Neudes
Neudes Stadt Marktleuthen
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|---|---|
| Koordinaten: | 50° 6′ N, 12° 0′ O |
| Höhe: | 563 m ü. NHN |
| Einwohner: | 46 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 95168 |
| Vorwahl: | 09285 |
Neudes ist ein Gemeindeteil der Stadt Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Neudes liegt auf den Gemeindegebieten von Höchstädt im Fichtelgebirge, Marktleuthen und Röslau. Sie hat eine Fläche von 15,412 km². Sie ist in 1742 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurfläche von 8847,33 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Holzmühl, Oberwoltersgrün, Rauschensteig, Rosenhof, Rügersgrün und Unterwoltersgrün.[4]
Geographie
Das Dorf liegt östlich der Eger noch in dessen Talauen. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Staatsstraße 2177 führt nach Röslau (2,5 km südwestlich) bzw. nach Marktleuthen (3,2 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Holzmühl (1,7 km östlich). Die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau verläuft parallel zur St 2177.[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1368 als „Neydessen“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf war ursprünglich dem Reich. 1386 verkaufte Johann von Nothaft zu Thierstein „Nedezzen im gerichte zu Lewthen“ an die Wunsiedler Bürger Friedrich Stieber, Hans Hollant und Jacob Tüllingen.[6] 1443 gelangte es nach weiteren Transaktionen schließlich an Bürgermeister und Rat zu Wunsiedel. Sie sollten Abgaben für eine Messe in St. Veit zugutekommen lassen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Grundherrschaft über sämtliche Anwesen übte das brandenburg-kulmbachische Sechsamt Wunsiedel aus. 1499 bestand Neudes aus acht Ganzhöfen; ebenso viele Höfe hatte Neudes im Jahr 1787.[7]
Von 1797 bis 1810 unterstand Neudes dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[8] Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Neudes gebildet.[9] Zu diesem gehörten Holzmühl, Oberwoltersgrün, Rauschensteig, Rosenhof, Rügersgrün und Unterwoltersgrün. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Neudes, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kirchenlamitz und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt).[7] Ab 1862 gehörte Neudes zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Kirchenlamitz (1879 in das Amtsgericht Kirchenlamitz umgewandelt). Ab 1959 war das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 15,405 km².[10] Am 31. Dezember 1977 wurde die Gemeinde Neudes im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Holzmühl und Neudes wurden nach Marktleuthen eingegliedert, Oberwoltersgrün, Rauschensteig, Rosenhuf und Unterwoltersgrün kam an die Gemeinde Röslau und Rügersgrün an die Gemeinde Höchstädt im Fichtelgebirge.[11][12]
Das Archiv der ehemaligen Gemeinde Neudes befindet sich deshalb heute in der Obhut der Gemeinde Röslau.[13]
Baudenkmäler
In Neudes gibt es vier Baudenkmäler:[14]
- Haus Nr. 4, 5, 8: Bauernhäuser
- Haus Nr. 11: Kommunhaus mit Milch-Kühlkammern
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Neudes
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 533 | 566 | 584 | 580 | 611 | 598 | 541 | 654 | 571 | 520 | 478 | 490 | 465 | 494 | 454 | 435 | 429 | 394 | 361 | 638 | 597 | 539 | 348 | 295 |
| Häuser[15] | 83 | 86 | 88 | 88 | 84 | 77 | 76 | 76 | ||||||||||||||||
| Quelle | [7] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [27] | [16] | [10] | [28] |
Ort Neudes
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 69 | 102 | 93 | 89 | 78 | 85 | 104 | 57 | 40 | 46 |
| Häuser[15] | 13 | 13 | 13 | 12 | 12 | 11 | ||||
| Quelle | [9] | [17] | [19] | [22] | [24] | [26] | [27] | [10] | [28] | [1] |
Religion
Neudes ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Marktleuthen) gepfarrt.[29] Die Katholiken sind nach St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[10]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Naides. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 701 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 456 f.
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 180.
- Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 201–203.
- Rainer H. Schmeissner: Neudes - ein Ort im Sechsämterland : eine kleine Chronik in Wort und Bild. Regensburg 1997, DNB 954843207.
Weblinks
- Neudes. In: marktleuthen.de. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
- Neudes in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- Neudes in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- Neudes im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 20. Oktober 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).
- ↑ Stadt Marktleuthen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 19. Dezember 2024.
- ↑ Gemarkung Neudes (092034). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 201.
- ↑ a b c Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 180.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 287 (Digitalisat).
- ↑ a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 81 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 740 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Marktleuthen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Neudes. Abgerufen am 12. November 2024.
- ↑ Denkmalliste für Marktleuthen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 158, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 961, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 151 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 58 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 169 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1074 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 170 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1135 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 170 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1172 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1007–1008 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 701.