Schlüsselau
Schlüsselau Gemeinde Frensdorf
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 47′ N, 10° 55′ O |
| Höhe: | 259 m ü. NHN |
| Einwohner: | 362 (1. Jan. 2024)[1] |
| Postleitzahl: | 96158 |
| Vorwahl: | 09502 |
Blick über Schlüsselau von Süden
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Schlüsselau ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Frensdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Schlüsselau liegt in der Gemarkung Herrnsdorf.[3]
Geografie
Das Pfarrdorf liegt am rechten Ufer der Reichen Ebrach. Im Süden grenzen Waldgebiete an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2260 (0,8 km nordwestlich) bzw. die Bundesstraße 505 unterquerend nach Jungenhofen (1,6 km südlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Röbersdorf (1,5 km nordöstlich) und die Staatsstraße 2254 kreuzend nach Ellersdorf (2,3 km westlich).[4] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1260 als „Seppendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Sebo. Der Ort war schon damals in Besitz der Schlüsselberger. Um 1280 wurde von diesen das Kloster Schlüsselau gestiftet. 1290 wurde der Ortsname in „Sluzzelowe“ (=Au der Schlüsselberger) geä#ndert.[5]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schlüsselau aus 28 Anwesen (Pfarrhaus, Schulhaus, Amtshaus, Gemeindehaus, Jägerhaus, Schäferei, 9 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 4 Höflein, 2 Häuser, 2 Wirtshäuser, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das bambergische Amt Schlüsselau in begrenztem Umfang aus, es hatte ggf. an das Centamt Bechhofen bzw. Fronveste Bamberg auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Amt Schlüsselau.[6] Der Ertrag an Getreide, Obst und Heu galten als mittelmäßig.[7]
Im Jahre 1802 kam Schlüsselau an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Schlüsselau gebildet, zu dem Ellersdorf gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Schlüsselau der Ruralgemeinde Herrnsdorf zugewiesen.[8] Am 1. Mai 1978 wurde Schlüsselau im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Frensdorf eingemeindet.[9]
Baudenkmäler
In Schlüsselau gibt es sieben Baudenkmäler:[10]
- Bildstock, Hans-Kaspers-Marter
- Schlüsselau 1: Wappenstein Kurmainz
- Schlüsselau 2, 2a: Ehemalige Zisterzienserinnenklosterkirche und ehemaliges Klostergebäude mit Klostermauer
- Schlüsselau 15: Ehemaliges Verwalterhaus
- Schlüsselau 17: Ehemaliger Klosterstadel
- Schlüsselau 19: Forstdienststelle mit Scheune
- ehemaliges Baudenkmal
- Schlüsselau 21: Vermutlich ehemaliges Forstamt des Klosters
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 128 | 148 | 161 | 156 | 127 | 126 | 206 | 176 | 160 | 240 | 362 |
| Häuser[11] | 26 | 26 | 25 | 24 | 24 | 27 | 58 | ||||
| Quelle | [8] | [12] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [1] |
Religion
Schlüsselau ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit.[6][18]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Schlüsselau. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 135–136 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Schlüsselau. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 50 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 211–212.
- Pleikard Joseph Stumpf: Schlüsselau. In: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Zweiter Theil. München 1853, OCLC 643829991, S. 564 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
- Martin Zeiller: Schlüsselau. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Franconiae (= Topographia Germaniae. Band 9). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 92 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
- Schlüsselau. In: foracheim.de. Abgerufen am 23. November 2025.
- Schlüsselau in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 23. November 2025.
- Schlüsselau in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 23. November 2025.
- Schlüsselau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 23. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Zahlen, Daten, Fakten. In: frensdorf.de. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Gemeinde Frensdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. Dezember 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 211f.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 164.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 136.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 246f.
- ↑ Frensdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Denkmalliste für Frensdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 836, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1006, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 952 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 996 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1017 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 876 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 645 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 289 (Digitalisat).