnlich viele Sandalennägel entdeckt werden, ferner 22 prähistorische Keramikscherben.[32]
4. Kampagne (2011)
Während der Grabungskampagne des Jahres 2011, die im August und September stattfand, wurden die Sondierungsschnitte 14 bis 17 sowie 19 und 20 neu angelegt, und der bereits 2009 angelegte Schnitt 1 um Schnitt 18 nach Nordosten hin erweitert. Schnitt 19 war eine südliche Erweiterung des Schnittes 13 aus dem Vorjahr, Schnitt 20 eine Sondierung westlich des Schnittes 1 aus der ersten Kampagne. Der Schwerpunkt der Untersuchungen war wiederum ein geologisch-geomorphologischer, der die Geländebeschaffenheit am nordöstlichen Rand des Harzhorns, zwischen Bundesstraße und Autobahn eruieren und dazu beitragen sollte, die historische Landschaft des dritten Jahrhunderts rekonstruieren und deren Konsequenzen für ein Gefechtsfeld daraus folgern zu können (siehe oben unter Geologische und geomorphologische Hintergründe, letzter Absatz).[33]
5. Kampagne (2012)
In den Monaten Juli und August wurden die 2,5 m bis 4,5 m breiten und 13,2 m bis 15,0 m langen, parallel zueinander verlaufenden Schnitte 21 bis 23 sowie die kleineren Sondierungen 24 und 25 angelegt. Im Mittelpunkt stand der östliche Bereich des Bergrückens, auf dem bei den früheren Prospektionen eine hohe Konzentration an Schuhnägeln gefunden worden war, jedoch die Flächen infolge des intensiven Bewuchses mit Unterholz nicht intensiver untersucht werden konnten. Dort erstreckten sich nun nach einer vorhergehenden Motorsensenaktion die Schnitte 21 bis 23 und die Sondierung 24 unmittelbar unterhalb des Firstes im oberen Bereich des Nordosthangs, während Sondierung 25 ein abseits gelegener, kleinerer Bodeneingriff zwischen den Schnitten 1 und 20 war. Die Schnitte 21 bis 23 waren 2,50 m bis 4,50 m breit und zwischen 13,20 m und 15,00 m lang. An nennenswertem Fundmaterial kamen mehrflügelige Pfeilspitzen, genietete Eisenplättchen, eine aus elf Keramikscherben bestehende Scherbenkonzentration (Befund 33 in Schnitt 22) und eine vom Aufprall verbogene Speerspitze vor.[34]
6. Kampagne (2013)
Während der Kampagne des Jahres 2013 in den Monaten Juli und August wurden die Schnitte 26 bis 28 sowie die großflächigeren Untersuchungsfelder „Area 1“ und „Area 2“ angelegt. Die Grabungskampagne insgesamt konzentrierte sich auf einen Bereich des Hauptkamms, in dem während der Prospektionen eine relativ hohe Funddichte festgestellt worden waren. Schnitt 26 war eine nur einen Meter breite und 18,5 m lange Fortsetzung des Schnittes 23 aus dem Vorjahr. Im mittleren Abschnitt dieser Verlängerung befand sich eine hohe Funddichte, aufgrund derer der Schnitt dort auf eine Fläche von 15 m² nach Westen hin erweitert wurde. Schlussendlich fanden sich dort 123 Metallobjekte, in ihrer Mehrheit eindeutig römische Sandalennägel der Typen 3 und 4, sowie drei Schlüssel und ein Feuerschläger. Die beiden sogenannten Areas waren Gebiete mit besondershoher Fundkonzentration, die jedoch nicht flächig ergraben, sondern intensiv prospektiert wurden. „Area 1“ war eine 1314 m² große Fläche südöstlich des Schnittes 23/26, in deren Bereich bei den Prospektionen unter anderem ein Pilum und ein Lanzenschuh gefunden worden waren. Die Suche dort war jedoch relativ unergiegbig, es wurden lediglich 13 Funde möglicherweise römischen oder germanischen Ursprungs gemacht, darunter ein Kettenglied, ein Doppelniet, größere Nägel, sowie die unvermeidlichen Schuhnägel. „Area 2“ war eine Fläche von 1230 m², die sich von der Bergkuppe aus nach Westen erstreckte. Die Untersuchungen dort blieben frustran, da sich die zahlreichen Ausschläge der Metalldetektoren letztendlich mehrheitlich als moderne Drahtfragmente entpuppten. Der 29,5 m lange und 2,0 m breite Schnitt 27 wurde im südlichen Bereich der „Area 2“ angelegt und bestätigte die Dominanz der Drahtbruchstücke.[35]
Schnitt 28 entstand westlich des Westendes von Schnitt 27, als bei der Anlage eines ursprünglich geplanten Geoprofils, eine Konzentration von über einhundert Fragmenten eines Kettenpanzers entdeckt wurde. Daraufhin wurde dieser Bereich um eine Fläche von knapp fünf Quadratmeter erweitert, um noch weitere Bruchstücke dieses Panzers bergen zu können. Ihre Größen reichten von einzelnenhalben Ringen bis zu 15 cm langen, zusammenhängenden Geflechten. Die letztlich rund 270 Fragmente wurden unter der Katalognummer 325 zusammengefasst.[36] Die Bruchstücke waren so stark korrodiert, dass sie von herkömmlichen Metalldetektoren nicht mehr wahrgenommen worden waren. Es gelang aber, sie frei zu präparieren und ihre Lage in situ photogrammetrisch zu dokumentieren.[35]
(Siehe auch weiter unten im Abschnitt Fundmaterial.)
7. Kampagne (2018)
Die bislang letzte Grabungskampagne des Oktobers 2018 widmete sich zum ersten und bisher einzigen Mal dem Kahlberg, wo mit Schnitt 29 eine einzelne Ausgrabungsfläche geöffnet wurde. Der Schnitt verlief mit einer Breite von einem Meter und einer Länge von 37 m vom flacheren Bereich des Berges aus durch den Hotspot VIII hindurch, in dem bei den Prospektionen rund 50 Funde gemacht worden waren und in dem sich Wölbäcker befanden, und zog dann den Osthang bis kurz vor dene Waldrand hinab. Es gelang so, ein vollständiges Geoprofil der Ostseite des Berghangs zu gewinnen. Dabei zeigte sich, dass die im Vergleich zum Harzhorn mit 20 cm bis 40 cm relativ großen Tiefen der Funde, durch eine Bedeckung mit Kolluvien verursacht wurden und dass der, wieder im Vergleich zum Harzhorn, relativ schlechte Erhaltungszustand der Funde einem mit pH-Werten zwischen 3 und 4 sehr saurem Boden geschuldet war.[37]
Funderhaltungsbedingungen
Die bisherigen Ausgrabungen fanden überwiegend auf dem Hauptkamm des Harzhorns im östlichen Bereich statt, wo eine hohe Funddichte an römischen Metallgegenständen herrscht. Das Gebiet ist mit Wald bestanden. In den Hangbereichen herrschen durch Rendzinaböden für metallische Relikte ideale Erhaltungsbedingungen durch ein basisches Bodenmilieu mit Kalkstein im Untergrund und einer dünnen Oberbodendeckschicht aus Humus. Zudem unterblieb in diesen Lagen wegen ihrer Steilheit und dem steinigen Untergrund eine ackerbauliche Nutzung, so dass sich die Funde ungestört in situ erhalten konnten. In flacheren Bereichen mit abgeschwemmtem Boden besteht das Erdreich aus Bodentypen von entkalkter Braunerde, Parabraunerde und Löss, was durch deren schwach bis mäßig saures Milieu anscheinend zur Fundzersetzung beigetragen hat. Zudem kam es dort schon früher zu landwirtschaftlicher Nutzung durch Wölbäcker und dadurch zu Zerstörungen von historischem Material.[38][39]
Generell schwankten die pH-Werte des Oberbodens am Harzhorn zwischen pH 2,9 und pH 8,4. Von den Bodenproben waren 88 % schwach bis extrem sauer, 12 % waren neutral bis schwach basisch. Die elektrische Leitfähigkeit schwankte zwischen 20 µS/cm und 1990 µS/cm. Die Ionengehalte (Chloride, Sulfate, Nitrate) waren allesamt sehr niedrig. In der Verteilung zeigte sich, das die Böden im Bereich der Kämme eher basisch, in den Hangbereichen eher sauer waren. Die übrigen Parameter verhielten sich entsprechend: hohe Leitfähigkeiten, ein hoher Calciumcarbonatgehalt bis über 10 % und ein hoher Humusanteil im Oberboden in den Kammgebieten und steilen Hangebereichen, hingegen waren die Böden der schwächeren Hangbereiche und der Bergfüße im Norden und Süden stark sauer bei niedriger Leitfähigkeit, niedrigem Humusgehalt und niedrigen Calciumcarbonatwerten. Die Bandbreite der Messwerte war am Kahlberg deutlich schmaler. Die ph-Werte lagen nahezu durchgängig im sauren Bereich, die Leitfähigkeit unter 300 µS/cm. Die als carbonatarm zu bezeichnenden Oberböden hatten eine mittel- bis stark humose Zusammensetzung.[38][39]
Bei der Fundauswertung zeigte sich, dass ein enger Zusammenhang zwischen den Bodenparametern (insbesondere den pH-Werten) und der Erhaltungsqualität der eisernen Fundobjekte bestand. Rund 75 % der Funde, die sich in einem guten Zustand befinden, kamen aus einem ph-Bereich von über pH 5,5. Weniger gut erhaltene Artefakte stammten aus einem pH-Bereich zwischen ph 5,4 und pH 4,7, stark verrottete Funde aus einem Bereich unter pH 4,7. Die besten Erhaltungsbedingungen herrschten an Standorten mit hohen Kalksteinanteilen. Die dadurch gegebenen pH-Werte von über pH 5,5 bei hohem Calziumcarbonatanteil verhinderten das Eintreten von Redoxreaktionen und dadurch bedingten Korrosionsvorgängen.[39]
Fundmaterial
Die Funddatenbank umfasst Stand 2025 rund 2700 Artefakte, die teilweise aus dem 3. Jahrhundert stammen und römischer Herkunft sind. Die Funde germanischer Provenienz machten nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Die Funde wurden zum größten Teil bei den Prospektionen mit Metallsuchgeräten gemacht. Die größte Fundgruppe besteht aus über 1900 Schuhnägeln.[40] Die zweitgrößte Fundgruppe mit 322 Fundstücken umfasst Teile der Angriffsbewaffnung, wie Katapultbolzen, Pfeil-, Speer-, Lanzen- und Pilumspitzen. Von den Katapultbolzen weisen viele durch die Wucht des Aufpralls verformte Spitzen auf. Die durchschnittliche Länge der Geschosse liegt zwischen 6 und 13 Zentimetern. Es folgen 123 Bestandteile der Schutzbewaffnung (Kettenhemden, Helme, Schilde und Beinschienen). 59 Funde gehören zur perönlichen Ausstattung (Beschläge, Schnallen, Ringe) und 55 zu den Werkzeugen und Geräten (Äxte, Feilen, Hammer, Meißel). 53 Artefakte gehören zur Ausrüstung von Pferden und Mulis (Zäumung, Schirrung, Hipposandalen) und 43 sind Bestandteile von Wagen (darunter ein bronzener Jochaufsatz für die Leinenführung, Achsnägel, sowie Teile einer Kandare und einer Trense).[41][42]
Angriffswaffen
Die Kollektion römischer Angriffswaffen von den Fundplätzen an Harzhorn und Kahlberg gehört mit 127 Geschossspitzen, 79 Pfeilspitzen, 71 Speer- und Lanzenspitzen, 17 Lanzenschuhen und neun Pila zu den umfangreichsten geschlossenen Fundkomplexen römischer Waffen des dritten Jahrhunderts.
Bei den Geschossspitzen dominieren mit 106 Exemplaren pyramidenförmige Spitzen mit Tüllen, gefolgt von pyramidenförmigen Spitzen mit Dorn und rhombischen Geschossspitzen. Bei den Pfeilspitzen bestand die größte Anzahl aus dreiflügeligen Spitzen unterschiedlicher Formen. Ferner kamen pyramidenförmige Spitzen mit Dorn und spindelförmige Spitzen mit Tülle vor. Die Pfeilspitzen entsprechen denen aus dem 2. und 3. Jahrhundert, wie sie in einigen Garnisonen an der Donau vorkamen, womit auch ein Hinweis auf die mögliche Herkunft der Einheiten vorliegt. Die zahlreichen Pfeilspitzen verweisen auf die Anwesenheit von Auxiliartruppen, da die Legionen selbst über keine eigenen Bogenschützenabteilungen verfügten, sondern diese Kampfweise den Sagittarii, in Hilfstruppeneinheiten organisierten Spezialisten überließen.[43] Neben den eindeutig römischen Spitzen fanden sich auch elf Tüllenpfeilspitzen, die als möglicherweise „germanisch“ angesprochen werden können.
Speere und Lanzen wurden in der römischen Armee sowohl von Infantristen als auch von Kavalleristen verwendet. Die größte Gruppe am Harzhorn bilden mit 53 Exemplaren lanzettförmige Speerspitzen. Daneben kommen noch verschiedenen Typen von Speer- und Lanzenspitzen sowie von Lanzenschuhen vor. Ein Lanzenschuh war „germanischer“ Herkunft. Die neun Pila, davon drei vollständig erhaltene Exemplare, sind die größten und schwersten an Harzhorn und Kahlberg gefundenen Angriffswaffen. Ihre Spitzen waren verbogen, was ja auch die Intention beim Einsatz dieser Waffen war.
Im weiteren Sinne zu den Angriffswaffen zählen auch drei Bestandteile von Dolch- und Schwertscheiden, davon ein Bruckstück einer Dolchscheide und zwei Schwertriemenbügel. Von den Schwertriemenbügeln gehört einer zu einem Typus, der zwischen der Mitte des 2. Jahrhunderts und der Mitte des 3. Jahrhunderts in Gebrauch war und ähnelt einem Vergleichsfund aus Abusina, der mit den dortigen Germaneneinfällen ab dem Jahr 233 in Verbindung gebracht worden war.[44]
- Angriffsbewaffnung im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (2012)
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Eiserne Spitzen römischer Katapultgeschosse
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Zwei verbogene Pila
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Lanzenspitzen, eine davon könnte im Kampf verbogen worden sein
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Lanzen- und Speerspitze
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Spitze einer germanischen Lanze mit Tülle und Verzierungen
Schutzbewaffnung
Die Schutzbewaffnung bestand aus fünf Oberkörperpanzern, vier Helmen, drei Schilden und drei Beinschienen. Zu den Körperpanzern gehören die Fragmente einer Lorica segmentata (Schienenpanzer Kat.-Nr. 322), einer Lorica squamata (Schuppenpanzer Kat.-Nr. 326) und von drei Loricae hamatae (Kettenhemden Kat.-Nr. 323–325). Herausragend ist dabei die Kat.-Nr. 325 vom Hauptkamm des Harzhorns am Rande des prospektierten Hauptkampfgeschehens, eine zu mehreren Klumpen korrodierte (Restgewicht knapp zwei Kilogramm), aber nahezu vollständige Lorica hamata. Römische Kettenhemdfunde aus dem Barbaricum an sich sind zwar nicht all zu selten, aber zu einem solchen Typus des 3. Jahrhunderts gab es bislang nur ein Vergleichsexemplar aus dem Thorsberger Moor in Schleswig-Holstein.[45][46]
(Siehe auch weiter oben im Abschnitt 6. Kampagne (2013).)
Die vier Helmfragmente (Kat.-Nr. 327–330) gehören alle zur Gruppe der Infantriehelme vom Typ Niederbieber, die aus dem Typ Weisenau hervorgegangen waren und die vom Ende des 2. Jahrhunderts bis zum Beginn der Spätantike Bestandteil der Standardausrüstungen der Legionäre waren. Die Schildfunde (Kat.-Nr. 331–333) ähneln denen des dritten Jahrhunderts aus Abusina. Die Fragmente einer eisernen und zwei bronzener Beinschienen (Kat.-Nr. 334–336) stammen aus dem Hotspot IV und vom Kahlberg. Sie waren noch in einer Länge von 3,5 cm bis 11,1 cm Länge erhalten.[46]
Persönliche Ausstattung und weitere Ausrüstungsgegenstände
Eine verzinnte Kupfer-Fibel vom Typ einer Armbrustscharnierfibel (Katalog-Nr. 390) ist der einzige Fund eines derartigen Ausstattungsgegenstands. Die Machart gilt als typische Soldatenfibel, wie sie vom Ende des zweiten bis zum Ende des dritten Jahrhunderts in Gebrauch war. Die Funde von Beschlägen, Schnallen und Riemenzungen (Katalog-Nr. 391–420, darunter die Fundkonzentration um Katalog-Nr. 392) belegen die Verwendung von Gürteln. Singulär und auffällig ist dabei eine eiserne, phallusförmige Riemenzunge (Katalog-Nr. 401), wie man sie aus Bronze von Pferdegeschirren kennt. Einige wenige Objekte wurden als mögliche Feuerstahle angesprochen, ohne das diese Interpretation gänzlich gesichert ist (Katalaog-Nr. 421–424). Offenbar zur persönlichen Ausstattung/Bewaffnung gehören die Funde von insgesamt acht Messern unterschiedlicher Ausformung (Katalaog-Nr. 425–432), von denen sich alleine fünf in einer Konzentration im östlichen Bereich der Harzhornhänge befanden (Hotspot II), an denen es offenbar zu Nahkämpfen gekommen war. Singulär ist wiederum der Fund einer möglichen Handfessel (Katalog-Nr. 433), die einem Fund im Kontext der Alamanneneinfälle ab 233 aus dem Kastell Künzing ähnelt. Zum Fundmaterial gehören auch sechs Zeltheringe (Katalaog-Nr. 434–436) von zwölf bis 23 cm Länge, deren Fundlagen jedoch keine Rekonstruktion möglicher Zeltstandorte erlauben. Zuordnungsmäßig problematisch sind Ringe aus Eisen, aber auch aus Buntmetall mit unterschiedlichen Durchmessern (Katalaog-Nr. 437–445), deren Funktionen im einzelnen nicht sicher geklärt werden konnten.[47]
Münzen
Bei der Beurteilung der Fundmünzen vom Harzhorn müssen die inflationären Tendenzen im Imperium berücksichtigt werden. Unter Augustus hatte das jährliche Stipendium, der Jahressold des Legionärs, noch 225, unter Domitian 300 Denare betragen. Septimius Severus erhöhte es im Jahr 197 auf 600, Caracalla schon 212 auf 900 Denare. Die letzte nachweisliche Solderhöhung fand unter Maximinus Thrax statt, der den Sold auf 1800 Denare verdoppelte. Die Anzahl der Münzprägungen im Reich stiegen entsprechend. Nach langer Stabilität verdoppelte bis vervierfachte sich der Münzausstoß unter Septimius Severus (und verzehnfachte sich nach 238). Auch ging der Edelmetallgehalt des Denars zurück, was jedoch dem Vertrauen in die Währung kaum zu schaden schien.[48]
Das Münzspektrum am Harzhorn verteilt sich wie folgt:[49]
| Prägung | Datierung | Nominal | RIC | Katalog-Nr. | Anmerkungen |
| N.N. | spätes 2. Jh. | Sesterz | N.N. | 446 | Kupfer, Münzgewicht 7,88 g |
| Commodus | 188/189 | Sesterz | 561 | 447 | Kupferlegierung, stark abgenutzt, 16,68 g |
| Septimius Severus | 206 | Denar | 201 | 455 | Silber, 2,11 g |
| Septimius Severus für Caracalla | 206 | Denar | 83 | 452 | Silber, 2,04 g |
| Septimius Severus für Caracalla | 206/210 | Denar | 179 | 454 | Silber, 1,92 g |
| Septimius Severus für Caracalla | 206/210 | Denar | N.N. | 457 | Silber, 1,55 g |
| Septimius Severus für Geta | 211 | Denar | 75 | 456 | Silber, 2,71 g |
| Elagabal | 219 | Denar | 17 | 450 | Silber, 2,31 g |
| Elagabal | 219/222 | Denar | 131 | 451 | Silber, 1,18 g |
| Elagabal | 220/221 | Denar | 56 | 449 | Silber, 2,08 g |
| Severus Alexander | 222 | Denar | 160 | 453 | Silber, 2,69 g |
| Severus Alexander | 222/235 | N.N. | N.N. | 462 | Kupfermünze aus Nikaia in Bithynien, 3,42 g |
| Severus Alexander für Julia Mamaea | 222/235 | Denar | 351 | 458 | Silber, 1,02 g |
| Severus Alexander | 222/228 | Denar | 160 | 460 | Silber, 1,27 g |
| Severus Alexander | 225 | Denar | 144 | 448 | Silber, 1,04 g |
| Severus Alexander | 225 | Denar | 45 | 461 | Silber, 2,71 g |
| N.N. | unbestimmt | Denarfragment | N.N. | 459 | Silber, 0,24 g |
Daraus ergibt sich als Terminus post quem das Jahr 225. Die Gefechte müssen also danach stattgefunden haben.
Werkzeuge und Geräte
Zwei Ligones (Schaufelhacken) vom Harzhorn, davon eine mit dreieckigem und eine mit trapezförmigem Blatt, gehörten zu den größeren Vertretern ihrer Art (Katalog-Nr. 345–346). Ligones dieneten in der römischen Armee als typische Schanzwerkzeuge, kamen aber auch darüber hinaus zu Einsatz.
Schanz- und Universalwerkzeuge waren auch die beiden am Kahlberg gefundenen Dolabrae (Katalog-Nr. 345–346). Sie bestanden aus einer spitzen Seite und einer Hackseite und waren ein Standardpioniergerät der Legionen. Auch in der Fundregion Kalkriese hatten sich im Marschgepäck der dort kämpfenden Truppen solche Dolabrae befunden. Zu den außergewöhnlichen Funden zählt dabei sicherlich eine gut erhaltene, fast 2,5 Kilogramm schwere und nahezu 45 Zentimeter lange Dolabra (Katalog-Nr. 347). Auf einer ihrer Seiten waren mit unterschiedlich großen Meißeln die Zeichen LEG IIII S A eingeschlagen worden. Der Archäologe Günther Moosbauer und der Althistoriker Rainer Wiegels konnten die Inschrift als zur Legio IIII Flavia Severiana Alexandriana (auch: Legio IIII Flavia Alexandriana, Legio IIII Flavia Felix oder Legio IV Flavia Felix; nach der Auseinandersetzung am Harzhorn ab dem Jahr 236 Legio IIII Flavia Maximiniana) gehörig identifizieren.[2] Diese schon unter Vespasian ausgehobene und bis ins frühe 5. Jahrhundert bestehende Einheit hatte im 3. Jahrhundert ihr Stammlager in Singidunum, dem heutigen Belgrad, in der damaligen römischen Provinz Moesia superior (Obermösien) und galt als besonders schlagkräftig. Der Fund wird als weiterer Beleg für die Beteiligung von Legionären an dem Gefecht gewertet.
Funf Werkzeuge (ein Löffelbohrer, eine Säge, eine Dechsel und zwei Stechzirkel) dienten der Holzbearbeitung (Katalog-Nr. 349–353), einige Gerätschaften waren für die Bearbeitung von Metallen bestimmt (Katalog-Nr. 354–364). Darunter befanden sich neben zwei Eisenbarren als Rohmaterial, vier Ambosse bzw. Schmiedeeinsätze, ein Hammer, eine Feile und drei Meißel. Weitere Gegenstände waren Durchschläger und Spitzen, darunter eine Spitze, die wahrscheinlich als Zinken einer Harke oder eines Rechens gedient hatte, eine Maurerkelle, ein Spatel, eine Nadel, eine Drehmühle, ein Siebgefäß, sowie mehrere Ketenglieder und Eimerhenkel (Katalog-Nr. 365–389).[50]
- Werkzeuge im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (2012)
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Amboss
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Dolabra, noch unter Stickstoff mit Folie versiegelt
(Januar 2012) -
Dolabra,
restauriert mit Inschrift
LEG IIII S A (August 2013)
Equiden, Wagen und Wagenschirrungen
Eine exakte Differenzierung zwischen Pferden und Mulis war nicht immer möglich, da sich Maultiere und römische Pferderassen hinsichtlich ihrer Größe und ihres Geschirrs oft nicht unterscheiden ließen. Daher wird in der Literatur gerne der übergreifende Ausdruck der Equiden benutzt. Pferde wurden bevorzugt als Reittiere, Maultiere eher als Last- und Zugtiere eingesetzt.[51]
Am Nordosthang des Harzhorns wurde in einer lehmverfüllten Grube der vollständige Vorderbereich eines Equidenskeletts gefunden. C14-Untersuchungen der Knochen und eine gefundene Lanzenspitze, sowie die Lage der Knochen lassen darauf schließen, dass das Tier im Verlauf der Kampfhandlungen bergauf gehend getroffen wurde und dadurch verendet ist. Durch seinen Sturz in eine Baumwurfgrube und deren anschließende Abdeckung mit Lehm haben sich die Skelettreste erhalten.[52][53]
(Siehe auch weiter oben im Abschnitt 1. und 2. Grabungskampagne (2009).)
Zu den Funden, die als Zaumzeug unmittelbar im Zusammenhang mit Equiden stehen, gehören Ring- und Knebeltrensen sowie Kandaren. Zur Schirrung gehören Riemenverteiler, diverse Beschläge, Doppelknöpfe und Knopfnieten. Eine Hipposandale hatte schon zur Entdeckung des Fundplatzes am Harzhorn geführt (siehe weiter oben im Abschnitt Entdeckung). Inzwischen liegen insgesamt sieben Hipposandalen unterschiedlicher Typen vor, von denen drei fast vollständig erhalten sind (Katalog-Nr. 549–555). Vergleichsexemplare des Typus 3 sind aus Abusina (Eining) und aus Sorviodurum (Straubing) bekannt, insbesondere aber sind die Funde des Typus 1 vom Harzhorn denen in den Kastellen Niederbieber, Zugmantel, Kleiner Feldberg und Saalburg am Obergermanischen Limes, sowie in der Villa rustica Wurmlingen vergleichbar.[54]
Zahlreiche Funde konnten als Bestandteile von Wagen identifiziert oder zumindest mit Wagen assoziiert werden (Katalog-Nr. 463–505). Wagen in der römischen Armee wurden nicht von Ochsen gezogen, da diese zwar eine hohe Zugkraft, aber nur ein geringes Marschtempo von maximal 15 km/Tag hatten. Maultiere hingegen erreichten bei einer Traglast von 150 kg und einer Zugkraft vom Doppelten des eigenen Körpergewichts 30 km bis 40 km pro Tag und waren daher die bevorzugten Zugtiere. Als Wagen wurden zwei- und vierrädrige Ausführungen genutzt, vor die jeweils zwei Tiere gespannt waren. Sehr gute Darstellungen dieser Wagentypen und ihrer Schirrung befinden sich auf der Igeler Säule in Mainz.
Zu den Funden vom Harzhorn, die Wagen zugeschrieben werden können, gehören diverse Jochbügel, ein Joch-Deichsel-Verbinder, Leinenführungsringe als Jochaufsätze, verschiedene Haken, Reib- und Achsnägel, ein Ösenstab, Bolzen und Manschetten (Katalog-Nr. 463–505).[55]
- Wagenbestandteile im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (2012)
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Jochaufsatz zur Zügelführung eines römischen Fuhrwerks
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Achsnagel eines Wagenrades
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Jochhaken
Kisten und Truhen, Nägel, Zwingen und Sonstiges
Zum Zubehör von Kisten und Truhen gehören Griffe, Scharniere, Aufsätze, Beschläge und Schlüssel (Kat.-Nr. 556–572). Drei der Schlüssel mit individuell gezähnten und rechtwinklig abgeknickten Bärten gehören zu den Schiebeschlüsseln, wie sie aus anderen römischen Fundkontexten bekannt sind. Vermutlich gehörten sie ursprünglich zusammen an einen Schlüsselring, wofür ihre räumliche Fundnähe und eine dabei liegende Doppelöse (Kat.-Nr. 628) spricht.
Bei den Nägeln (Kat.-Nr. 573–605) kommen sowohl Typen römischer als auch solche germanischer Provenienz vor. Die Nägel unterscheiden sich in Aufsicht und Querschnitt der Köpfe sowie im Querschnitt der Schäfte. Aus anderen Fundkontexten sind 15 römische und vier germanische dieser unterschiedlichen Nagelformen bekannt. Ebenfalls gefundene Hufnägel stammen nicht aus römisch-germanischer Zeit, sondern aus dem Mittelalter und der Neuzeit.
Weitere Befestigungselemente waren Klemmen, Krampen, Zwingen, Splinte und ein Doppelkopfniet (Kat.-Nr. 606–617). Die sonstigen Metallfunde bestehen aus Blechen und nicht näher bestimmbaren Objekten (Kat.-Nr. 618–639).[56]
Schuhnägel
Im Depot des Regionalreferats Braunschweig des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege befinden sich inzwischen 1910 Schuhnägel (Kat.-Nr. 640–2548), von denen jedoch nur 621 (≈ 32,5 %) restauriert werden konnten, welche die Grundlage aller weiteren Überlegungen bilden. Das nicht restaurierte Material eignet sich aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes nur bedingt oder gar nicht für eine weitere Auswertung. Schuhnägel wurden in der römischen Zeit hauptsächlich von der Armee zur Befestigung der Sohlen von Caligae benutzt. Dadurch wurden die Ledersohlen geschont und durch die so entstehenden Profile gleichzeitig eine bessere Bodenhaftung in unwegsamem Gelände und auf unbefestigten Wegen erreicht, ein Effekt, der sich auf gepflasterten Straßen und Steinfußböden durchaus in sein Gegenteil umkehrte.
Ab dem vierten Jahrhundert war die Verwendung von genagelten Schuhen rückläufig und verschwand im fünften Jahrhundert gänzlich. In der Spätantike und das ganze Mittelalter hindurch wurden fast ausschließlich genähte Schuhe verwendet. Erst ab dem beginnenden 18. Jahrhundert kamen genagelte Sohlen bei der Landbevölkerung, bei Waldarbeitern, Bergleuten und Militärs wieder auf, in der Summe genug, um das Fundaufkommen an Schuhnägeln bei Kalefeld quantitativ deutlich zu dominieren. Nur ein Bruchteil der gesamten Schuhnägel ist tatsächlich römischer Provenienz.[40][57]
Quellen, Datierung, Fundbewertung und historische Einordnung
Quellenlage zu den Germanenfeldzügen 235/236
Bedeutsam ist der Bericht in der umstrittenen, spätantiken Historia Augusta,[58] dass Maximinus Thrax unverzüglich nach seiner Machtübernahme im Jahr 235 von Mogontiacum aus mit seinen Truppen zwischen 300 (trecenta) und 400 (quadringenta) Meilen (= 450 bis 600 Kilometer) tief in germanisches Gebiet vorgestoßen sei, was in der Tat dem nördlichen Niedersachsen entspräche.[59] Da man aber nicht für möglich hielt, dass während der sogenannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts noch eine solche militärische Aktion stattgefunden habe, wurde diese Angabe der Handschriften, einem Vorschlag des französischen Altphilologen Claude de Saumaise folgend, in den neuzeitlichen Editionen des Textes stets zu triginta und quadraginta (30 oder 40 Meilen) emendiert. Erst seit der Auffindung des Schlachtfeldes bei Kalefeld existiert ein klarer Beleg dafür, dass die Angaben der Historia Augusta in diesem Punkt verlässlich sind und um 235 tatsächlich ein Vorstoß ins Innere Germaniens stattfand. Im Jahr 233 hatten die Germanen römisches Gebiet verwüstet, 235 kam es dann unter dem neuen Kaiser Maximinus zu dem bereits von Severus Alexander vorbereiteten Gegenschlag Roms.
Dafür, dass die Legio IIII Flavia Felix in diesem Feldzug eine besondere Rolle spielte, spricht der Umstand, dass sie von Maximinus den Ehrennamen Legio IIII Flavia Maximiniana erhielt, also nach ihm selbst benannt wurde.[60] Dies könnte eine Auszeichnung für besondere Tapferkeit, vermutlich während des Germanienfeldzuges, gewesen sein. Dass die Legion an einer expeditio Germaniae teilnahm, ist daneben auch durch die (undatierte) Grabinschrift des Aurelius Vitalis, eines ihrer Soldaten, aus Speyer belegt.[61]
Die Historia Augusta berichtet jedenfalls, man habe germanische Verbände in einer großen „Schlacht im Moor“ (proelium in palude) besiegen können, an der der Kaiser persönlich beteiligt gewesen sei. Maximinus sei zeitweilig von seinem Heer getrennt worden und in einen Sumpf geraten, bevor seine Truppen ihn hätten befreien können. Dabei sei es zu einem schweren Gefecht gekommen, das angesichts des sehr feuchten Geländes einer Art von Seeschlacht geglichen habe. Ob sich diese knappe, literarisch überformulierte Schilderung auf das Schlachtfeld bei Kalefeld beziehen lässt, ist bislang ungeklärt. Fest steht aber, dass der Kaiser seinen Feldzug als großen Sieg feiern ließ und dem römischen Senat in einem schriftlichen Bericht mitteilte, er habe Germanien bezwungen.[62]
Der griechische Geschichtsschreiber Herodian, der im Unterschied zum Verfasser der Historia Augusta (dem Herodians Werk als Quelle diente) ein Zeitgenosse der Ereignisse war, berichtet:
„Maximinus drang tief in germanisches Gebiet vor, machte viel Beute und überließ seinen Truppen alles Vieh, dessen man habhaft wurde. Die Germanen indessen hatten die Ebenen und die baumlosen Gegenden geräumt und sich in die Wälder und Sümpfe zurückgezogen, so dass die Kämpfe dort stattfinden würden, wo die dicht stehenden Bäume die Geschosse und Pfeile ihrer Feinde wirkungslos machen sollten, und wo die tiefen Moore die Römer bedrohen würden, die die Landschaft nicht kannten […]. Und so fanden die meisten Gefechte in solchen Gebieten statt, und hier geschah es auch, dass der Kaiser selbst und sehr mutig an einer Schlacht teilnahm: Als die Germanen sich in eine große, feuchte Senke zurückzogen und die Römer zögerten ihnen nachzufolgen, stürzte sich Maximinus selbst in die Niederung, bis das Wasser bis zum Bauch seines Pferdes stand; und so hieb er auf die Feinde ein, die ihn umringten. Da fassten die Soldaten, beschämt darüber, dass sie ihren Kaiser, der an ihrer Stelle kämpfte, derart im Stich ließen, Mut und griffen ebenfalls an. Eine große Zahl Männer fiel auf beiden Seiten, doch während viele Römer ihr Leben ließen, wurde fast die ganze barbarische Armee vernichtet, und der Kaiser war der hervorragende Mann auf dem Schlachtfeld […]. Noch weitere Kämpfe fanden statt, bei denen Maximinus aufgrund seiner persönlichen Beteiligung Ruhm erwarb, da er stets eigenhändig mitfocht und in jedem Gefecht der beste Krieger auf dem Schlachtfeld war […]. Er drohte und war entschlossen, alle germanischen Stämme bis hin zum Meer zu besiegen und zu unterwerfen.“[63]
Als es Winter wurde, zog sich der Kaiser mit seinen Truppen an die Donau zurück. In der Folgezeit bekämpfte er die germanischen Stämme nördlich der Donau. Mit Maximinus’ Ermordung im Sechskaiserjahr 238 fanden die Feldzüge ein abruptes Ende.[64][65]
In den übrigen spätantiken Quellen werden die Germanenfeldzüge nur marginal oder kompilierend erwähnt. Aurelius Victor berichtet, dass der kaum des Lesens und Schreibens mächtige Maximinus nicht ohne Erfolg gegen die Germanen gekämpft habe.[66] Eine noch knappere Randnotiz findet sich bei Eutropius.[67] Zosimos gibt zwar eine wirre Darstellung der Machtergreifung des Maximinus,[68] erwähnt aber die Germanenfeldzüge überhaupt nicht. Johannes Zonaras schließlich fasst das Werk Herodians lediglich zusammen.[69][64]
Datierung der Funde
Wegen des frühen Fundes einer Münze, die den Kaiser Commodus (180–192) abbildet, sowie aufgrund der Ausrüstungsgegenstände vermuteten die Wissenschaftler zunächst lediglich, dass der Kampf nach 180 (Herrschaftsantritt des Commodus) und vor der Mitte des 3. Jahrhunderts stattgefunden haben müsse, als sich die Ausrüstung der römischen Armee erheblich veränderte. Als hypothetische Datierung wurde dabei anfangs allgemein das frühe 3. Jahrhundert erwogen, wobei vor allem die Zeit der Germanienfeldzüge des römischen Kaisers Caracalla (211–217) in Betracht gezogen wurde. Neue Fundmünzen aus der Zeit der Kaiser Elagabal (218–222) und Severus Alexander (222–235) erlauben inzwischen eine weitere zeitliche Eingrenzung; sie schließen den Germanienkrieg Caracallas als Kontext aus und deuten nunmehr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Regierungszeit des Kaisers Maximinus Thrax (235–238) hin. Der Numismatiker Frank Berger datierte die Schlacht zunächst etwas vorsichtiger auf den Zeitraum zwischen 230 und 235. Die jüngsten bislang gefundenen eindeutig datierbaren Münzen, Denare aus dem Jahr 225, bilden als Schlussmünze einen Terminus post quem. Damit ist der frühestmögliche Zeitpunkt des Gefechts festgelegt.[70] Einige gefundene Speerspitzen hatten zudem noch alte, unverkohlte Holzreste in ihrem Schaft, die mit der C14-Methode auf ein Alter von etwa 1800 Jahren (± 30 Jahre) datiert wurden. Ähnlich, mit einer Enddatierung auf 240, fiel die Analyse von ausgegrabenen Knochenresten eines Equiden aus.
Damit ergibt sich in der Kombination des numismatischen und archäologischen Befundes mit den Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Untersuchungen ein Zeitfenster von 228 bis etwa 240. Aufgrund der diversen archäologischen und numismatischen Indizien gilt mittlerweile als so gut wie sicher, dass sich das Kampfgeschehen am Harzhorn im Herbst 235 ereignete und in den Kontext des großen Germanienkrieges von Maximinus Thrax gehört.[71] Die Hypothese des Numismatikers Reinhard Wolters, der noch 2013 eine Datierung auf 236 vorgeschlagen hatte, da seines Erachtens der römische Vorstoß ins Innere Germaniens, entgegen dem Bericht Herodians, erst im zweiten Herrschaftsjahr des Maximinus erfolgt sei, während es 235 nur zu grenznahen Kämpfen gekommen wäre,[72] gilt inzwischen als überholt.[73][64]
Fundbewertung und Arbeitshypothesen
Anhand der archäologischen Funde am Harzhorn gilt bisher als sicher, dass ein Angriff mit Katapultprojektilen durch Artilleristen von Norden nach Süden stattfand. Die verantwortlichen Wissenschaftler sind inzwischen überzeugt, dass die gefundenen Artefakte römischen Legionären und Hilfstruppen zuzuordnen sind. Anfangs wollten einige Forscher nicht völlig ausschließen, dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen germanischen Stämmen gehandelt haben könnte, ausgerüstet mit Waffen aus römischer Produktion.[74] Durch andere Funde, etwa aus dem Thorsberger Moor in Schleswig-Holstein, weiß man, dass im 3. Jahrhundert zahlreiche innergermanische Konflikte ausgetragen wurden, wobei die Krieger auch römische Waffen benutzten. Weitere Funde am Harzhorn, darunter die zahlreichen Katapultprojektile aus Ballisten (Torsionsgeschützen), sprechen nach Ansicht der Wissenschaftler jedoch inzwischen eindeutig dafür, dass hier eine starke römische Einheit, bestehend aus Infanterie, Bogenschützen, schwerer Kavallerie und Artillerie, in einen heftigen Kampf verwickelt war; denn davon, dass Germanen diese speziell römische Kriegstechnik je eingesetzt hätten, ist bislang nichts bekannt. Die Stärke der Römer wird auf mindestens zwei Kohorten (1000 Mann) bis hin zu 12.000 Mann geschätzt. Auch andere Fundstücke belegen inzwischen eindeutig die Präsenz kaiserlich-römischer Soldaten. Da sie schwere Torsionsgeschütze und Reisewagen mitführten, kann es sich bei ihnen nicht nur um einen Stoßtrupp gehandelt haben. Aus zeitgenössischen literarischen Quellen wie Herodian weiß man, dass die kaiserlichen Truppen im frühen 3. Jahrhundert im Feindesland oft in mehreren Formationen, sogenannten Säulen von jeweils einigen tausend Mann marschierten. Um eine solche Marschsäule könnte es sich auch in diesem Fall gehandelt haben.[12]
Hypothetisch kalkulierte Truppenzusammensetzung und -stärke der Expeditio Germanica des Jahres 235:[75][76]
| Truppengattung | Einheiten | Mannschaftsstärke |
| Legionsinfanterie | 7 cohortes quingenaria | 3500 |
| Legions- oder Auxiliarkavallerie | 2 alae oder cohortes equitatae quingenariae, 1 ala oder cohors equitata milliaria | 2000 |
| Auxiliarbogenschützen | 1 cohors quingenaria, 1 cohors milliaria | 1500 |
| Auxiliarinfanterie | 3 cohortes quingenaria, 1 cohors milliaria | 2500 |
| Exploratores | 1 numerus | 160 |
| SUMME | 9660 |
|---|
Einer Arbeitshypothese zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die römischen Truppen auf einem Marsch, aus dem Norden kommend, befanden. Der nach Süden führende Durchgangskorridor am Harzhorn war offenbar von Feinden versperrt. Allerdings konnten durch die bisherigen Ausgrabungen keine Spuren einer Sperre durch Verhaue oder Pfostenlöcher von Palisaden nachgewiesen werden. Die Legionäre mussten sich ihren Weg unter massivem Waffeneinsatz über den Höhenzug erkämpfen, statt durch die zur damaligen Zeit vermutlich versumpfte Niederung zu marschieren. Zunächst könnte versucht worden sein, die Harzhornanhöhe zu stürmen. Nach dem mutmaßlichen Scheitern dieser ersten Attacke verlegten sich die Römer wohl auf den Einsatz von Fernwaffen. Umgekehrt kann es auch so gewesen sein, dass der Einsatz der Ballisten einem Angriff der Infanterie planmäßig voranging. Nach Ansicht der Ausgräber deutet die hohe Konzentration der Geschosse auf mittlerer Höhe des Hanges darauf hin, dass hier ein germanischer Sturmangriff erfolgte, der in heftiges römisches Feuer geriet. Herodian berichtet, dass das römische Heer damals, im Gegensatz zu den Germanen, Fernwaffen bevorzugte. Die Lage der Funde spricht dabei für einen Erfolg der römischen Einheit, wohl auch dank ihrer überlegenen Militärtechnik. Die Entscheidung scheint durch einen erfolgreichen Flankenangriff der kaiserlichen Reiterei gefallen zu sein. Als Geschehen ist auch ein Überfall der Germanen auf den römischen Tross denkbar, dem die Kampftruppen dann zu Hilfe eilten. Dass die Römer relativ viel Material auf dem Schlachtfeld zurückließen, deutet möglicherweise darauf hin, dass sie sich weiterhin dort nicht sicher fühlten und trotz ihres Sieges rasch weiterzogen. Andererseits fand auch keine spätere gründliche Plünderung des Kampfplatzes durch die Germanen statt, möglicherweise die Folge einer Tabuisierung.[12]
Das Fundgebiet am Kahlberg, insbesondere am Hotspot VIII weist auf mindestens neun Standorte von Wagen hin. Der germanische Angriff scheint dort an zwei Stellen gleichzeitig erfolgt zu sein. Der Tross befand sich in einer komplizierten Situation, da er einen steil abfallenden Hang überwinden musste, um weiter zu den Wasservorkommen des südlich gelegenen „Negenborns“ zu gelangen. Dabei konnten die Wagen vermutlich nur einzeln hinabgeschafft werden, was zu einem Rückstau und somit zu einer idealen Angriffssituation für die Germanen führte. Der Angriff musste zunächst von Infanteristen abgewehrt werden, bevor auch am Kahlberg die Reiterei zum problemlösenden Gegenangriff übergehen konnte.[12]
Geschichtliche Einordnung
Die Ereignisse bei Kalefeld spielten sich über 200 Jahre nach den Augusteischen Germanenkriegen (bis 16 u. Z.) ab. Diese Vorgänge hatten das Ende des römischen Versuchs markiert, den gesamten Raum bis zur Elbe fest in das Imperium einzubeziehen. Allerdings dehnten die Römer in den darauffolgenden Jahrzehnten ihre Grenzbefestigungen durchaus auch auf germanisches Gebiet aus, um die Verteidigungslinien zu verkürzen, und integrierten damit auch das fruchtbare Dekumatland in ihr direktes Herrschaftsgebiet. Der indirekte Einfluss des römischen Reiches reichte indessen weit über die Provinzgrenzen hinaus. Die Forschung weist seit langem auf das hohe Maß an politischer, kultureller und wirtschaftlicher Interaktion zwischen dem Römischen Reich und der Germania magna hin. Mit vielen germanischen Fürsten wurden Verträge (foedera) geschlossen, und einige wurden von den Kaisern sogar zu reges ernannt. Dies diente der indirekten politisch-militärischen Kontrolle Germaniens. Bis ins späte 4. Jahrhundert werden in den Quellen zudem immer wieder römische Feldzüge in das rechtsrheinische Gebiet erwähnt, die meistens der Abschreckung oder Vergeltung germanischer Raubzüge dienen sollten. Römische Schriftsteller – namentlich Cassius Dio, Herodian und der anonyme Verfasser der Historia Augusta – berichten übereinstimmend von größeren Feldzügen östlich des Rheins und nördlich der Donau im 3. Jahrhundert, insbesondere für die Regierungszeit der Kaiser Caracalla (im Jahr 213) und Maximinus Thrax (im Jahr 235). Für diese literarischen Überlieferungen fehlte bis 2008 aber ein archäologischer Beleg in der Germania magna. Vor allem aber war sich die althistorische Forschung über den tatsächlichen Radius dieser Militäroperationen im Unklaren und nahm in aller Regel nur sehr begrenzte militärische Unternehmungen in relativer Nähe zum Limes an. Die wenigen anderslautenden Hinweise in literarischen Quellen galten als unglaubwürdige Übertreibungen.
In unserem Betrachtungszeitraum hatten um 233/234 alamannische Stammesgruppen den obergermanisch-raetischen Limes durchbrochen, Rhein und Donau überschritten und die angrenzenden Gebiete bis ins Illyricum hinunter geplündert und verwüstet. Noch Severus Alexander hatte daraufhin in Mogontiacum eine große Streitmacht zusammengezogen, um durch eine Gegenoffensive die Sicherheit der Grenzen wiederherzustellen, was jedoch durch seine Ermordung im März 235 verhindert wurde. Sein Nachfolger Maximinus Thrax, der zuvor Praefectus tironibus (Oberkommandierender der Rekruten) gewesen war, zögerte nicht lange und nahm noch im Frühjahr desselben Jahres mit den bereitstehenden Truppen die Offensive auf. Dabei gingen seine Intentionen möglicherweise weiter als die seines Vorgängers. Laut den Quellen soll er beabsichtigt haben, die Germania magna bis zur Ostsee und Nordsee zu erobern.
Hierin liegt die hauptsächliche historische Bedeutung des Fundortes bei Kalefeld für die Kenntnis der römischen Geschichte auf heutigem deutschen Boden. Die Interpretation anhand der Funde deutet darauf hin, dass das Innere Germaniens tatsächlich noch im 3. Jahrhundert Ziel römischer Militäroperationen war. Dass römische Legionäre in der Zeit der beginnenden Reichskrise des 3. Jahrhunderts nicht nur im Limesvorland operierten, sondern bis ins heutige Norddeutschland vorstießen, hätten bis 2008 die wenigsten Forscher für möglich gehalten. Der allgemeinen Ansicht zufolge dienten die römischen Feldzüge nämlich vor allem der begrenzten Vorfeldsicherung der römischen Reichsgrenze an Rhein und Donau sowie (im Rahmen von Vergeltungsfeldzügen) dem Schutz des Dekumatlandes, das um 260 dennoch geräumt werden musste (Limesfall). Erwägen muss man nun aber, dass sich der direkte römische Einfluss, gegebenenfalls auch mit militärischen Mitteln durchgesetzt, womöglich noch 225 Jahre nach der Varusschlacht viel weiter in das Innere Germaniens erstreckte, als man lange Zeit annahm.
Unklar ist derzeit, ob ein Zusammenhang mit dem 2010 entdeckten römischen Marschlager bei Hachelbich bestehen könnte, das entweder auf die Zeit der Chattenkriege Domitians oder eben in die Zeit späterer römischer Unternehmungen in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts unter Maximinus Thrax datiert wird.[64][77]
Experimentalarchäologische Versuche
Seit den Funden von Katapultspitzen fanden am früheren Kampfplatz mehrfach Schussversuche mit nachgebauten Torsionsgeschützen statt, um die Durchschlagskraft, Schussentfernung sowie Schussrichtung zu rekonstruieren. Die Geschütze waren jeweils so aufgebaut, dass sie in die Richtung feuerten, wo die Katapultspitzen ausgegraben wurden. Am 23. November 2012 führten Wissenschaftler und Studenten der Universitäten Osnabrück und Trier sowie der Helmut-Schmidt-Universität Schussversuche mit sechs zum Teil unterschiedlichen Geschütznachbauten durch. Die bis zu 200 Kilogramm schweren Feldgeschütze, deren historische Vorbilder zwischen 200 v. u. Z. bis 400 u. Z. zum Einsatz kamen, wurden von Studenten der Universitäten und einer Schülergruppe des Gymnasiums Ising nachgebaut. Die Tests hatten zum Ergebnis, dass die optimale Schussentfernung am Harzhorn bei 100 Metern gelegen haben muss, die durchschnittliche bei 150 m. Die Geschosse konnten maximal bis zu 300 Meter weit fliegen, leichtere Exemplare auch bis zu 360 Meter.[78]
Präsentation
Dauereinrichtungen vor Ort
Noch während die Prospektionen, Ausgrabungen und Fundbergungen liefen, wurde im Mai 2010 das Fundgebiet des Harzhorns der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seither finden für Besucher regelmäßig Führungen durch das Gelände statt, die von ausgebildeten Harzhorn-Guides durchgeführt werden.[79] Seither werden diese Führungen jährlich von tausenden Besuchern gebucht.[80]
Der Landkreis Northeim sowie die Gemeinden Kalefeld und Bad Gandersheim nutzen das Gelände touristisch unter dem Slogan „Römerschlacht am Harzhorn“ als archäologisches Freilichtmuseum. Dazu wurde ein Logo entwickelt und als Markenzeichen gesichert. Die RWTH Aachen erarbeitete bis 2012 das touristische Konzept Für die touristische Erschließung besteht ein Drei-Stufen-Plan. Unter Federführung des Landkreises Northeim wurde bis zur Niedersächsischen Landesausstellung Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn (siehe unten) auf dem Gelände eine touristische Infrastruktur mit Wegen, Informationspunkten, Schildern und einem Info-Gebäude errichtet. Die zweite Stufe beinhaltet die regionale Einbindung mit Hilfe von Radwegen sowie dem Bau eines Aussichtsturms und einer Anbindung an das Römerlager Hedemünden durch eine „Römer-Autobahn“ vor. In der dritten Stufe könnte ein Besucherzentrum entstehen. Bisher wurde jedoch nur die erste Stufe umgesetzt. Aufgrund einer seit Längerem geplanten Grünbrücke über die A7 musste das Info-Gebäude zum Harzhornereignis kurzfristig um 250 Meter verlegt werden. Es entstand letztlich am Waldrand des Vogelberges oberhalb der B248 und wurde im November 2013 teileröffnet. Im Juni 2014 wurde es zum Tag der Architektur offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Der Standort des futuristisch wirkenden Info-Gebäudes wurde so gewählt, dass es von der tiefer liegenden A 7 aus gesehen werden kann. Ein Balkon am Gebäude bietet einen Ausblick über die Talenge zwischen Harzhorn und Rodenberg, durch die sich vermutlich die Römer genähert haben. Der Gebäudeentwurf, dessen Form vielfach Spitzen und Kanten als Reminiszenz an die damalige spitze und kantige Waffentechnik aufnimmt, stammt von einem Uslarer Architekturbüro. Die Verkleidungen des Info-Gebäudes und der Stelen entlang des Pfades präsentieren sich durch goldfarbenes Metall und unbehandeltes Holz. Diese Materialien sollen die an der Auseinandersetzung am Harzhorn beteiligten Völker versinnbildlichen. Dabei steht das Metall für die Römer mit ihrer größtenteils metallischen Ausrüstung, wogegen die Germanen durch rohes Holz charakterisiert werden. Zur ersten Ausbaustufe gehörte der Bau von Zufahrtsweg, Besucherparkplatz und Info-Gebäude sowie die Aufstellung von Info-Stelen. Auf den Stelen befinden sich QR-Codes für den Gebrauch mit einer Mobile App, die Besucher mit Informationen zum jeweiligen Standort versorgt. Im November 2013 war die touristische Infrastruktur weitgehend fertiggestellt. Wegen steigender Besucherzahlen wurde der Info-Pfad 2019/2020 um zwei Infostationen zu einem Rundweg erweitert; am nicht ständig geöffneten Info-Gebäude entstand zudem eine wetterfeste Schutzhütte für Besucher.[81][82]
- Dauereinrichtungen vor Ort
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Fahnen am Standort des Infogebäudes
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Harzhorn Infogebäude, Zugangsbereich von Südwest
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Info-Gebäude am Harzhorn, von Südosten (B 248) aus
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Informationspunkt auf dem Rundweg
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Externe Sonderausstellungen
Mit dem Harzhornereignis befasste sich die Niedersächsische Landesausstellung Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn, die vom 1. September 2013 bis zum 2. März 2014 lief. Sie wurde im Braunschweigischen Landesmuseum am Burgplatz auf 1000 m² Ausstellungsfläche gezeigt. Die Ausstellung präsentierte das Kampfgeschehen am Harzhorn sowie das Leben römischer Legionäre und Germanen im 3. Jahrhundert. Es wurden etwa 400 Exponate vom Schlachtfeld sowie 400 Exponate von zum Teil privaten Leihgebern gezeigt, darunter eine Büste des Maximinus Thrax aus den Kapitolinischen Museen in Rom. Die Landesausstellung sahen 68.264 Besucher. Sie liegt damit auf dem 3. Platz bei den Besucherzahlen der letzten 20 Jahre für Ausstellungen in Braunschweig. Auf Platz 1 ist die Troja-Ausstellung, die 2001 ca. 330.000 Besucher anzog, gefolgt auf Platz 2 von Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125–1235, die 1995 ca. 100.000 Besucher sahen.
Zeitgleich zur Landesausstellung fand, ebenfalls am Burgplatz gegenüber dem Landesmuseum, in der Kemenate der Burg Dankwarderode die Begleitausstellung Caesaren, Helden und Heilige – Der römische Soldat in neuzeitlichen Darstellungen statt. In ihr wurden idealisierte Darstellungen römischer Soldaten in Form von Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken vorgestellt. Sie stammten aus den Epochen der Renaissance sowie dem Barock, als „der Römer“ als Symbol für Stärke und Kampfbereitschaft galt.[83]
Umfassend präsentiert wurde die Thematik auch 2016 im Portal zur Geschichte am Standort Kloster Brunshausen, also in räumlicher Nähe zum Fundort. Die Ausstellung umfasste nicht nur die Präsentation aufbereiteter Fundstücke der Antike, sondern auch eine Darstellung des Zusammenhangs der Örtlichkeiten und Abläufe des Harzhornereignisses.[84]
Vom 21. September 2018 bis 6. Januar 2019 wurden einige Fundstücke vom Harzhorn in der Ausstellung Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland im Martin-Gropius-Bau in Berlin gezeigt. Die Ausstellung war Teil des Europäischen Kulturerbejahres 2018.[85]
Literatur
- Frank Berger, Felix Bittmann, Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer, Günther Moosbauer: Die römisch-germanische Auseinandersetzung am Harzhorn (Lkr. Northeim, Niedersachsen). In: Germania. Band 88, 2010, S. 313–402 (doi:10.11588/ger.2010.87674).
- Ulrike Biehounek: Die Revanche der Römer. In: Bild der Wissenschaft. Heft 6, 2010, S. 84–89 (Digitalisat).
- Michael Geschwinde, Petra Lönne: Die Spur der Sandalennägel. Hintergründe zur Entdeckung eines römischen Schlachtfeldes. In: Archäologie in Deutschland, 2/2009, S. 38–39.
- Michael Geschwinde u. a.: Roms vergessener Feldzug. In: Museum und Park Kalkriese (Hrsg.): 2000 Jahre Varusschlacht. Konflikt. Theiss, Stuttgart 2009, S. 228–232.
- Michael Geschwinde, Petra Lönne: Römische Militärpräsenz in der Germania Magna aus archäologischer Perspektive. Das Fallbeispiel Harzhorn. In: Gustav Adolf Lehmann, Rainer Wiegels (Hrsg.): „Über die Alpen und über den Rhein...“ Beiträge zu den Anfängen und zum Verlauf der römischen Expansion nach Mitteleuropa (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge, Band 37). Walter de Gruyter, Berlin 2015 (Digitalisat).
- Michael Geschwinde: Roms vergessener Feldzug. Das Harzhorn-Ereignis. In: Babette Ludowici (Hrsg.): Saxones. Theiss, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-9820340-1-0, S. 76–77.
- Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1.
- Jacob Hardt, Moritz Nykamp, Torben Schatte, Lena Schimmel, Michael Meyer, Michael Geschwinde, Petra Lönne, Philipp Hoelzmann: Integrating Geomorphology, Geology, and Geochemical Parameters to Understand the Preservation Status and Spatial Distribution of Archaeological Iron Objects Related to the 235 CE Roman–Germanic Harzhorn Conflict (Lower Saxony, Germany). In: Geoarchaeology, 40.3, 2025, S. 1–17 (Digitalisat).
- Yann Le Bohec: Germains et Romains au IIIe siècle: Le Harzhorn, une bataille oubliée. Éditions Lemme, Chamalières 2022, ISBN 978-2-492-81812-7.
- Gustav Adolf Lehmann: Imperium und Barbaricum. Neue Befunde und Erkenntnisse zu den römisch-germanischen Auseinandersetzungen im nordwestdeutschen Raum – von der augusteischen Okkupationsphase bis zum Germanien-Zug des Maximinus Thrax (235 n. Chr.). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2011, ISBN 978-3-7001-7093-8.
- Ralf-Peter Märtin: Die Rache der Römer. In: National Geographic. Juni 2010, S. 66–93 (Digitalisat).
- Günther Moosbauer: Die vergessene Römerschlacht. Der sensationelle Fund am Harzhorn. C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-72489-3.
- Günther Moosbauer, Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer, Torben Schatte: Das Harzhorn. Ein römischer Vergeltungsfeldzug in Germanien. In: Der Limes. Nachrichtenblatt der Deutschen Limeskommission. Jahrgang 16, Nummer 2, 2022, S. 10–15 (Digitalisat).
- Heike Pöppelmann, Korana Deppmeyer, Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn. Katalog zur Niedersächsischen Landesausstellung (= Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums, Band 115). Theiss, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-927939-85-1; ISBN 978-3-8062-2822-9.
- Rainer Wiegels, Günther Moosbauer, Michael Meyer, Petra Lönne, Michael Geschwinde unter Mitarbeit von Michael Brangs, Thorsten Schwarz: Eine römische Dolabra mit Inschrift aus dem Umfeld des Schlachtfeldes am Harzhorn (Lkr. Northeim) in Niedersachsen. In: Archäologisches Korrespondenzblatt. Band 41, 2011, S. 561–570 (doi:10.11588/ak.2011.4.90219).
- Rainer Wiegels: Zu den Heeresformationen Roms an Rhein und oberer Donau in der Zeit des Alexander Severus und Maximinus Thrax. In: Klio, 96.1, 2014, S. 93–143.
- Matti Wirth: Kulturelles Erbe und Landschaft. Entwicklungskonzept für das Römerschlachtareal am Harzhorn. In: RWTH Themen, 1/2012, S. 20–23 (Digitalisat).
Filmdokumentationen
- Roms vergessener Feldzug: Die Entdeckung des antiken Schlachtfeldes am Harzhorn, Video des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 3. Januar 2020 (17:37 Minuten)
- Michael Geschwinde, Michael Meyer: Harzhorn. Ein germanisch-römischer Kampfplatz, Video der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften vom 18. November 2021 (1:15:14)
- Roms Rache. Die Schlacht im Harz und ihre Folgen, Dokumentation in der Reihe ZDF-History vom 6. November 2011 (27:17)
Weblinks
- Archäologische und geoarchäologische Untersuchungen am germanisch-römischen Schlachtfeld Harzhorn, Ldkr. Northeim (DFG-Projekt) auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin
- Fundverteilungsplan Harzhorn/Kahlberg auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025
- Funddatenbank ohne Schuhnägel auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025
- Funddatenbank der Schuhnägel auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025
- Geopackages für QGIS auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025
- Website der Arbeitsgemeinschaft Harzhorn
- Petra Wundenberg: Archäologischer Jahrhundertfund, Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 15. Dezember 2008
- Info-Gebäude und Themenpfad zu spannendem Thema eingeweiht mit siebenminütigem Videofilm auf der Webpräsenz des Landkreises Northeim am 29. August 2013
- Roms vergessener Feldzug – Die Entdeckung eines römischen Schlachtfeldes des 3. Jahrhunderts am Harzhorn bei Kalefeld, Ldkr. Northeim ( vom 23. Februar 2010 im Internet Archive) (Forschungsprojekt Harzhorn), inzwischen eingestellte Website des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege bei Internet Archive
Anmerkungen
- ↑ a b Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer: Eingefrorene Zeit. Das Harzhorn-Ereignis – Archäologie einer römisch-germanischen Konfrontation 235 n. Chr. In: Matthias Wemhoff, Michael Rind (Hrsg.): Bewegte Zeiten: Archäologie in Deutschland. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2018, ISBN 978-3-7319-0723-7, S. 282–293, hier S. 283: „Es handelt sich also auch dabei um keine offene Feldschlacht, sondern militärisch gesprochen um ein ‚Gefecht‘. Um eine möglichst objektive und nicht durch Begrifflichkeiten bereits vorbestimmte Diskussion zu führen, ist es sinnvoll, mit dem neutralen Begriff ‚Harzhorn-Ereignis‘ zu operieren.“
- ↑ a b Michael Geschwinde, Petra Lönne, Günther Moosbauer unter Mitarbeit von Michael Brangs und Thorsten Schwarz: Das Geheimnis der Dolabra. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. Ausgabe 4/2011, S. 248–249.
- ↑ Das Schlachtfeld am Harzhorn: Neue archäologische Untersuchungen 2009 und 2010. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. Ausgabe 1/2011, S. 25.
- ↑ Petra Lönne, Michael Geschwinde, Michael Meyer: Das Harzhorn-Projekt. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 2–13, hier S. 4.
- ↑ Michael Geschwinde: Eine römische Prunklanze aus Kalefeld, Ldkr. Northeim. In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte. Band 83, 2014, S. 107–114, doi:10.11588/nnu.2014.0.63151 (Open Access).
- ↑ Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz. 30. Mai 1978, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2013; abgerufen am 21. Dezember 2025 (wiedergegeben auf nds-voris.de): „§ 12 Ausgrabungen (1) Wer nach Kulturdenkmalen graben, Kulturdenkmale aus einem Gewässer bergen oder mit technischen Hilfsmitteln nach Kulturdenkmalen suchen will, bedarf einer Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Ausgenommen sind Nachforschungen, die unter der Verantwortung einer staatlichen Denkmalbehörde stattfinden.
(2) Die Genehmigung ist zu versagen, soweit die Maßnahme gegen dieses Gesetz verstoßen oder Forschungsvorhaben des Landes beeinträchtigen würde. Die Genehmigung kann unter Bedingungen und mit Auflagen erteilt werden. Insbesondere können Bestimmungen über die Suche, die Planung und Ausführung der Grabung, die Behandlung und Sicherung der Bodenfunde, die Dokumentation der Grabungsbefunde, die Berichterstattung und die abschließende Herrichtung der Grabungsstätte getroffen werden. Es kann auch verlangt werden, daß ein bestimmter Sachverständiger die Arbeiten leitet.“ - ↑ Im selben Wortlaut auch in der Neufassung des Gesetzes vom 3. Oktober 2022.
- ↑ a b Petra Lönne, Michael Geschwinde, Michael Meyer: Das Harzhorn-Projekt. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 2–13; Michael Geschwinde, Petra Lönne: Die Entdeckung eines Schlachtfeldes, das es eigentlich gar nicht geben konnte. In: Heike Pöppelmann, Korana Deppmeyer, Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn. Konrad Theiss, Darmstadt 2013, S. 58–64, hier S. 60 f.
- ↑ Petra Wundenberg: Archäologischer Jahrhundertfund. Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. In: idw-online.de. 15. Dezember 2008, abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Jacob Hardt, Philipp Hoelzmann, Torben Schatte: Geowissenschaftliche Untersuchungen an Harzhorn und Kahlberg. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 143–174.
- ↑ a b Adam Ostrowski, Michael Meyer: Holozäne Landschaftsveränderungen am Osthang des Harzhorns. Versuch einer Rekonstruktion. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 195–209.
- ↑ a b c d e Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer: Rekonstruktion der historischen Landschaft. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 211–219.
- ↑ a b Jacob Hardt, Philipp Hoelzmann, Torben Schatte: Geowissenschaftliche Untersuchungen an Harzhorn und Kahlberg. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 143–174, hier:S. 151–153.
- ↑ a b Jacob Hardt, Philipp Hoelzmann, Torben Schatte: Geowissenschaftliche Untersuchungen an Harzhorn und Kahlberg. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 143–174, hier: S. 153 f.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Modellbildung und Handlungsabläufe. In: Dies.: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 673–728.
- ↑ Frank Berger, Felix Bittmann, Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer, Günther Moosbauer: Die römisch-germanische Auseinandersetzung am Harzhorn (Lkr. Northeim, Niedersachsen). In: Germania. Band 88, 2010, S. 313–402, hier S. 313.
- ↑ Michael Meyer: Römisches Schlachtfeld auf dem Harzhorn bei Northeim. In: geschkult.fu-berlin.de. 15. September 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. Oktober 2013; abgerufen am 21. Dezember 2025. und Wolf Schwerdt: Die Römerschlacht am Harzhorn. In: GeschiMag. 20. April 2009, abgerufen am 21. Dezember 2025.
- ↑ Webauftritt des Förderprogramms Pro*Niedersachsen, abgerufen am 21. Dezember 2025.
- ↑ Petra Lönne, Michael Geschwinde, Michael Meyer: Das Harzhorn-Projekt. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 2–13, hier S. 13.
- ↑ Michael Brangs: Die bisher größte Aktion der IG Ostfalensucher oder: Auf einem Schlachtfeld, welches es gar nicht geben dürfte!, auf der Webseite der Ostfalensucher im Dezember 2008, abgerufen am 21. Dezember 2025.
- ↑ Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Brangs: Die archäologischen Prospektionen 2008–2020. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 31–66, hier: S. 31–39.
- ↑ Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Brangs: Die archäologischen Prospektionen 2008–2020. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 31–66, hier: S. 39–47.
- ↑ a b Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Brangs: Die archäologischen Prospektionen 2008–2020. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 31–66, hier: S. 47–57.
- ↑ Johann Philipp Rüling: Physikalisch-Medicinisch-Oekonomische Beschreibung der zum Fürstenthum Göttingen gehörigen Stadt Northeim, und ihrer umliegenden Gegend. Rosenbusch, Göttingen 1779 (Digitalisat)
- ↑ Frank Berger: Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland. Abteilung VII: Niedersachsen und Bremen. Mann, Berlin 1988, S. 153 f.
- ↑ Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Brangs: Die archäologischen Prospektionen 2008–2020. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 31–66, hier: S. 57–59.
- ↑ Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Brangs: Die archäologischen Prospektionen 2008–2020. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 31–66, hier: S. 59–66.
- ↑ Zur Übersicht der Grabungsschnitte siehe Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, Abb. 76, S. 68.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 67–73.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 74–99.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 99–108.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 74–81, 106–108, 108 f.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 109–117.
- ↑ a b Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 111–115, 115–123.
- ↑ Torben Schatte: Schutzbewaffnung. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 371–408, hier: S. 375–399, Tafel 38.
- ↑ Michael Meyer, Torben Schatte: Die Grabungen auf dem Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 67–131, hier: S. 123–128.
- ↑ a b Jacob Hardt, Philipp Hoelzmann: Geowissenschaftliche Untersuchungen an Harzhorn und Kahlberg. Detailkartierung von Bodeneigenschaften zur Bestimmung der Funderhaltungswahrscheinlichkeit von Eisenobjekten. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 158–181.
- ↑ a b c Torben Schatte, Jacob Hardt: Erhaltungszustand von Eisenartefakten im Zusammenhang mit Bodenparametern. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhundert n. Chr. (= Römisch-Germanische Forschungen. Band 77). 3 Teilbände, Reichert, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 181–193.
- ↑ a b Funddatenbank der Schuhnägel auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025, abgerufen am 20. Dezember 2025.
- ↑ Funddatenbank ohne Schuhnägel auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin, freigegeben am 25. Juni 2025, abgerufen am 20. Dezember 2025.
- ↑ Fundverteilungsplan Harzhorn/Kahlberg auf der Webpräsenz der Freien Universität Berlin am 25. Juni 2025, abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Jon Coulston: Archers, sagittarii. Principate. In: Yann Le Bohec et al. (Hrsg.): The Encyclopedia of the Roman Army. Volume I. Wiley, Chichester 2015, ISBN 978-1-4051-7619-4, S. 55 f.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 251–369.
- ↑ Archäologen der Freien Universität Berlin graben weitgehend erhaltenes Kettenhemd eines römischen Soldaten aus. Meldung der FU Berlin vom 15. August 2013.
- ↑ a b Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 371–408.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 431–450.
- ↑ Frank Berger: Die römischen Münzen am Harzhorn. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 451–465.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 929–931.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 409–431.
- ↑ Zu römischen Pferdegeschirren generell sie unter Christina Simon Ortisi: Studien zum römischen Pferdegeschirr aus Pompeji, Herculaneum und den Vesuvvillen: Metallzäume, Trensen und Kandaren. Dissertation, LMU München, München 2003 (Digitalisat).
- ↑ Zum Skelettfund vom Harzhorn siehe Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 92–97.
- ↑ Frank Berger, Felix Bittmann, Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer, Günther Moosbauer: Die römisch-germanische Auseinandersetzung am Harzhorn (Lkr. Northeim, Niedersachsen). In: Germania. Band 88, 2010, S. 313–402, hier S. 356–364.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 503–518.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 467–502.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 519–548, 605–610.
- ↑ Katja Rebmann: Schuhnägel. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 549–604.
- ↑ Historia Augusta, Vita Maximini duo 12,1.
- ↑ Allgemein zum Feldzug (mit Berücksichtigung der Schlacht) siehe Gustav Adolf Lehmann: Imperium und Barbaricum. Neue Befunde und Erkenntnisse zu den römisch-germanischen Auseinandersetzungen im nordwestdeutschen Raum – von der augusteischen Okkupationsphase bis zum Germanien-Zug des Maximinus Thrax (235 n. Chr.). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2011, ISBN 978-3-7001-7093-8, S. 102–112.
- ↑ AE 1952, 186.
- ↑ CIL XIII, 6104.
- ↑ Historia Augusta, Vita Maximini duo 12,5.
- ↑ Herodian 7,2,5–9. Zu dieser Textstelle siehe Martin Hose: Ausgelöschte Geschichte. Der Feldzug des Maximinus Thrax in das Innere Germaniens 235/236 n. Chr. in der historischen Überlieferung. In: Heike Pöppelmann, Korana Deppmeyer, Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn. Konrad Theiss, Darmstadt 2013, S. 111–115, besonders S. 113–115.
- ↑ a b c d Michael Sommer: Die Schlacht am Harzhorn, Maximinus und die römische Kriegskunst. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 631–649.
- ↑ Dazu Henning Börm: Die Herrschaft des Kaisers Maximinus Thrax und das Sechskaiserjahr 238. In: Gymnasium. Band 115, 2008, S. 69–86 (online).
- ↑ Aurelius Victor: Historiae abbreviatae, 25 und 26.
- ↑ Eutropius: Breviarium ab urbe condita, 9, 1.
- ↑ Zosimos, Ίστορία νέα, 1, 13.
- ↑ Johannes Zonaras: Epitome Historion, 12.
- ↑ Frank Berger: Die römischen Münzen am Harzhorn. In: Heike Pöppelmann, Korana Deppmeyer, Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn. Konrad Theiss, Darmstadt 2013, S. 285–293.
- ↑ Das Schlachtfeld am Harzhorn: Neue archäologische Untersuchungen 2009 und 2010. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. Ausgabe 1/2011.
- ↑ Reinhard Wolters: Wiedergewonnene Geschichte. Der Feldzug des Maximinus Thrax in das Innere Germaniens 235/236 n. Chr. in der numismatischen Überlieferung. In: Heike Pöppelmann, Korana Deppmeyer, Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn, Darmstadt 2013, S. 116–123.
- ↑ Michael Geschwinde, Michael Meyer: Das Harzhorn-Ereignis. Die Datierung. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 673–728.
- ↑ Vorsichtige Zweifel äußerte zunächst etwa der Althistoriker Ralf Urban von der Universität Erlangen-Nürnberg: „Die Römer warfen keine Waffen weg“: Erlanger Althistoriker hat Zweifel am Sensationsfund (Interview). In: Nürnberger Zeitung vom 16. Dezember 2008; Sensationsfund: Forscher entdecken Reste römischer Waffen. In: Spiegel Online vom 11. Dezember 2008.
- ↑ Nach Angela Bellezza: Massimino il Trace. Fratelli Pagano, Genova 1964.
- ↑ Michael Geschwinde: Die Expeditio Germanica 235 n. Chr. aus archäologischer Perspektive. In: Michael Geschwinde, Michael Meyer, Petra Lönne, Torben Schatte: Synthese. Modellbildung und Handlungsabläufe. In: Dies.: Harzhorn. Die Archäologie eines germanisch-römischen Kampfplatzes des 3. Jahrhunderts n. Chr. 3 Bände, Reichert Verlag, Wiesbaden 2025, ISBN 978-3-7520-0796-1, S. 651–654.
- ↑ Mario Küßner, Tim Schüler: Truppen in Thüringen. Nordöstlichste römische Militäranlage entdeckt. In: Archäologie in Deutschland. Ausgabe 3/2014, S. 6.
- ↑ Rekonstruiert und erprobt. Römische Feldgeschütze am Harzhorn, Pressemitteilung der Universität Osnabrück, 23. November 2012, auf archaeologie-online.de.
- ↑ Harzhorn-Guides auf roemerschlachtamharzhorn.de, der Webpräsenz der Arbeitsgemeinschaft Harzhorn, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Führungen am Harzhorn auf roemerschlachtamharzhorn.de, der Webpräsenz der Arbeitsgemeinschaft Harzhorn, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Info-Pfad auf roemerschlachtamharzhorn.de, der Webpräsenz der Arbeitsgemeinschaft Harzhorn, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Rundgang auf roemerschlachtamharzhorn.de, der Webpräsenz der Arbeitsgemeinschaft Harzhorn, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Caesaren, Helden und Heilige – Der römische Soldat in neuzeitlichen Darstellungen im Archiv des Braunschweigischen Landesmuseum, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Ausstellung Römer und Germanen im Kloster Brunshausen eröffnet auf youtube.com, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Michael Geschwinde, Petra Lönne, Michael Meyer: Eingefrorene Zeit. Das Harzhorn-Ereignis – Archäologie einer römisch-germanischen Konfrontation 235 n. Chr. In: Matthias Wemhoff, Michael Rind (Hrsg.): Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2018, ISBN 978-3-7319-0723-7, S. 282–293.