Amt Wittlage

Das Amt Wittlage war ein Amt im Hochstift Osnabrück, im Fürstentum Osnabrück, im Königreich Hannover und in der preußischen Provinz Hannover. Es war historisch eng verknüpft mit dem nordwestlich angrenzenden Amt Hunteburg, mit dem es im 19. Jahrhundert das Amt Wittlage-Hunteburg bildete.

Geographie

Das Amt Wittlage lag an der Nordseite des Wiehengebirges. Nordwestlich schloss das Amt Hunteburg an, in dessen Norden sich ausgedehnte Moorgebiete erstreckten. Beide Ämter wurden von der Hunte durchflossen.

Geschichte

Hochstift Osnabrück

Zur Sicherung seiner Besitztümer errichtete das Bistum Osnabrück im frühen 14. Jahrhundert die Burg Wittlage (1309/13) und die Hunteburg (1324). Die beiden Burgen wurden zu Verwaltungssitzen der zugehörigen Ämter, wobei das Amt Wittlage erstmals 1357 erwähnt wurde und das Amt Hunteburg erstmals 1378. Die beiden Ämter wurden 1556 einem gemeinsamen Drost als oberstem Verwaltungsbeamten unterstellt und blieben seitdem in Personalunion verbunden.[1] Das Amt Wittlage war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert:[2]

Das Amt Hunteburg war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert:[3]

Die Grenzen der Vogteien lehnten sich an die Grenzen der Kirchspiele an. Amtssitz der Drosten war bis 1728 die Burg Wittlage und seitdem das neben der Burg errichtete Amtshaus.

Kurfürstentum Hannover

Von 1802 bis 1806 gehörte die Ämter Wittlage und Hunteburg als Teile des Fürstentums Osnabrück zum Kurfürstentum Hannover.

Königreich Westphalen

Von 1807 bis 1810 gehörte das Gebiet der beiden Ämter zum Distrikt Osnabrück im Departement der Weser des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. Es war während dieser Zeit in die beiden Kantone Essen und Ostercappeln gegliedert.[4]

Kaiserreich Frankreich

Das gesamte Osnabrücker Land gehörte nach der Annexion durch Napoleon Bonaparte von 1811 bis 1813 zum Arrondissement Osnabrück im französischen Departement der Oberen Ems. Das Gebiet des alten Amtes Wittlage war nun in die Mairien (Bürgermeistereien) Barkhausen, Essen und Lintorf gegliedert sowie das Gebiet des alten Amtes Hunteburg in die Mairien Bohmte, Hunteburg, Ostercappeln und Venne.[5]

Königreich Hannover

Nachdem das Gebiet 1814 wieder an Hannover gefallen war, schlug der Wiener Kongress 1815 das ehemalige Hochstift Osnabrück auch völkerrechtlich dem Königreich Hannover zu. Dort wurden die beiden Ämter zum Amt Wittlage-Hunteburg mit Sitz in Wittlage zusammengeschlossen, das nun zur Landdrostei Osnabrück gehörte.[1] Am 1. Oktober 1852 wurde das vereinigte Amt noch einmal in die alten Ämter Wittlage und Hunteburg aufgespalten.[6] Am 16. Mai 1859 wurden beide Ämter endgültig zum Amt Wittlage zusammengeschlossen.[7]

Preußische Provinz Hannover

Nach dem Deutschen Krieg annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und machte es zu seiner Provinz Hannover. Die hannoverschen Ämter blieben zunächst bestehen. Als die Provinz 1885 durchgängig preußische Verwaltungsstrukturen einführte, wurde aus dem Amt Wittlage der Kreis Wittlage.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1771 013.344 1 [3]
1823 18.015 [9]
1828 19.515 [10]
1845 21.835 [11]
1852 21.335 [12]
1861 19.943 [13]
1867 19.526 [14]
1871 19.560 [15]
1875 18.610 [16]
1885 18.333 [17]
1 
davon Amt Wittlage 5.905 und Amt Hunteburg 7.439

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. a b Wolfgang Huge: Die Ämter Wittlage und Hunteburg. In: https://altkreis-wittlage.de/. 2012, abgerufen am 11. November 2025.
  2. Johann Eberhard Stüve: Beschreibung und Geschichte des Hochstifts und Fürstenthums Osnabrück. Schmidtsche Buchhandlung, Osnabrück 1789, Kap. 7, S. 120 ff. (google.de).
  3. a b Stüve: ebenda. Kap. 6, S. 115 ff. (google.de).
  4. Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" (PDF; 5,1 MB)
  5. Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 187 ff. (google.de).
  6. Verordnung, die Bildung der Amtsgerichte und untern Verwaltungsbehörden betr., vom 7. August 1852
  7. Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betr., vom 27. März 1859, Nr. 86
  8. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  9. Johann Georg Ludwig Wilhelm Ubbelohde: Statistisches Repertorium über das Königreich Hannover. Hahn’sche Hof-Buchhandlung, Hannover 1823 (google.de).
  10. Heinrich Daniel Andreas Sonne: Beschreibung des Königreichs Hannover. Band 4. Cotta, München 1830, S. 367 (google.de).
  11. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, Hannover 1848, S. 65 (google.de).
  12. Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover 1856. Berenberg, Hannover 1856, S. 541 ff. (google.de).
  13. Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover 1864. Berenberg, Hannover 1864, S. 579 (google.de).
  14. Jahresberichte der Handelskammern und kaufmännischen Korporationen des preußischen Staats: 1869. R. v. Decker, Berlin 1870, S. 1069 (google.de).
  15. Volkszählung 1871
  16. Volkszählung 1875
  17. Volkszählung 1885

Koordinaten: 52° 19′ 15,4″ N, 8° 22′ 24,9″ O