Lengenfeld bei Groschlattengrün

Lengenfeld bei Groschlattengrün
Koordinaten: 49° 59′ N, 12° 7′ O
Höhe: 566 m ü. NHN
Fläche: 7,99 km²[1]
Einwohner: 125 (25. Mai 1987)[2]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1976
Postleitzahl: 95679
Vorwahl: 09231

Lengenfeld bei Groschlattengrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Waldershof im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz, Bayern).[3] Die Gemarkung Lengenfeld hat eine Fläche von 7,985 km² und ist in 862 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9263,92 m² haben.[1][4]

Geographie

Das Kirchdorf liegt auf freier Flur am Rohrbach, einem rechten Zufluss der Kössein. Unmittelbar östlich wird die Flur von der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau durchschnitten. Die Staatsstraße 2170 führt zur Staatsstraße 2121 bei Pfaffenreuth (1,7 km westlich) bzw. zur Staatsstraße 2169 (1,1 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Manzenberg (0,9 km nordwestlich).[5]

Geschichte

Lengenfeld wurde im Jahr 1339 erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster Waldsassen hatte zu diesem Zeitpunkt grundherrliche Ansprüche.[6] 1359 kaufte das Kloster von Wolfart Pernauer „Lengenfeldt mit dem halsgericht und andern gerichten“. Ende des 18. Jahrhunderts bestand Lengenfeld aus 17 Anwesen (4 je 11, 2 je 34, 9 je zu 12, 2 je 116 Hoffuß). Alleiniger Grundherr war das Kloster Waldsassen. Das Hirtenhäusel war in Gemeindebesitz. Das Hochgericht übte das kurbayerische Amt Waldsassen aus.[7]

Mit dem Gemeindeedikt wurde Lengenfeld dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Dörflas zugewiesen. 1819 entstand das Steuerdistrikt Lengenfeld. Zu diesem gehörten Manzenberg, Pfaffenreuth und Reutlas. Die im gleichen Jahr gebildete Ruralgemeinde Lengenfeld war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Waldsassen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Waldsassen (1919 in Finanzamt Waldsassen umbenannt).[8] Ab 1862 gehörte Lengenfeld zum Bezirksamt Tirschenreuth (1939 in Landkreis Tirschenreuth umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Waldsassen (1879 in das Amtsgericht Waldsassen umgewandelt). 1952 wurde die Gemeinde nach Lengenfeld b.Groschlattengrün umbenannt.[9] 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 17,160 km².[10] Am 30. Juni 1976 wurde Lengenfeld im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Lengenfeld wurde nach Waldershof eingemeindet, Manzenberg, Pfaffenreuth und Reutlas nach Marktredwitz.[11][12]

Baudenkmäler

In Lengenfeld gibt es ein Baudenkmal:[13]

  • Haus Nr. 25: Katholische Pfarrkirche St. Michael

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Lengenfeld gibt es zwei Bodendenkmäler.[13]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Lengenfeld

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 419 500 492 476 502 507 493 521 771 504 453 539 529 519 560 471 474 499 472 713 769 695 602 42
Häuser[14] 64 70 73 73 74 83 89 100
Quelle [8] [9] [9] [9] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [9] [22] [9] [23] [9] [24] [9] [9] [9] [25] [9] [10] [26]

Ort Lengenfeld

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 138 140 135 129 145 135 311 96 134 125
Häuser[14] 19 19 19 23 30 33 32
Quelle [8] [15] [17] [20] [22] [24] [25] [10] [26] [2]

Religion

Lengenfeld ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Sebastian (Waldershof) gepfarrt. Die Protestanten sind nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt.[8][10]

Literatur

Fußnoten

  1. a b Gemarkung Lengenfeld b.Groschlattengrün (094109). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 3. November 2025.
  2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 285 (Digitalisat).
  3. Stadt Waldershof, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. November 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 383.
  7. H. Sturm: Tirschenreuth, S. 295.
  8. a b c d H. Sturm: Tirschenreuth, S. 377f.
  9. a b c d e f g h i j k Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 126, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 621 (Digitalisat).
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  12. Waldershof > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 3. November 2025.
  13. a b Denkmalliste für Waldershof (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 785, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 121 (Digitalisat).
  17. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 967, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 47 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 133 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 925 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 132 (Digitalisat).
  22. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 967 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 132 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 984 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 843–844 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 143 (Digitalisat).