Karwiny (Wilczęta)
| Karwiny | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Braniewo | |
| Gmina: | Wilczęta | |
| Geographische Lage: | 54° 8′ N, 19° 50′ O | |
| Einwohner: | 211 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-405 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NBR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Wilczęta/DW 509 → Karwiny | |
| Dębień → Karwiny | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Karwiny (deutsch Karwinden, bis 1924 Carwinden) ist ein Dorf der Gemeinde Wilczęta im Powiat Braniewski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geschichte
Carwinden[2] hatte bis ins 19. Jahrhundert zum Güterkomplex eines Zweigs der Familie Dohna gehört. Hier ist die erste reformierte Kapelle in Ostpreußen erbaut worden. In der Kapelle wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts abwechselnd reformierte und lutherische Gottesdienste abgehalten.[3] In den Besitz der Fideikommissherrschaften Carwinden und Schlodien trat am 3. April 1890 das Mitglied des Preußischen Herrenhauses Adolf zu Dohna-Schlodien-Carwinden (1825–1905).
Im Jahre 1820 zählte Carwinden 159 Einwohner.[4] Von 1874 bis 1945 war Karwinden Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk.[5] Zu ihm gehörten die Dörfer Breunken (polnisch Bronki) und Karwinden, zeitweise auch das Vorwerk Lipprode (Lipowa) des Gutsbezirks Lauck (Ławki).
Im Jahre 1885 waren in Carwinden 341, im Jahre 1905 290 Einwohner gemeldet.[4]
Am 30. Januar 1928 schlossen sich die Gutsbezirk Karwinden (ohne Exklaven), Lauck (teilweise) und Louisenwalde (polnisch Dębień) zur neuen Landgemeinde Karwinden zusammen.[5] Diese zählte im Jahre 1933 211 und im Jahre 1939 245 Einwohner.[6]
Im Jahr 1945 gehörte Karwinden zum Landkreis Preußisch Holland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.
Im Frühjahr 1945, zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region um Karwinden von der Roten Armee eingenommen und besetzt. In der Folge wurde der Ort als „Karwiny“ Teil Polens. In Karwiny lebten im Jahre 2021 211 Menschen.[1] Heute bildet Karwiny mit dem Nachbarort Dębien das Sołectwo (Schulzenamt) Dębien-Karwiny.
Ehemalige Bauwerke
- Hier stand bis 1945 das Schloss Carwinden
- Noch heute gibt es Ruinenreste der einstigen evangelischen Kirche
Religion
Kirchengemeinde
In Carwinden bestand ab 1623/25 eine evangelische Gemeinde[7], die 1635 offiziell eine Kirchengemeinde wurde. Zunächst reformiert geprägt wurde sie 1838 uniert[8] und eine Filialgemeinde von Neumark (polnisch Nowica), bis 1945 dann Teil der Vereinigten Kirchengemeinden Neumark-Karwinden, wobei der Pfarrsitz stets Neumark blieb. Karwinden gehörte mit Neumark zum Kirchenkreis Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Das Kirchenpatronat Karwindens oblag den Burggrafen und Grafen zu Dohna-Schlodien.
Im Jahre 1925 gehörten zum Sprengel Karwinden der Vereinigten Kirchengemeinden 310 von insgesamt 1.150 Gemeindegliedern.[7] Sie wohnten in den Kirchspielorten Breunken (polnisch Bronki), Karwinden und Louisenwalde (Dębień).
Heute in Karwiny und Umgebung lebende evangelischen wie – auch schon früher – die römisch-katholischen Kirchenglieder gehören zu den Pfarrgemeinden in der Stadt Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.).
Kirchengebäude
In den Jahren 1623 bis 1626 wurde – wohl unter Achatius II. zu Dohna – eine Hofkapelle errichtet.[9] Sie wurde von der sich dann bildenden evangelischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt und wurde dann auch Gemeindekirche. Im 18. Jahrhundert fanden hier reformierte und auch lutherische Gottesdienste statt.
Der von den Grafen zu Dohna-Schlodien initiierte Kirchenbau war ein rechteckiger Ziegelbau mit einem runden Turm mit hölzerner Spitze auf dem Südwestdach.[8] Der Altar von 1810 zeigte im Mittelbild „Jesus in Gethsemane“. Rechts vom Altar stand an der Südwand die Kanzel. An der Ostwand stand die Herrschaftsempore. Die Glocke trug das Datum 1566.
Von der Kirche stehen heute lediglich noch Außenmauern und Turmreste.[9]
Söhne und Töchter
- Friedrich Christoph von Dohna (1664–1727), Diplomat und Generalleutnant
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Polska w Liczbach: Osada Karwiny w liczbach (polnisch)
- ↑ Dietrich Lange: Karwinden, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Erster Theil welcher die Topographie von Ost-Preussen enthält, Königsberg/Leipzig 1789, S. 26.
- ↑ a b GenWiki: Karwinden (Landkreis Preußisch Holland)
- ↑ a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Karwinden
- ↑ Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
- ↑ a b Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471–472
- ↑ a b Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 76, Abb. 276
- ↑ a b Informationszentrum Ostpreußen:Karwiny – Carwinden/Karwinden