Oberröslau
Oberröslau Gemeinde Röslau
| |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 5′ N, 11° 58′ O |
| Höhe: | 569 m ü. NHN |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1966 |
| Postleitzahl: | 95195 |
| Vorwahl: | 09238 |
Oberröslau ist ein Wohnplatz der Gemeinde Röslau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Oberröslau liegt in der Gemarkung Oberröslau.[1]
Geographie
Das Pfarrdorf Oberröslau liegt nördlich der Eger und bildet mit dem Dörfern Unterröslau im Süden und Ludwigsfeld im Westen den Gemeindeteil Röslau. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Unterröslau zur Staatsstraße 2177 (0,3 km südöstlich) bzw. nach Thusmühle (1 km westlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Reicholdsgrün (4,4 km nördlich).[2]
Geschichte
Oberröslau wurde 1398 erstmals urkundlich erwähnt.[3] 1499 bestand der Ort aus 1 Schloss, 12 Höfen, 1 wüstes Gut, 1 Badstube und 1 Gemeindehirtenhaus. Der Ort hatte Marktrecht. Das Rittergut Oberröslau der Herren von Schirnding zu Röthenbach war Dorf- und Grundherr des Ortes. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Sechsamt Wunsiedel aus. 1787 bestand Oberröslau aus 1 Schloss mit Brauerei, 1 Kirche, 1 Pfarrhof, 1 Schäferei, 4 Ganzhöfe, 4 Gütlein, 8 Herbergen und 40 Tropfhäuser.[4] Die Baumwollweberei spielte im 18. Jahrhundert eine große Rolle.[5]
Von 1797 bis 1810 unterstand Oberröslau dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[6] Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Röslau zugeordnet.[7] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberröslau, zu der Schafhaus gehörte. Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf dem Gemeindegebiet die Siedlung Bödlas (Oberröslau). 1925 wurde Ludwigsfeld eingemeindet, 1956 Dürnberg mit Bödlas (Dürnberg) und Thusmühle. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 9,170 km².[8] Am 1. Januar 1966 wurde Oberröslau in die neu gebildete Gemeinde Röslau eingegliedert.[9][10]
Baudenkmäler
In Oberröslau gibt es elf Baudenkmäler:[11]
- Dürnberger Straße 2: Hirtenhaus
- Hauptstraße 16: Gasthof
- Ludwigsfelder Straße 1: Wohnstallhaus
- Ludwigsfelder Straße 4: St. Johannis, evangelisch-lutherische Pfarrkirche
- Ludwigsfelder Straße 7: Pfarrhaus
- Marktplatz 1: Rathaus
- Marktplatz 6: Ehemaliges Schloss
- Neue Straße 9: Villa
- Kellergasse mit ehemals 39 Felsenkellern
- Ein-Mann-Beobachtungsbunker
- Schafhaus
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Oberröslau gibt es zwei Bodendenkmäler.[11]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Oberröslau
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 609 | 854 | 897 | 897 | 901 | 951 | 993 | 1211 | 990 | 971 | 905 | 924 | 970 | 973 | 1125 | 1177 | 1472 | 1542 | 1540 | 1655 | 1725 | 1699 | 2005 |
| Häuser[12] | 112 | 105 | 104 | 106 | 180 | 261 | 352 | ||||||||||||||||
| Quelle | [7] | [13] | [13] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [13] | [21] | [13] | [22] | [13] | [23] | [13] | [13] | [13] | [24] | [13] | [8] |
Ort Oberröslau
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 609 | 888 | 986 | 956 | 945 | 1222 | *1725 | 1781 |
| Häuser[12] | 102 | 103 | 142 | *261 | 313 | |||
| Quelle | [7] | [14] | [16] | [19] | [21] | [23] | [24] | [8] |
Religion
Oberröslau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Johannis. Die Katholiken sind nach gepfarrt St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[8]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Oberrößla. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 214–215 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Ober-Rößlau. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 280 (Digitalisat).
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 187–188.
- Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 205–222.
- Pleikard Joseph Stumpf: Oberröslau. In: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Zweiter Theil. München 1853, OCLC 643829991, S. 600 (Digitalisat).
Weblinks
- Oberröslau in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- Oberröslau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 20. Oktober 2025.
Fußnoten
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 221f.
- ↑ Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 187.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 216.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 287 (Digitalisat).
- ↑ a b c A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 88 (Digitalisat).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 741 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, DNB 920240593, OCLC 75242522, S. 98, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 8).
- ↑ Röslau > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Röslau (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1961 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 159, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 961, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 151 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 58 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 169 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1074 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 170 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1135 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 170 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1172 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1008 (Digitalisat).