Nagel (Fichtelgebirge)

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 55′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Tröstau
Höhe: 593 m ü. NHN
Fläche: 7,78 km²
Einwohner: 1655 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95697
Vorwahl: 09236
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 138
Gemeindegliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wunsiedler Str. 25
95697 Nagel
Website: www.erholungsort-nagel.de
Erster Bürgermeister: Helmut Voit (CSU)
Lage der Gemeinde Nagel im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Nagel (fränkisch oder oberpfälzerisch Nogl) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Der gleichnamige Hauptort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie

Nagel liegt an der Südseite des inneren Fichtelgebirges zwischen Kösseine und Hoher Matze und bildet dort den südlichen Eckpfeiler.[2] Die Gregnitz durchfließt den Ort, der an der Staatsstraße 2665 TröstauKemnath liegt.

Gemeindegliederung

Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Nagel (Gemarkungsteil 0).[5] Sie hat eine Fläche von 9,099 km² und ist in 2384 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3816,53 m² haben.[6] In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile von Nagel zuzüglich des Tröstauer Gemeindeteils Fahrenbach.[7]

Geschichte

Nagel wurde erstmals um 1200 in einem Zehentverzeichnis des Klosters Reichenbach am Regen erwähnt. Das heutige Gemeindegebiet gehörte ab dem 13. Jahrhundert den Herzögen von Bayern und kam 1329 zur pfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach. In einem Grenzvertrag von 1536 wurde das Gebiet um Nagel in zwei Teile geteilt. Der größere Teil gehörte seitdem zu Pfalz-Bayern, der kleinere mit dem halben Dorf Reichenbach, einem heutigen Gemeindeteil, zum Markgraftum Bayreuth. 1803 kam das ganze Dorf an das preußische Fürstentum Bayreuth. 1810 wurde das Gemeindegebiet bayerisch.

Einwohnerentwicklung

Die Gemeinde Nagel hatte zum Stichtag 31. Dezember 1960 noch 2089 Einwohner. Ab dem Jahr 2000 (2009 Einwohner zum 31. Dezember 2000) reduzierte sich die Einwohnerzahl deutlich auf lediglich 1692 im Jahr 2019. Dies entspricht einem Bevölkerungsrückgang von knapp 20 %.[8][9]

Politik

Dem Gemeinderat gehören nach der Wahl von 2020 einschließlich des Ersten Bürgermeisters 13 Mitglieder an:[10]

Theo Bauer (CSU) war von September 1994 bis April 2020 Erster Bürgermeister. Seit dem 1. Mai 2020 ist nun Helmut Voit (CSU) Erster Bürgermeister.[11]

Verwaltung

Die Gemeinde ist ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Tröstau.

Wappen

Blasonierung:Gespalten von Schwarz und Blau durch einen goldenen Nagel, der auf der mittleren Kuppe eines dreiteiligen goldenen Berges steht; vorne eine silberne Fichte, hinten schwebend ein silberner Rohrkolben mit zwei abhängenden Blättern.“[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Heiligenfigur

  • Katholische Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin
1894/95 erbaut, 1986 renoviert; mit spätgotischer Holzfigur Madonna mit Kind von 1470; Kreuzigungsgruppe hinter dem Altar, Rosenkranzkönigin am Chorbogen
  • Dreifaltigkeitskirche
(Alte Kirche); urkundlich 1740 genannt, später erweitert; Spätbarock, sehenswerte Innenausstattung
  • St.-Nepomuk-Figur
auf der Gregnitzbrücke; um 1773

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Freizeitgestaltung

Nördlich der Gemeinde befindet sich der Nagler See. An dessen Ufer befindet sich eine Kneippanlage; an bestimmten Stellen kann gefischt werden.

„Das Teutsche Paradeiß“ ist ein Wanderweg um Nagel, der sich in drei Strecken aufteilt, Besuchern die Natur näher bringen soll und durch sämtliche Ortsteile führt. Er wird vom Fichtelgebirgsverein betreut und wurde unter anderem aus Mitteln der Europäischen Union finanziert.[13]

Sehenswert sind im „Kräuterdorf Nagel“ der Duft- und Schmetterlingsgarten, der Zeit- und Erlebnisgarten und das Haus der Kräuter.[14][15][16]

Persönlichkeiten

  • Ludwig Zier (* 1955), Schachspieler und Turnierorganisator

Literatur

  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 454–447.
  • Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 179–180.
  • Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 191–201.
Commons: Nagel (Fichtelgebirge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Karte des Fichtelgebirges mit eingezeichnetem Nagel
  3. Gemeinde Nagel in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. März 2021.
  4. Gemeinde Nagel, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  5. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  6. Gemarkung Nagel (092064). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 7. November 2025.
  7. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. November 2025.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik: Bayerisches Landesamt für Statistik – GENESIS-Online. 2. September 2020, abgerufen am 2. September 2020.
  9. Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen am 2. September 2020.
  10. Verwaltungsgemeinschaft Tröstau
  11. Gemeinderat. Gemeinde Nagel, abgerufen am 27. September 2020.
  12. Wappen von Nagel in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. Karte des Wanderpfades „Das Teutsche Paradeiß“Das Teutsche Paradeiß (Hauptweg). In: Naturpark Fichtelgebirge Bayern. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  14. Natur- und Kräuterdorfverein Nagel e. V.: Kräuterdorf Nagel, abgerufen am 22. März 2020.
  15. Erlebnisdörfer: Kräuterdorf Nagel, abgerufen am 22. März 2020.
  16. Enrico Santifaller: Aktuelle Architektur in Oberfranken 2. Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2016, S. 24–25, ISBN 978-3-943242-60-7.