Korbersdorf

Korbersdorf
Große Kreisstadt Marktredwitz
Koordinaten: 50° 2′ N, 12° 8′ O
Höhe: 507 m ü. NHN
Fläche: 1,7 km²[1]
Einwohner: 70 (Jan. 2025)[2]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 95615
Vorwahl: 09233

Korbersdorf ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Korbersdorf hat eine Fläche von 1,699 km². Sie ist in 132 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12868,88 m² haben.[1] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Grafenstein.[4]

Geographie

Das Dorf liegt auf freier Flur am Peuntbach, einem linken Zufluss der Röslau. Unmittelbar östlich wird die Flur von einer Hochspannungsleitung durchschnitten. Die Kreisstraße WUN 14 führt zur Anschlussstelle 12 der Bundesautobahn 93 (1,8 km westlich) bzw. nach Seußen zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 303 (1,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße WUN 17 bei Grafenreuth (2,4 km nördlich) bzw. die A 93 unterquerend nach Lorenzreuth zur Kreisstraße WUN 20 (1,8 km südwestlich).[5]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1256 als Reichslehen „Curendorf“ erstmals urkundlich erwähnt.[6] Ziemlich bald danach war Korbendorf Besitz der Herren von Hertenberg. 1314 erhielt das Kloster Waldsassen von Tuto von Hertenberg zwei Höfe. Das Rittergut samt den Ort hatte über die Jahrhunderte elf Besitzerwechsel. Das Hochgericht übte kontinuierlich das brandenburg-kulmbachische Amt Arzberg aus. 1787 bestand Korbersdorf aus einem Rittergut mit Meierhof, sechs Gütlein und einem Hirtenhaus.[7]

Von 1797 bis 1810 unterstand Korbersdorf dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[8] Mit dem Gemeindeedikt wurde Korbersdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Seußen zugewiesen.[9] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Korbersdorf. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Thiersheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit war das Patrimonialgericht Korbersdorf zuständig. Ab 1862 gehörte Korbersdorf zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Thiersheim (1879 in das Amtsgericht Thiersheim umgewandelt). Ab 1932 ist das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 1,655 km².[10] Am 1. Januar 1975 wurde Korbersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.[11][12]

Ehemalige Baudenkmäler

  • Einige stattliche Bauernhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum Teil mit Fensterbrüstungsvorlagen, einer Art Lambrequins, in Putz aufgetragen etwa um 1820/30.[13]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025
Einwohner 70 102 111 112 107 98 109 111 116 102 106 97 105 95 105 93 90 97 82 118 104 102 89 75 61 70
Häuser[14] 14 16 16 16 15 15 15 16
Quelle [9] [15] [15] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [15] [23] [15] [24] [15] [25] [15] [15] [15] [26] [15] [10] [27] [28] [2]

Religion

Korbersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört heute zur Gustav-Adolf-Kirche (Seußen), die eine Filiale von St. Maria Magdalena (Arzberg) ist.[10]

Literatur

Fußnoten

  1. a b Gemarkung Korbersdorf (092096). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 3. November 2025.
  2. a b Informationen zu den Ortsteilen > Korbersdorf. In: marktredwitz.de. Abgerufen am 3. November 2025.
  3. Große Kreisstadt Marktredwitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. November 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 351.
  7. Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 171f.
  8. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 286 (Digitalisat).
  9. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 64 (Digitalisat).
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 740 (Digitalisat).
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  12. Marktredwitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 3. November 2025.
  13. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 155.
  14. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 158, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 963, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 151 (Digitalisat).
  18. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1136, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 59 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 170 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1077 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 170 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1138 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 170 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1175 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1007 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).