Reutlas
Reutlas Große Kreisstadt Marktredwitz
| |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 59′ N, 12° 7′ O |
| Höhe: | 542 m ü. NHN |
| Einwohner: | 70 (Jan. 2025)[1] |
| Postleitzahl: | 95615 |
| Vorwahl: | 09231 |
Reutlas ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Reutlas liegt in der Gemarkung Wölsau.[3] Zum Gemeindeteil Reutlas zählt die Einöde Reutlasmühle.
Geographie
Das Dorf liegt am Rohrbach, einem rechten Zufluss der Kössein. Im Westen führt die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau vorbei; das Gelände steigt zu einer Erhebung im Sodelholz an (645 m ü. NHN). Im Osten führt die Bundesautobahn 93 vorbei. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2169 (0,4 km nordöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2170 (0,6 km südlich).[4]
Geschichte
Der Ort wurde im Egerer Landsteuerregister aus dem Jahr 1396 als „Rewtleins“ erstmals schriftlich erwähnt.[5] Reutlas unterstand dem Egerer Spital der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Diese verkauften 1626 gegen den Einspruch der Reichsstadt Eger ihre Ansprüche an Brandenburg-Bayreuth. Seitdem hatte das Sechsamt Wunsiedel das Hochgericht und die Grundherrschaft.[6] Die Spinnerei und Weberei spielte im Ort eine große Rolle.[7]
Von 1797 bis 1810 unterstand Reutlas dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[8] Mit dem Gemeindeedikt wurde Reutlas dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Dörflas zugewiesen, 1819 dann dem neu gebildeten Steuerdistrikt Lengenfeld und der gleichzeitig entstandenen Ruralgemeinde Lengenfeld.[9] Am 1. Juli 1976 wurde Reutlas im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.[10]
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 74 | 126 | 140 | 163 | 149 | 119 | 155 | 126 | 105 | 69 | 70 |
| Häuser[11] | 14 | 19 | 21 | 21 | 23 | 25 | 26 | ||||
| Quelle | [9] | [12] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [1] |
Religion
Reutlas ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt.[9] Die Katholiken sind nach St. Josef (Marktredwitz) gepfarrt.[18]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Reutles. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 501 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 545 f.
- Georg Paul Hönn: Reutles. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 287 (Digitalisat).
- Heribert Sturm: Tirschenreuth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. I, 21). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1970, DNB 456999094 (Digitalisat).
Weblinks
- Informationen zu den Ortsteilen > Reutlas. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 3. November 2025.
- Reutlas in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. November 2025.
- Reutlas in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 3. November 2025.
- Reutlas im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 3. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Informationen zu den Ortsteilen > Reutlas. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Große Kreisstadt Marktredwitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 545f.
- ↑ H. Sturm: Tirschenreuth, S. 355.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 501.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 287 (Digitalisat).
- ↑ a b c H. Sturm: Tirschenreuth, S. 377f.
- ↑ Marktredwitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 785, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 967, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 925 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 967 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 984 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 844 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 621 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 143 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).