Haag (Marktredwitz)

Haag
Große Kreisstadt Marktredwitz
Koordinaten: 50° 1′ N, 12° 7′ O
Höhe: 517 m ü. NHN
Einwohner: 30 (Jan. 2025)[1]
Postleitzahl: 95615
Vorwahl: 09231

Haag ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Haag liegt in der Gemarkung Wölsau.[3]

Geographie

Das Dorf Haag bildet eine geschlossene Siedlung mit Hammerberg im Süden und Neu-Haag im Südosten. Diese liegt auf freier Flur auf einer Hochebene, die gegen Norden ins Röslautal und gegen Süden ins Kösseinetal abfällt. Unmittelbar nördlich verläuft die Bundesstraße 303 und die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Die Kreisstraße WUN 18 führt nach Wölsau (0,9 km südwestlich) bzw. nach Brand (1,4 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Bundesautobahn 93 und die Staatsstraße 2169 überbrückend nach Marktredwitz (2,1 km südwestlich).[4]

Geschichte

Ende des 14. Jahrhunderts war Haag ein Leuchtenbergisches Lehen. Er bestand damals aus einem adeligen Ansitz und drei Ganzhöfen. Die Herren von Redwitz waren die Grundherren des Ortes. Das Hochgericht wechselte mehrfach, erst seit 1796 übte das brandenburg-bayreuthische Amt Arzberg dieses aus.[5]

Von 1797 bis 1810 unterstand Haag dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[6] Mit dem Gemeindeedikt wurde Haag dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Brand zugewiesen.[7] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die mittelbare Ruralgemeinde Haag, zu der Wölsau gehörte. 1824 wurde die Gemeinde unmittelbar. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wunsiedel und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel. 1857/1860 wurde der Gemeindesitz nach Wölsau verlegt und die Gemeinde dementsprechend umbenannt.[5] Am 1. Januar 1976 wurde Haag im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002025
Einwohner 84 88 95 97 119 111 127 83 82 43 30
Häuser[9] 14 14 14 12 12 12
Quelle [7] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [1]

Religion

Haag ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Josef (Marktredwitz) gepfarrt.[16]

Literatur

Fußnoten

  1. a b Informationen zu den Ortsteilen > Haag. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 2. November 2025.
  2. Große Kreisstadt Marktredwitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 2. November 2025.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. November 2025.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. a b Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 160.
  6. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 286 (Digitalisat).
  7. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 42 (Digitalisat).
  8. Marktredwitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 2. November 2025.
  9. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 959, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1132, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1072 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1132 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1170 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1010 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 744 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 166 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).