Leutendorf (Marktredwitz)
Leutendorf Große Kreisstadt Marktredwitz
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|---|---|
| Koordinaten: | 50° 9′ N, 12° 1′ O |
| Höhe: | 548 m ü. NHN |
| Einwohner: | 207 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 95615 |
| Vorwahl: | 09231 |
Leutendorf ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Leutendorf liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Bad Alexandersbad, teils auf dem Gemeindegebiet von Marktredwitz. Sie hat eine Fläche von 6,936 km² und ist in 1717 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4039,83 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Grünitzmühle, Kleinwendern, Meußelsdorf und Ziegelhütte.[4]
Geographie
Das Dorf bildet mittlerweile eine geschlossene Siedlung mit Meußelsdorf im Norden und Ziegelhütte im Osten. Diese liegt am Fuße des sich im Westen erhebenden Wenderner Stein (685 m ü. NHN). Gemeindeverbindungsstraßen führen Staatsstraße 2177 bei Waldershof (1 km südlich), nach Meußelsdorf (0,8 km nördlich), nach Ziegelhütte (1 km östlich) und nach Grünitzmühle (0,9 km südwestlich).[5]
Geschichte
Leutendorf wurde im Jahr 1396 im Leuchtenberger Lehenbuch erstmals urkundlich erwähnt. Damals gehörte ein Viertel des Dorfes den Herren von Redwitz, drei Viertel der Oberpfalz. Deren Ansprüche wurden 1510 von den Redwitzern erworben. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Sechsamt Wunsiedel aus. 1787 bestand Leutendorf aus einem Rittergut mit Herrenhaus und Meierhof, vier Ganzhöfen und einer Ziegelhütte.[6]
Von 1797 bis 1810 unterstand Leutendorf dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[7] Mit dem Gemeindeedikt wurde Leutendorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sichersreuth zugewiesen.[8] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Leutendorf. Zu dieser gehörten Grünitzmühle, Kleinwendern, Meußelsdorf und Ziegelhütte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wunsiedel und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt). Ab 1862 gehörte Leutendorf zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Wunsiedel (1879 in das Amtsgericht Wunsiedel umgewandelt). 1957 wurde Kleinwendern auf Betreiben der Bürger nach Alexandersbad umgemeindet.[6] Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche der Gemeinde von 7,009 km²[9] auf 4,810 km².[10] Am 1. Juli 1972 wurde Leutendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Leutendorf gibt es ein Baudenkmal:[13]
- Meilenstein
- ehemalige Baudenkmäler
- Redwitzer Straße 9: Ehemaliger Edelsitz. Wohnhaus mit 11 zu 2 Fensterachsen. Im Erdgeschoss ein tonnengewölbter Raum mit Stichkappen; darüber, im Obergeschoss, ein einfacher Saal mit Flachdecke; daran spätbarocker Rahmenstuck mit Blumen. Am Stiegengeländer ausgesägte Baluster des 18. Jahrhunderts.[14]
- Bauernhaus, etwa um 1800. Einhüftige Anlage, mit Fachwerk am Obergeschoss und am Giebel.[14]
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Leutendorf gibt es ein Bodendenkmal.[13]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Leutendorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 258 | 370 | 365 | 363 | 358 | 400 | 400 | 444 | 436 | 368 | 365 | 377 | 459 | 486 | 558 | 545 | 615 | 589 | 535 | 579 | 575 | 583 | 532 | 527 |
| Häuser[15] | 58 | 61 | 59 | 64 | 83 | 96 | 95 | |||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [9] | [16] | [10] | [27] |
Ort Leutendorf
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | *96 | 128 | 137 | 134 | 157 | 178 | 188 | 232 | 241 | 207 |
| Häuser[15] | 21 | 21 | 24 | 30 | 37 | 56 | ||||
| Quelle | [8] | [17] | [19] | [22] | [24] | [26] | [9] | [10] | [27] | [1] |
Religion
Leutendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Josef (Marktredwitz) gepfarrt.[10]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Leutendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 335 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 387.
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 175.
- Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 159–160.
Weblinks
- Informationen zu den Ortsteilen > Leutendorf. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 1. November 2025.
- Leutendorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 1. November 2025.
- Leutendorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 1. November 2025.
- Leutendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 1. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).
- ↑ Große Kreisstadt Marktredwitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Gemarkung Leutendorf (092066). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 175.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 286 (Digitalisat).
- ↑ a b c A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 70 (Digitalisat). Für die Gemeinde Leutendorf zuzüglich der Einwohner von Kleinwendern (S. 62) und Meuselsdorf (S. 76).
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1007 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 740 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
- ↑ Marktredwitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Marktredwitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 160.
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 158, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 958, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 150 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1129–1130, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 58 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 168 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1070 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 169 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1130 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 169 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1167 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).