Unterröslau

Unterröslau
Gemeinde Röslau
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 59′ O
Höhe: 572 m ü. NHN
Postleitzahl: 95195
Vorwahl: 09238

Unterröslau ist ein Wohnplatz der Gemeinde Röslau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Unterröslau liegt in der Gemarkung Grün.[1]

Geographie

Das Dorf Unterröslau liegt südlich der Eger und bildet mit dem Pfarrdorf Oberröslau den Gemeindeteil Röslau. Die Staatsstraße 2177 führt nach Brücklas (1,2 km südlich) bzw. nach Neudes (2,5 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2180 führt nach Grün (1,2 km westlich) bzw. nach Rauschensteig (2,7 km östlich).[2]

Geschichte

Der Ort wurde 1471 als „Unter Rössla“ erstmals urkundlich erwähnt.[3] 1499 bestand Unterröslau aus einem Schloss, zehn Höfen, einer Mühle und einem Gemeindehirtenhaus. Das Rittergut Unterröslau der Herren von Schirnding zu Röthenbach war Dorf- und Grundherr des Ortes. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Sechsamt Wunsiedel aus. 1787 bestand Unterröslau aus 1 Mahlmühle, 2 Ganzhöfe, 15 Halbhöfe, 1 Gemeindehirtenhaus und 1 Tropfhaus mit Taverngerechtigkeit.[4]

Von 1797 bis 1810 unterstand Unterröslau dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[5] Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Röslau zugeordnet.[6] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Grün (1963 in Unterröslau umbenannt). Am 1. Januar 1966 wurde Unterröslau nach Oberröslau eingegliedert.[7][8] Am 1. Mai 1967 wurde Oberröslau nach Röslau umbenannt.[9]

Ehemalige Baudenkmäler

  • Haus Nr. 14: Langgestrecktes, eingeschossiges Haus, Wohnteil und Stallung unter einem First. Satteldach; auf der südlichen Langseite ganz mit großen Schindeln gedeckt, auf der Nordseite mit Stroh, jedoch alle Kanten geschindelt; am Giebel gegen Osten oberhalb der Mittelpfetten etwas vorgezogen. Der Oberteil des Ostgiebels mit Brettern verschalt. Gesamtanlage wohl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. – 1950 abgebrochen.[10]
  • Nördlich am Haus Nr. 14 ein ehemaliger Getreidekasten.[10]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001784 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961
Einwohner 107 103 150 140 166 218 435 651 1070
Häuser[11] 19 22 30 55 77 138
Quelle [12] [6] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19]

Religion

Unterröslau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Röslau) gepfarrt. Die Katholiken sind nach gepfarrt St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[19] 1950/51 wurde nach den Plänen des Architekten Richard Dagostin die Kirche Heilige Dreifaltigkeit, einer Filiale von Marktleuthen, errichtet.[20]

Literatur

Fußnoten

  1. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Oktober 2025.
  2. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  3. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 348.
  4. Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 187.
  5. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 288 (Digitalisat).
  6. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 129 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, DNB 920240593, OCLC 75242522, S. 98, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 8).
  8. Röslau > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 20. Oktober 2025.
  9. Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 188.
  10. a b J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 350. Denkmalschutz aufgehoben, ursprüngliche Hausnummerierung.
  11. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1784 werden diese als Häuser bezeichnet und von 1885 bis 1961 als Wohngebäude.
  12. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 349.
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 960, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1133, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1073 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1171 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1005 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 742 (Digitalisat).
  20. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 350.