Herrnsdorf (Frensdorf)
Herrnsdorf Gemeinde Frensdorf
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 48′ N, 10° 53′ O |
| Höhe: | 271 m ü. NHN |
| Einwohner: | 418 (1. Jan. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96158 |
| Vorwahl: | 09502 |
Luftbild (2024)
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Herrnsdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Frensdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Herrnsdorf hat eine Fläche von 16,346 km². Sie ist in 2273 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7191,42 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ellersdorf, Lonnershof, Schlüsselau und Wingersdorf.[4]
Geografie
Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur am linken Ufer der Reichen Ebrach. Im Nordosten ist der Mainberg (371 m ü. NHN), eine bewaldete Erhebung des Steigerwaldes. Die Staatsstraße 2254 führt nach Frensdorf (3,1 km nördlich) bzw. zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 22 und darüber hinaus nach Zentbechhofen (3,6 km südlich). Die Staatsstraße 2260 führt an Lonnershof vorbei nach Wingersdorf (1,8 km südwestlich) und nach Röbersdorf (3 km östlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde um das Jahr 1127 als „Hernstorff“ erstmals urkundlich genannt. 1271 wurde der Ort „Herensdorf“ genannt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Herin, ein Grundherr des Ortes. Seit 1329 war Herrnsdorf Sitz einer Pfarrei.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrnsdorf aus 38 Anwesen. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Bechhofen im begrenzten Umfang, es hatte ggf. an das Domkapitel Bamberg auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der Obleiherr des Domkapitel Bambergs. Grundherren waren
- die Oblei Herrnsberg: 4 Huben, 6 Halbhuben, 1 Dreiviertelhof, 1 Halbhof, 1 Viertelhof, 3 Güter, 8 Sölden, 5 Häuser, 1 Wirtshaus, 1 Mühle;
- die Pfarrei Herrnsdorf: Pfarrhaus, Schulhaus, Gemeindehaus, 4 Güter.[7]
Der Getreide- wie auch der Obstanbau und Wieswachs war so stark, dass man in Herrnsdorf Überschüsse hatte, die man in Bamberg verkaufte.[8]
Im Jahre 1802 kam Herrnsdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Herrnsdorf gebildet, zu dem Lonnershof gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herrnsdorf mit den Orten Ellersdorf, Lonnershof, Schlüsselau und Wingersdorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bamberg II zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bamberg II (1919 in Finanzamt Bamberg-Land umbenannt, ab 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bamberg II (1880 Amtsgericht Bamberg II umbenannt, seit 1903 Amtsgericht Bamberg).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 16,342 km².[10]
Am 1. Mai 1978 wurde Herrnsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Frensdorf eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Herrnsdorf gibt es neun Baudenkmäler:[13]
- Am Seeberg 1: Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere
- Am Seeberg 3: Pfarrhaus mit Hofeinfahrt und Stadel
- An der Brennerei 1: Bauernhaus
- An der Brennerei 6: Bauernhaus
- Dorfstraße 11: Grenzstein
- Zentbechhofener Straße 11: Bauernhaus
- Zur Mühle 9: Ehemalige Mühle
- Bildstock
- Statue des Heiligen Nepomuk
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Herrnsdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 561 | 660 | 661 | 633 | 621 | 606 | 646 | 673 | 751 | 723 | 669 | 646 | 626 | 632 | 673 | 668 | 648 | 644 | 601 | 810 | 877 | 870 | 730 | 714 |
| Häuser[14] | 126 | 123 | 122 | 121 | 118 | 116 | 121 | 128 | ||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Herrnsdorf
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 241 | 254 | 277 | 320 | 282 | 280 | 356 | 331 | 346 | 356 | 418 |
| Häuser[14] | 60 | 59 | 56 | 54 | 56 | 61 | 87 | ||||
| Quelle | [9] | [16] | [18] | [21] | [23] | [25] | [26] | [10] | [27] | [28] | [1] |
Religion
Herrnsdorf ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Jakobus der Ältere.[7][10]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Herrnsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 632 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 210–211.
- Pleikard Joseph Stumpf: Herrnsdorf. In: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Zweiter Theil. München 1853, OCLC 643829991, S. 563–564 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Herrnsdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 22. November 2025.
- Herrnsdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 22. November 2025.
- Herrnsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 22. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Zahlen, Daten, Fakten. In: frensdorf.de. Abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Gemeinde Frensdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Gemarkung Herrnsdorf (092186). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 210f.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 129.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 632.
- ↑ a b c H. Weiß: Bamberg, S. 246f.
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 645 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Frensdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Denkmalliste für Frensdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 836, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1005–1006, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 49 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 140 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 951–952 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 141 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 996 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 141 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1017 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 876 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 289 (Digitalisat).