Abtsdorf (Frensdorf)

Abtsdorf
Gemeinde Frensdorf
Koordinaten: 49° 49′ N, 10° 50′ O
Höhe: 256 m ü. NHN
Einwohner: 267 (1. Jan. 2024)[1]
Postleitzahl: 96158
Vorwahl: 09502
Luftbild (2024)

Abtsdorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Frensdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Abtsdorf liegt in der Gemarkung Birkach.[3]

Geografie

Das Dorf Abtsdorf bildet mit dem Pfarrdorf Vorra im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt auf freier Flur am linken Ufer der Rauhen Ebrach und am Birkacher Graben, der dort als linker Zufluss in die Rauhe Ebrach mündet. Die Kreisstraße BA 22 führt zur Bundesstraße 22 (2 km nördlich) bzw. nach Weiher (4,5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Unterharnsbach (3,3 km westlich).[4]

Geschichte

Im Jahr 1138 wurde ein „Gero von Apetesdorf“ urkundlich genannt; er war Küchenmeister des Kloster Michelsberger Abtes Hermann. Dies ist indirekt die erste Erwähnung des Ortes, der wahrscheinlich nach dem Abtswald benannt wurde. 1350 kam der gesamte Ort mit Ausnahme von zwei Untertanen an das Kloster. Abtsdorf wurde als Kettendorf mit Weilerflur angelegt.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Abtsdorf 19 Anwesen. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Burgebrach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem Amt Burgebrach und dem Kloster Michelsberg. Grundherren waren das Amt Burgebrach (1 Halbhöflein) und das Kloster Michelsberg (8 Halbhöflein, 2 Viertelhöflein, 6 Söldengütlein, 1 Mühle mit 3 Mahlgängen). Für den Gemeindehirten gab es ein Tropfhaus.[6] Der Boden galt als gut und der Getreideertrag als reichlich.[7]

Im Jahre 1802 kam Abtsdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Abtsdorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Birkach und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Birkach zugewiesen.[8] Am 1. Mai 1978 wurde Abtsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Frensdorf eingemeindet.[9]

Baudenkmäler

In Abtsdorf gibt es fünf Baudenkmäler:[10]

  • Am Holzberg: Wegkapelle und Kruzifix
  • Abtsdorf 12: Bauernhaus
  • Abtsdorf 25: Bauernhaus
  • Abtsdorfer Mühle 1: Mühle

Einwohnerentwicklung

Jahr 001799 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002024
Einwohner 107 134 155 153 127 147 143 179 165 117 184 267
Häuser[11] 19 23 23 23 26 25 30 42
Quelle [7] [8] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

Religion

Abtsdorf ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannes der Täufer (Frensdorf) gepfarrt,[6] seit 1922 ist die Kuratie Mariä Heimsuchung (Vorra) zuständig.[16]

Literatur

Commons: Abtsdorf (Frensdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Zahlen, Daten, Fakten. In: frensdorf.de. Abgerufen am 24. November 2025.
  2. Gemeinde Frensdorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 24. November 2025.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. November 2025.
  4. Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. P. Schneider: Steigerwald, S. 169f.
  6. a b H. Weiß: Bamberg, S. 102f.
  7. a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 9f.
  8. a b H. Weiß: Bamberg, S. 235.
  9. Frensdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 24. November 2025.
  10. Denkmalliste für Frensdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  11. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, 1818 und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 838, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1007, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 954 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 999 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1020 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 873 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 643 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 145 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 289 (Digitalisat).