Infanterie-Offizierssäbel M.61

Infanterie-Offizierssäbel M.61
Angaben
Waffenart: Säbel
Bezeichnungen: Infanterie-Offizierssäbel M.61
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: 1861
Einsatzzeit: 1861 – 1918
Ursprungsregion/
Urheber:
Österreich-Ungarn
Gesamtlänge: 1035 mm
Klingenlänge: 863 mm
Klingenbreite: 27 mm
Klingenstärke: 8 mm
Gewicht: 800 g (Säbel)
510 g (Scheide)
1138 g (gesamt)
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Der Infanterie-Offizierssäbel M.61 war eine Hieb- und Stichwaffe für Offiziere der österreich-ungarischen Armee.

Geschichte

Da sich die Offiziere der k. u. k. Armee ihre Ausrüstungs- und Uniformstücke selbst beschaffen mussten, gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Ausrüstungsgegenständen der verschiedensten Firmen und Lieferanten. Somit ist es nicht verwunderlich, wenn kaum ein Säbel dem anderen gleicht. Dem Träger stand es frei, die künstlerische Gestaltung nach dem persönlichen Geschmack und dem verfügbaren Geld verzieren zu lassen. Dazu zählten Gravuren, Ätzungen und detaillierte Verschönerungen des Griffs. Dennoch glichen sie sich durch wenige Vorgaben in der Grundform der Klinge und des Griffs, woraus der Infanterie-Offizierssäbel entstand. Erst lange nach seiner Systemisierung erhielt der Offizierssäbel eine Jahreszahl und wurde dann als Infanterie-Offizierssäbel Muster 1861 oder Infanterie-Offizierssäbel M.61 bezeichnet.[1]

Produktion

Die Infanterie-Offizierssäbel M.61 wurden von verschiedenen Firmen produziert. Darunter zählten unter anderem:

Technische Daten

Der Infanterie-Offizierssäbel M.61 besteht aus drei Hauptteilen. Dazu gehören die Klinge, das Gefäß und die Scheide. Die Klinge ist mittels einer Angel im Gefäß befestigt. Sie ist mäßig gekrümmt und in der Nähe der Spritze zweischneidig. Auf beiden Flachseiten ist sie mit einem Hohlschliff versehen. Sie wurde geschmiedet und bestand aus vernickelten Federstahl.[2][1]

Das Gefäß dient zum Ergreifen und Führen des Säbels sowie zum Schutz der Faust um das Gefäß und erinnerte stark an den Offizierssäbel M.50. Sie besteht aus dem Säbelkreuz mit Stichblatt, Bügel und Knopf[2], der Kappe mit Griffring und dem Griff mit Nietplättchen. Das Stichblatt ist beim Klingenansatz mäßig gewölbt und besitzt hinter der Klinge zur Anbringung des Portepees zwei rechteckige Durchbrechungen. Der Griff ist aus Holz gefertigt, mit einer schwarzen Fischhaut oder schwarzem Kalbsleder überzogen und mit versilberten Drähten abgebunden.[3][1]

Die Scheide dient zum Schutz der Säbelklinge und ist der Form der Klinge nachempfunden. Das untere Ende verfügt über ein Schleifeisen zum Schärfen der Klinge. Am oberen Ende befindet sich ein Mundstück, welches den Säbel in der Scheide hält. Weiterhin verfügt die Scheide zum Einhängen in die Säbelkuppel ein oberes und unteres Trageband. Im Inneren der Scheide sind zwei Holzspäne eingesetzt.[3] Diese dienen zum Ausfüllen der leeren Räume an den Breitseiten der Klinge sowie zum Festhalten.[4]

Um den Säbel zu reinigen, durfte der Infanterie-Offizierssäbel M.61 nicht zerlegt werden. Benutzt wurden Werg, Leinen- oder Baumwolllappen, Petroleum, Baumöl und Waffenfett. Eine Nutzung anderer Mittel war nicht gestattet.[5]

Einsatz

Der Infanterie-Offizierssäbel M.61 war grundsätzlich für Dienstränge vom Kadett-Offiziersstellvertreter, beziehungsweise Fähnrich aufwärts vorgesehen. Ab dem Jahr 1887 wurden auch die dienstführenden Feldwebel der Infanterie und Oberjäger mit diesem Offizierssäbel bewaffnet.[1]

Als einer der bekannten Träger des Infanterie-Offizierssäbel M.61 war der Erzherzog Carl Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Otto Maria von Österreich, später Kaiser Karl I. Sein Säbel verfügte über keinerlei Verzierungen. Lediglich war in der Klinge der Lieferant Carl Grasser Hof-Waffenfabrikant Wien und der Klingenhersteller Weyersberg & Stamm Solingen eingraviert.[6] Dieser Säbel kann heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien betrachtet werden.

Literatur

  • Reichskriegsministerium: G-7b, Beschreibung der blanken Waffen des k. und k. Heeres. k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1902, ISBN 3-9501642-2-7.
  • M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003.

Einzelnachweise

  1. a b c d M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 136.
  2. a b Reichskriegsministerium: G-7b, Beschreibung der blanken Waffen des k. und k. Heeres. 1902, S. 1.
  3. a b Reichskriegsministerium: G-7b, Beschreibung der blanken Waffen des k. und k. Heeres. 1902, S. 2.
  4. Reichskriegsministerium: G-7b, Beschreibung der blanken Waffen des k. und k. Heeres. 1902, S. 3.
  5. Reichskriegsministerium: G-7b, Beschreibung der blanken Waffen des k. und k. Heeres. 1902, S. 12.
  6. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 137.