Dębiny (Wilczęta)

Dębiny
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Dębiny
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Braniewo
Gmina: Wilczęta
Geographische Lage: 54° 15′ N, 19° 54′ O
Einwohner: 52 (2021[1])
Postleitzahl: 14-405
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NBR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Stare Siedlisko/DW 506Dębiny Leśne → Dębiny
Ławki → Dębiny
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig

Dębiny (deutsch Borchertsdorf) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Wilczęta im Powiat Braniewski.

Geographische Lage

Dębiny liegt in einer Schleife der Pasłęka im Nordwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 25 Kilometer nordöstlich der früheren Kreisstadt Pasłęk bzw. 15 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Braniewo. Die Pasłęka trennte hier das historische Gebiet des (katholischen) Ermlands vom (evangelischen) Oberland.

Geschichte

Das einstige Borchersdorf schrieb sich erst nach 1820 Borchertsdorf.[2] Seine erste Erwähnung erfolgte am 2. Juni 1289, als der Landmeister des Deutschen Ordens, Meinhard von Querfurt, hier Land zuweist. Im Jahre 1820 zählte der Ort 211 Einwohner.[3] Im Jahre 1874 kam Borchertsdorf zum neu errichteten Amtsbezirk Lauck (polnisch Ławki) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.[4]

1885 hatte Borchertsdorf 403 Einwohner,[3] im Jahre 1900 waren es noch 341.[5] Am 30. September 1928 wurde die Waldfläche Vorwerk Friedrichshof (polnisch Sośnica) des Gutsbezirks Lauck (polnisch Ławki) nach Borchertsdorf eingemeindet, außerdem die Exklave Borchertsdorf Wald (polnisch Dębiny Leśne) aus dem Gutsbezirk Schlodien (polnisch Gładysze).[4]

Die Einwohnerzahl von Borchertsdorf belief sich 1933 auf 307 und 1939 auf 301.[6]

Im Jahre 1945 erhielt Borchertsdorf die polnische Namensform „Dębiny“ als es mit dem gesamten südlichen Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen abgetreten wurde. Das Dorf ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Wilczęta im Powiat Braniewski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Dębiny 52 Einwohner.[1]

Religion

Borchertsdorf war bis 1945 in den Sprengel Lauck der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Lauck-Ebersbach (polnisch Ławki-Stare Siedlisko) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.[7] außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Mühlhausen i. Ostpr. (polnisch Młynary) eingegliedert.[3]

Heute gehören die evangelischen Kirchenglieder zur Kirchengemeinde in Młynary der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, die katholischen Kirchenglieder zur Kirche der Verklärung des Herrn in Wilczęta im Dekanat Pasłęk I im Bistum Elbląg (Elbing).

Verkehr

Dębiny erreicht man von Stare Siedlisko aus auf einer Nebenstraße, die dort von der Woiwodschaftsstraße 506 abzweigt und über Dębiny Leśne führt. Früher verlief sie über eine Pasłęka-Brücke bis nach Płoskinia. Eine weitere Straße führt von Ławki aus nach Dębiny.

Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr.

Commons: Dębiny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Polska w Liczbach: Wieś Dębiny w liczbach (polnisch)
  2. Dietrich Lange: Borchertsdorf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b c GenWiki: Borchertsdorf (Landkreis Preußisch Holland)
  4. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Lauck
  5. Meyers Gazetteer: Borchertsdorf
  6. Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
  7. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirhe Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471