Amt Iburg

Das Amt Iburg war ein Amt im Hochstift Osnabrück, im Fürstentum Osnabrück, im Königreich Hannover und in der preußischen Provinz Hannover.

Geographie

Das Amt Iburg lag im Südwesten des Osnabrücker Landes. Bis zu den Napoleonischen Kriegen umfasste es im Wesentlichen das Gebiet des Landkreises Osnabrück in der Form von 1932 bis 1972. Von 1814 bis 1885 entsprach das Amt Iburg dem späteren Kreis Iburg, mit Ausnahme der Zeit von 1852 bis 1859, in der es ein eigenes Amt Dissen gab.

Geschichte

Hochstift Osnabrück

Die im 11. Jahrhundert errichtete Iburg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des Amtes Iburg des Hochstifts Osnabrück.[1] Es war unterteilt in die beiden Gogerichte Iburg und Osnabrück. Das Amt war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert:[2]

Die Stadt Osnabrück in ihren damaligen Grenzen gehörte nicht zum Amt. Die Grenzen der Vogteien lehnten sich an die Grenzen der Kirchspiele an.

Kurfürstentum Hannover

Von 1802 bis 1806 gehörte das Amt Iburg als Teil des Fürstentums Osnabrück zum Kurfürstentum Hannover.

Königreich Westphalen

Von 1807 bis 1810 gehörte das Gebiet des Amtes zum Distrikt Osnabrück im Departement der Weser des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. Es war während dieser Zeit in die sechs Kantone Bissendorf, Dissen, Glandorf, Iburg, Osnabrück-Land und Schledehausen gegliedert.[3]

Kaiserreich Frankreich

Das gesamte Osnabrücker Land gehörte nach der Annexion durch Napoleon Bonaparte von 1811 bis 1813 zum Arrondissement Osnabrück im französischen Departement der Oberen Ems. Das Gebiet des alten Amtes Iburg gehörte nun ganz oder teilweise zu den Kantonen Dissen, Iburg, Osnabrück extra muros, Osnabrück-Land, Ostbevern, Ostercappeln und Versmold.[4]

Königreich Hannover

Nachdem das Gebiet 1814 wieder an Hannover gefallen war, schlug der Wiener Kongress 1815 das ehemalige Hochstift Osnabrück auch völkerrechtlich dem Königreich Hannover zu. Das alte Amt Iburg wurde entsprechend der beiden alten Gogerichte in die beiden neuen Ämter Iburg und Osnabrück aufgespalten, die nun zur Landdrostei Osnabrück gehörten.[5] Von 1852 bis 1859 wurde vorübergehend ein Amt Dissen eingerichtet, dem die vier alten Vogteien Borgloh, Dissen, Hilter und Laer angehörten.[6][7]

Preußische Provinz Hannover

Nach dem Deutschen Krieg annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und machte es zu seiner Provinz Hannover. Die hannoverschen Ämter blieben zunächst bestehen. Als die Provinz 1885 durchgängig preußische Verwaltungsstrukturen einführte, wurden aus dem Amt Iburg der Kreis Iburg und aus dem Amt Osnabrück der Landkreis Osnabrück.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1823 21.339 [9]
1828 21.361 [10]
1845 23.870 [11]
1861 23.355 [12]
1867 23.192 [13]
1871 23.111 [14]
1875 23.259 [15]
1885 25.066 [16]

Persönlichkeiten

Die folgenden Personen waren im 17. Jahrhundert Drost des Amtes Iburg:

Einzelnachweise

  1. Kirchengemeindelexikon: Bad Iburg
  2. Johann Eberhard Stüve: Beschreibung und Geschichte des Hochstifts und Fürstenthums Osnabrück. Schmidtsche Buchhandlung, Osnabrück 1789, Kap. 3, S. 67 ff. (google.de).
  3. Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" (PDF; 5,1 MB)
  4. Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 168 ff. (google.de).
  5. Niedersächsisches Landesarchiv: Amt Iburg
  6. Verordnung, die Bildung der Amtsgerichte und untern Verwaltungsbehörden betr., vom 7. August 1852
  7. Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betr., vom 27. März 1859, Nr. 86
  8. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  9. Johann Georg Ludwig Wilhelm Ubbelohde: Statistisches Repertorium über das Königreich Hannover. Hahn’sche Hof-Buchhandlung, Hannover 1823 (google.de).
  10. Heinrich Daniel Andreas Sonne: Beschreibung des Königreichs Hannover. Band 4. Cotta, München 1830, S. 369 (google.de).
  11. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, Hannover 1848, S. 170 (google.de).
  12. Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover 1864. Berenberg, Hannover 1864, S. 578 (google.de).
  13. Jahresberichte der Handelskammern und kaufmännischen Korporationen des preußischen Staats: 1869. R. v. Decker, Berlin 1870, S. 1069 (google.de).
  14. Volkszählung 1871
  15. Volkszählung 1875
  16. Volkszählung 1885

Koordinaten: 52° 9′ 36″ N, 8° 2′ 24″ O