Röslau

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 58′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 571 m ü. NHN
Fläche: 29,83 km²
Einwohner: 1991 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95195
Vorwahl: 09238
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 145
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
95195 Röslau
Website: www.roeslau.de
Erster Bürgermeister: Heiko Tröger (CSU)
Lage der Gemeinde Röslau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Röslau ist eine Gemeinde an der Porzellanstraße im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie

Röslau liegt auf 569 m ü. NHN im Tal der Eger an der Kreuzung der Staatsstraßen 2177 und 2180 und ist geografischer Mittelpunkt des Fichtelgebirges.[2][3]

Gemeindegliederung

Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Das Pfarrdorf Oberröslau, die Dörfer Ludwigsfeld und Unterröslau und die Einöde Schafhaus zählen zum Gemeindeteil Röslau.

Es gibt die Gemarkungen Bödlas, Dürnberg, Grün, Neudes (Gemarkungsteil 2) und Oberröslau.[6] Röslau liegt teils in der Gemarkung Oberröslau, teils in der Gemarkung Grün.[7]

Geschichte

Bis zur Gemeindefusion

Der Ort Rößlein wurde erstmals 1398 im Lehensbuch des Nürnberger Burggrafen Johann III. genannt. 1419 wurde Heinz von Lüchau mit dem Herrensitz belehnt. 1467 kam der Ort an die Herren von Reitzenstein; 1488 ging das Lehen an Wilhelm von Schirnding, der in der Folge den größten Teil von Röslau als Lehen besaß.

1651 wurde das Lehen Oberröslau Philipp von Waldenfels zugesprochen. 1754 erfolgte eine Teilung des Rittergutes Oberröslau, und Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in bürgerlichen Besitz.

1826 entstand der Ort Ludwigsfeld, der im Jahre 1925 nach Oberröslau eingemeindet wurde.[8] Durch den Bau der Fichtelgebirgsbahn 1875–1877 siedelten sich bedeutende Industrien an. Von 1907 bis 2000 lag hier der Stammsitz des Porzellanherstellers Gebr. Winterling, und seit 1882 bis heute ist die Marke „Röslau“ ein Begriff für Musiksaiten (vor allem Klaviersaiten) und Federdraht.

Die Gemeinde Dürnberg wurde 1956 nach Oberröslau eingemeindet. Im Jahr 1963 wurde der Name der Gemeinde Grün amtlich in Unterröslau geändert.[8] Am 1. Januar 1966 erfolgte die freiwillige Zusammenlegung der Gemeinden Oberröslau und Unterröslau. Am 1. Mai 1967 wurde die Gemeinde Oberröslau nach Röslau umbenannt.[9]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Neudes eingegliedert.[10]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 sank Röslaus Einwohnerzahl von 2734 auf 2146 um 588 Einwohner bzw. um 21,5 %.

Gemeinde Röslau

Jahr 1970 1987 2007 2010 2013 2016 2019 2022
Einwohner 3323 2764 2381 2266 2197 2127 2126 2076
Häuser[11] 612 736 736 750 752
Quelle [12] [13] [14] [14] [14] [14] [15] [15]

Ort Röslau

Jahr 1970 1987
Einwohner 2854 2319
Häuser[11] 604
Quelle [12] [13]

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Heiko Tröger (CSU), der sich bei der Wahl am 8. Oktober 2023 mit 62,38 % gegen den Amtsinhaber und einen weiteren Kandidaten durchsetzte. Sein unterlegener Vorgänger Torsten Gebhardt (SPD) erreichte 32,32 %.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern (Wahlperiode 2020–2026):

Insgesamt 15 Sitze

Wahlperiode 2014–2020

Wappen und Flagge

Wappen
Blasonierung: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein steigendes silbernes Einhorn.“[16]
Wappenbegründung: Seit 1967 führt Röslau dasselbe Wappen, das Oberröslau im Jahre 1928 erhielt. Die ehemalige Herrschaft der Herren von Waldenfels wird durch das Einhorn symbolisiert; der Dreiberg verweist auf die Lage im Fichtelgebirge.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-blau-gelb gestreift mit aufgelegtem Wappen.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Röslau ist Sitz der Stahl- und Drahtwerk Röslau GmbH, eines Herstellers von Federstahldraht und Marktführer von Musiksaiten für Flügel und Klaviere.[20] Im Jahr 2001 wurde die Firma Druckfederntechnik Röslau (DFTR) in Gebäuden der ehemaligen Porzellanfabrik der Gebr. Winterling gegründet, sie ist eine Niederlassung der Scherdel GmbH und beschäftigt derzeit über 200 Mitarbeiter.[21]

Windpark

2017 errichtete der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind in Röslau einen aus drei Anlagen des Typs GE Wind Energy 2.75-120 bestehenden Windpark mit jeweils 139 Meter Nabenhöhe und 2,75 Megawatt Nennleistung.[22] Während der Bauarbeiten siedelte sich im Umfeld des Windparks ein Seeadlerpärchen an. In der ARD-Sendung W wie Wissen vom 3. September 2016 wurde unter dem Titel „Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse?“ kritisiert, dass der Windpark Rotmilane und seltene Seeadler gefährde.[23] Bereits im April 2016 hatten der BUND[24] und der Landesbund für Vogelschutz darauf aufmerksam gemacht: „Windpark Röslau bedroht ersten oberfränkischen Seeadler“ und solle deshalb nicht weiter gebaut werden.[25] Nach einem kurzen Baustopp nahm das Unternehmen trotz Anwesenheit der Seeadler den Bau des Windparks im August 2016 wieder auf.

Verkehr

Der Haltepunkt Röslau befindet sich an der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Die Staatsstraße 2177 führt über Brücklas nach Wunsiedel (5,1 km südlich) bzw. über Neudes nach Marktleuthen (5,2 km nördlich). Die Staatsstraße 2180 führt über Franken nach Bad Weißenstadt (7 km westlich) bzw. über Bernstein zur Anschlussstelle 11 der Bundesautobahn 93 (9 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Reicholdsgrün (4,8 km nördlich).[2]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 552 f.
  • Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 187–188.
Commons: Röslau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Röslau – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. a b Topographische Karte 1:50.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  3. D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 551.
  4. Gemeinde Röslau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. März 2021.
  5. Gemeinde Röslau, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  6. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  7. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Oktober 2025.
  8. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 598.
  9. Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 188.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  11. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1987 bis 2022 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  12. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).
  13. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).
  14. a b c d LfStat: Röslau: Amtliche Statistik 2017. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 22. Oktober 2025.
  15. a b LfStat: Röslau: Amtliche Statistik 2023. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 22. Oktober 2025.
  16. Wappen von Röslau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  17. Röslau. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
  18. Zwölfgipfelblick: http://bayern-fichtelgebirge.de/hochebene/6.htm?6
  19. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 190.
  20. http://www.pianos.de/de/mitglieder/index.php?id=31
  21. https://www.northdata.de/Scherdel+Druckfederntechnik+Röslau+GmbH+%26+Co.+KG,+Marktredwitz/Amtsgericht+Hof+HRA+3713
  22. Referenzliste ABO Wind. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. August 2017; abgerufen am 9. August 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abo-wind.com
  23. In der ARD-Mediathek vorübergehend abrufbar: http://www.ardmediathek.de/tv/W-wie-Wissen/Wie-gef%C3%A4hrlich-sind-Windkraftanlagen-f%C3%BCr/Das-Erste/Video?bcastId=427262&documentId=37504746, aufgerufen am 15. November 2016
  24. Seeadler brüten im Landkreis Wunsiedel – BUND Naturschutz in Bayern e. V. In: www.wunsiedel.bund-naturschutz.de. Abgerufen am 15. Januar 2017.
  25. Pressemitteilung vom 3. April 2016: Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lbv.de, aufgerufen am 15. November 2016