Kanton Ostercappeln

Königreich Westphalen
Kanton Ostercappeln
Alternativname Canton de Ostercappeln
Departement Departement der Weser
Distrikt Distrikt Osnabrück
Hauptort des Kantons Ostercappeln
Einwohner 7814
Dörfer und Weiler 15

Der Kanton Ostercappeln war in der Franzosenzeit eine Verwaltungseinheit zunächst im Königreich Westphalen und dann im Kaiserreich Frankreich. Sein Hauptort war Ostercappeln, das heute zum Landkreis Osnabrück in Niedersachsen gehört.

Der Kanton Ostercappeln im Königreich Westphalen

Das Gebiet des westphälischen Kantons Ostercappeln gehörte bis zur Franzosenzeit zum Amt Hunteburg im Hochstift Osnabrück. Von 1807 bis 1810 bestand der Kanton im Distrikt Osnabrück des Departements der Weser im Königreich Westphalen. Er hatte im Jahr 1808 7.814 Einwohner.[1]

Zum Kanton Ostercappeln gehörten die folgenden Orte:[2]

Der Kanton Ostercappeln im Kaiserreich Frankreich

Nach der Annexion der Gebiete westlich der Weser durch das Kaiserreich Frankreich wurde der Kanton Ostercappeln 1811 um Teile des ebenfalls seit 1807 bestehenden Kantons Schledehausen vergrößert. Bis 1813 gehörte der vergrößerte Kanton Ostercappeln nun zum Arrondissement Osnabrück im Departement der Oberen Ems. Er hatte 13.035 Einwohner und wurde nach französischem Vorbild in fünf Mairien (Bürgermeistereien) gegliedert, die jeweils mehrere Gemeinden umfassten:[3]

Mairie Gemeinden
Bohmte Bohmte
Hunteburg Meyerhöfen, Schwege, Welplage
Ostercappeln Ostercappeln, Hitzhausen-Jöstinghausen, Herringhausen, Haaren, Nordhausen, Schwagstorf, Stirpe-Oelingen
Schledehausen Schledehausen, Astrup, Ellerbeck, Grambergen, Jeggen, Krevinghausen, Linne, Westrup, Wissingen, Wulften
Venne Vorwalde, Niewedde, Broxten

Nach der Niederlage Napoleons und dem Abzug der Franzosen fiel das Gebiet des Kantons durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 an das Königreich Hannover.

Einzelnachweise

  1. Johann Georg Hassel: Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westphalen. Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1809 Volltext bei Google Books, S. 239
  2. Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird. Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Projekt Westfälische Geschichte. 1807, S. 221 (lwl.org [PDF; 4,9 MB; abgerufen am 5. Dezember 2011]).
  3. Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 192 (google.de).