Zips (Pegnitz)

Zips
Stadt Pegnitz
Koordinaten: 49° 47′ N, 11° 35′ O
Höhe: 445 m ü. NHN
Einwohner: 117 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91257
Vorwahl: 09241

Zips (oberfränkisch: Zitz oder Zütz[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Pegnitz im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Zips hat eine Fläche von 10,010 km². Sie ist in 1442 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6941,54 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Langenreuth und Stemmenreuth.[5]

Geografie

Das Dorf liegt am Zipser Mühlbach nördlich vom Zipser Berg an der Bundesstraße 2, die nach Buchau (2,4 km westlich) bzw. nach Schnabelwaid führt (3,5 km nördlich). Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Langenreuth (1,4 km nördlich), nach Pegnitz zur Staatsstraße 2162 (3,2 km südwestlich), nach Stemmenreuth (1,2 km südöstlich), nach Neuhof zur Staatsstraße 2403 (1,9 km südlich).[6]

Geschichte

Zuerst 1196 (o. früher) im Namen „Heinrici de Zubize“ urkundlich belegt. 1227 wurde ein „Ebirhardus Zueptzer“ genannt. 1385 begegnet die Form „in Zuebtz“. Die Grundform des Ortsnamens ist entweder *Čubьcь oder *Čubica zu frühslawischem *čubъ ‘Schopf’, toponymisch ‘Gipfel, Erhebung’ oder *Sъpica zu slawischem *sъpъ ‘Haufen, Wall’.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Zips aus 20 Häusern, 1 Mühle und 9 Scheunen. Dazu gehörten 166 Tagewerk Acker, 66 Tagewerk Wiesen, 834 Tagewerk Gärten und 834 Tagewerk Weideflächen und 33 Tagewerk Wald. Zips unterstand bis 1780 dem brandenburg-bayreuthischen Oberamt Pegnitz,[8] danach für kurze Zeit dem Oberamt Creußen. Von 1791/92 bis 1810 waren das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz die übergeordneten Institutionen.[9] Danach kam die gesamte Region an das Königreich Bayern.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Zips dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schnabelwaid zugewiesen.[10] Wenig später entstand die Ruralgemeinde Zips. Zu dieser gehörten Arnoldsreuth, Craimoos, Gößmannsreuth, Langenreuth, Neumühle, Preunersfeld, Schmellenhof, Schönfeld und Stemmenreuth. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Zips zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). 1861 kam Hufeisen-Waldhaus hinzu, dass spätestens 1877 nach Ottenhof umgemeindet wurde. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 18,620 km².[11]

Am 30. Dezember 1971 kam es auf der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb 200 Meter südlich von Zips zu einem schweren Zugunglück. Eine einzeln auf dem falschen Gleis verkehrende Diesellokomotive des Typs V 10020 stieß frontal mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammen, der von einer Dampflokomotive der Baureihe 50 geführt wurde. Dabei kamen drei Personen ums Leben.[12]

Am 1. Januar 1973 wurde das gemeindefreie Gebiet Schnabelwaider Kütschenrain aufgelöst und in die Gemeinde Zips eingegliedert. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 30. April 1978 aufgelöst: Zips wurde mit Langenreuth und Stemmenreuth in die Stadt Pegnitz eingegliedert, die übrigen Gemeindeteile kamen an den Markt Schnabelwaid.[13][14]

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 46: Ehemaliges Hirtenhaus[15]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Zips

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 606 794 726 727 748 700 722 1017 791 740 711 692 715 711 707 692 685 642 625 934 845 807 637 582
Häuser[16] 117 123 124 123 119 123 126
Quelle [10] [17] [17] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [17] [25] [17] [26] [17] [27] [17] [17] [17] [28] [17] [11] [29]

Ort Zips

Jahr 001799 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 110 106 163 138 153 188 149 186 158 159 117
Häuser[16] 21 26 24 25 26 44 33
Quelle [8] [10] [18] [20] [23] [25] [27] [28] [11] [29] [1]

Religion

Zips ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Pegnitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Mariä Namen (Pegnitz) gepfarrt.[30][11]

Literatur

Fußnoten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 296 (Digitalisat).
  2. J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 63. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „zitz“ oder „zütz“.
  3. Stadt Pegnitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 27. November 2024.
  4. Gemarkung Zips (092540). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 27. November 2024.
  5. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. November 2024.
  6. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. November 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  7. E. Eichler et al. (Hrsg.): Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung 2, S. 243.
  8. a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 537.
  9. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 246 (Digitalisat).
  10. a b c A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 144 (Digitalisat). Für die Gemeinde Zips inklusive Arnoldsreuth (S. 4), Craimoos (S. 16), Gösmannsreuth (S. 36), Langenreuth (S. 68), Neuemühl (S. 82), Preunersfeld (S. 96), Schmellenhof (S. 109), Schönfeld (S. 110) und Stemmenreuth (S. 119).
  11. a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 725–726 (Digitalisat).
  12. Mit drei Promille auf der Lok in: Lok Magazin 4/2021, S. 66 f.
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 677 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  14. Pegnitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. November 2024.
  15. Denkmalliste für Pegnitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  16. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  17. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 154, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  18. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 926, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  19. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 144 (Digitalisat).
  20. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1100, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 56 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 162 (Digitalisat).
  23. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1046–1048 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 161 (Digitalisat).
  25. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
  26. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 161 (Digitalisat).
  27. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
  28. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 986 (Digitalisat).
  29. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 151 (Digitalisat).
  30. J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 63.