Hainbronn
Hainbronn Stadt Pegnitz
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 45′ N, 11° 34′ O |
| Höhe: | 422 m ü. NHN |
| Einwohner: | 490 (1993)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 91257 |
| Vorwahl: | 09241 |
Hainbronn (oberfränkisch: Hammbrunn[1]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Pegnitz im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Hainbronn hat eine Fläche von 17,242 km². Sie ist in 3801 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4536,16 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hammerbühl, Heroldsreuth, Horlach, Nemschenreuth, Neudorf, Stein, Weidelwangermühle, Weidmannshöhe und Willenberg.[4]
Lage
Das Dorf bildet mit Reisach im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt links der Pegnitz der Stadt Pegnitz direkt gegenüber. Die Staatsstraße 2162 führt nach Pegnitz (1,5 km nordwestlich) bzw. nach Weidlwang (2 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Lobensteig zur Kreisstraße BT 25 (1,8 km östlich) und nach Pegnitz ebenfalls zur BT 25 (1,9 km südöstlich).[5]
Geschichte
Im Jahr 1179 wurde in einer Urkunde des Klosters Michelfeld ein „Otto dem Haimenbrunnen“ erwähnt. Dies ist zugleich die erste Erwähnung des Ortes. Der Ortsname bedeutet ‚Brunnen im Heim‘ bzw. ‚Brunnen im Hain‘.[6] Hainbronn gehörte zu den 18 Forsthuben, von denen früher der Veldensteiner Forst verwaltet wurde. Der Name stammt vom damaligen Urkundenzeugen Otto de Hainbrunnen. Eines der ältesten erhaltenen Anwesen ist die Hainbronner Mühle. Es wird vermutet, dass sie 1618 zunächst als Kloster erbaut wurde, was noch aus dem Namen der anliegenden Straße, Zechthof (Zehnthof) erkennbar ist.
Hainbronn lag im Fraischbezirk des brandenburg-bayreuthischen Oberamtes Pegnitz.[7] Von 1791/92 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[8]
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Hainbronn gebildet.[9] Zu diesem gehörten Hammerbühl, Heroldsreuth, Horlach, Nemschenreuth, Neudorf, Stein, Weidelwangermühle und Willenberg. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Hainbronn, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Hainbronn zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Weidmannshöhe wurde 1927 auf dem Gemeindegebiet errichtet. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 17,356 km².[10] 1970 kam Hufeisen-Waldhaus hinzu.[11] Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Hainbronn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Pegnitz eingegliedert.[12][13]
Seit 1981 gibt es im Ort ein Gemeindehaus, das als Begegnungsstätte für die Einwohner dient. Am 9. Mai 1998 wurde der Kinderspielplatz an der Brunnbachquelle eingeweiht.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Hainbronn
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 641 | 773 | 765 | 788 | 751 | 768 | 792 | 972 | 854 | 773 | 752 | 759 | 813 | 745 | 748 | 769 | 729 | 694 | 716 | 961 | 956 | 944 | 1007 | 1427 |
| Häuser[14] | 138 | 140 | 142 | 136 | 131 | 143 | 181 | |||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Hainbronn
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1993 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 192 | 212 | 227 | 241 | 255 | 190 | 208 | 233 | 404 | 400 | 490 |
| Häuser[14] | 39 | 37 | 32 | 34 | 44 | 96 | 125 | ||||
| Quelle | [9] | [16] | [18] | [21] | [23] | [25] | [26] | [10] | [27] | [28] |
Religion
Hainbronn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Pegnitz) gepfarrt.[6][10]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Baudenkmäler
In Hainbronn gibt es drei Baudenkmäler:[29]
- Pegnitztalstraße 28: ehemalige Mühle
- zwei Viadukte
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Hainbronn gibt es sechs Bodendenkmäler.[29]
Natur
- Karstwunder am Wasserberg
- Wachbergfelsen am südlichen Rand des Dorfes
Regelmäßige Veranstaltungen
- Faschingsfeier im Gemeindehaus Hainbronn
- Hainbronner Dorffest
- Hainbronner Metalfestival
- Hainbronner Johannisfeuer
Infrastruktur
Verkehr
Die Busse der Regionalbuslinie 8404 des OVF (Pegnitz–Mosenberg, der VGN-Linie 450) und der Linie 8405 (Pegnitz–Troschenreuth, VGN 385) fahren durch Hainbronn. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 9, der nächste Bahnhof befindet sich in Pegnitz und hat Anschluss an den im Zwei-Stunden-Takt haltenden Regional-Express der Linien RE 30 Nürnberg–Bayreuth–Hof und RE 31 Nürnberg–Marktredwitz–Hof sowie RE 33 Nürnberg–Cheb.
Freiwillige Feuerwehr
1876 wurde nach mehreren großen Bränden die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1974 bekam Hainbronn einen neuen Glockenturm, der Turm auf der Schmiede war für die Glocke zu schwach geworden und musste ersetzt werden.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Hainbrun. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 473 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Heinbrunn. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 556 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Heinbrunn. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 256 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 18.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 273.
Weblinks
- Hainbronn in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. Oktober 2021.
- Hainbronn in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 26. November 2024.
- Hainbronn im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 26. November 2024.
Fußnoten
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hambrúnn“.
- ↑ Stadt Pegnitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 26. November 2024.
- ↑ Gemarkung Hainbronn (092544). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 26. November 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 26. November 2024.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 26. November 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18.
- ↑ G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 256.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 246 (Digitalisat).
- ↑ a b c A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 44 (Digitalisat). Für die Gemeinde Hainbronn inklusive Hammerbühl (S. 44), Höratsreuth (S. 52), Horlach (S. 54), Nemschenreuth (S. 81), Neudorf (S. 82), Stein (S. 118), Weidelwangermühle (S. 134) und Willenberg (S. 138).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 720 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, DNB 920240593, OCLC 75242522, S. 90, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 19).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Pegnitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 26. November 2024.
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 154, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 924, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 144 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1097, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 56 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 162 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1045 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 161 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1095–1096 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 161 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1131 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 979 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 149 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 296 (Digitalisat).
- ↑ a b Denkmalliste für Pegnitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege