Nowica (Wilczęta)
| Nowica | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Braniewo | |
| Gmina: | Wilczęta | |
| Geographische Lage: | 54° 11′ N, 19° 49′ O | |
| Einwohner: | 173 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-405 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NBR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 506:Chruściel/S 22/DK 54–Stare Siedlisko → Nowica | |
| DW 509: Elbląg–Młynary ↔ Wilczęta–Klusajny/DW 513 (–Orneta) | ||
| Eisenbahn: | Bahnstrecke Malbork–Braniewo Bahnstation: Młynary | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Nowica (deutsch Neumark) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Wilczęta (Landgemeinde Deutschendorf) im Powiat Braniewski (Kreis Braunsberg).
Geographische Lage
Nowica liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 16 Kilometer nordöstlich von Pasłęk und 20 Kilometer südlich der heutigen Kreismetropole Braniewo (deutsch Braunsberg).
Geschichte
Das einst Neumarkt genannte Kirchdorf wurde vor 1344 gegründet und hieß nach 1344 Neuenmarkt, vor 1785 Neumarkt und nach 1785 Neumark.[2] Im Jahre 1820 zählte das Dorf 290 Einwohner.[3]
Am 21. Mai 1874 wurde Neumark Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.[4] Zu ihm gehörten die Dörfer Ebersbach (polnisch Stare Siedlisko), Fürstenau (Księżno) und Neumark.
Der Amtsbezirk Neumark wurde bereits am 18. August 1881 aufgelöst. Das Dorf Ebersbach wurde in den Amtsbezirk Lauck (polnisch Ławki), die Dörfer Fürstenau und Neumark in den Amtsbezirk Schlodien (Gładysze) umgegliedert.[4]
In Neumark waren im Jahre 1885 648 und im Jahre 525 Einwohner registriert.[3] Im Jahre 1933 waren es 400 und im Jahre 1939 435.[5]
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt Neumark die polnische Namensform Nowica. Heute ist das Dorf eine Ortschaft im Verbund der Gmina Wilczęta (Landgemeinde Deutschendorf) im Powiat Braniewski (Kreis Braunsberg), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Nowica 173 Einwohner.[1]
Religion
Kirchengebäude
Bei der bis 1945 evangelischen Kirche in Nowica handelt es sich um einen verputzten Ziegelbau auf Feldsteinfundament.[6] Sie wurde im 18. Jahrhundert anstelle einer früheren Fachwerkkirche errichtet. Der Turm stammt von 1900. Die Ausstattung war ursprünglich sehr schlicht. Der Kanzelaltar in der Mitte der Südwand stammte einst aus der Erbauungszeit. Das Geläut der Kirche bestand aus zwei Glocken, die 1676 bzw. 1679 gegossen wurden und die Inschrift Herr zu Dohna trugen.[7] Die Taufe ist aus Sandstein.
Die Kirche ist heute ein römisch-katholisches Gotteshaus und wurde baulich den veränderten liturgischen Bräuchen angepasst.
Kirchengemeinde
Die Kirche in Neumark resp. Nowica wurde 1483 gegründet.[8]
Evangelisch
Geschichte
Bis 1720 war die Kirche in Karwinden (polnisch Karwiny) Filialkirche, danach bestanden bis 1945 die Vereinigten Kirchengemeinden Neumark-Karwinden mit dem Pfarrsitz in Neumark.[9] Sie gehörten zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1925 zählte der Sprengel Neumark der VBereinigten Kirchengemeinden 840 (von insgesamt 1.150) Gemeindegliedern. Das Kirchenpatronat oblag den Burggrafen bzw. Grafen zu Dohna-Schlodien.[7]
Heute gehören in Nowica lebende evangelische Kirchenglieder zur Kirchengemeinde in Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte
Zum Kirchspiel Neumark gehörten bis 1945 die Dörfer Fürstenau (polnisch Księżno), Fürstenwille (Księża Wola) und Neumark.
Pfarrer
- Clemens Busch, 1628
- Laurentius Dawonius, 1634–1674
- Andreas Otto, 1675–1706
- Peter Hoffmann, 1707–1726
- Andreas E. Pfeiffer, 1726–1732
- Friedrich Christoph Hoffmann, 1733–1751
- Friedrich Wilhelm Matthös, 1751–1752
- Gottfried Sommer, 1753–1759
- Gottlob Christ. Siegfried, 1759–1762
- Carl Friedrich Neumann, 1762–1769
- Christ. Martin Wannowius, 1769–1799
- Christian L. Susemihl, ab 1800
- Carl Hermann Schiefferdecker, 1841–1849
- Constantin Friedr. Wilh. Wannowius, 1847–1858
- Heinrich Eduard Reimann, 1858–1869
- K. Richard Schiefferdecker, 1869–1874
- Rudolf Gutjahr, 1874–1878
- Herm. Hch. Eduard Fauck, 1878–1883
- Jul. Fr. W. August Meinhold, 1883–1890
- Oskar Waldem. Emil Ristow, 1890–1898
- Heinrich Jamrowski, 1898–1916
- Ernst Rud. Emil Olland, 1917–1927
- Richard Jäschke, 1927–1932
- Alfred Meyrahn, ab 1935
- Kurt Boldt, bis 1944
Römisch-katholisch
Bis 1945 waren die katholischen Kirchenglieder in Neumark nach Mühlhausen i. Ostpr. eingepfarrt. Heute besteht in Nowica eine Pfarrei[10], die der Gottesmutter von Częstochowa gewidmet ist und zu der die Filialkirchen Stare Siedlisko (Ebersbach) und Dębiny (Borchertsdorf) gehören. Sie ist Teil des Dekanats Pasłęk I im Bistum Elbląg.
Verkehr
Nowica liegt an der Woiwodschaftsstraße 509, die die Städte Elbląg (Elbing), Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) und Orneta (Wormditt) verbindet. In Nowica trifft die von Chruściel (Tiedmannsdorf) kommende Woiwodschaftsstraße 506 auf die Woiwodschaftsstraße 509.
Die nächste Bahnstation ist Młynary an der allerdings nicht mehr regulär befahrenen Bahnstrecke Malbork–Braniewo, einem Teilabschnitt der einstigen Preußischen Ostbahn.
Persönlichkeit
- Friedrich Christoph Hoffmann (* 18. August 1708 in Neumark; † 16. Juni 1758 in Tapiau), evangelischer Theologe, Großvater des Dichters E. T. A. Hoffmann
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Polska w Liczbach: Wieś Nowica w liczbach
- ↑ Dietrich Lange: Neumark, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
- ↑ a b GenWiki: Neumark (Landkreis Preußisch Holland)
- ↑ a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Neumark/Schlodien
- ↑ Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 76
- ↑ a b Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 146
- ↑ GenWiki: Kirchbuchbestände Neumark
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußen, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471–472
- ↑ Diecezja Elbląg: Nowica: Parafia