Infanterie-Offizierssäbel M.49

Infanterie-Offizierssäbel M.49
Angaben
Waffenart: Säbel
Bezeichnungen: Infanterie-Offizierssäbel M.49
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: 1849
Ursprungsregion/
Urheber:
Österreich-Ungarn
Gesamtlänge: 998 mm
Klingenlänge: 836 mm
Klingenbreite: 29 mm
Gewicht: 1315 g (mit Scheide)
Griffstück: Bügelgefäß
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Der Infanterie-Offizierssäbel M.49 oder Infanterie-Offizierssäbel Muster 1849 ist eine Hieb- und Stichwaffe für Offiziere der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.

Geschichte

Durch die gesammelten Erfahrungen mit den bisher eingeführten Säbeln zeigten, dass neben dem Schutz der Hand beim Führen des Säbels auch der Tragkomfort gewährleistet werden muss. Die vorherigen Säbel verfügten entweder über einen sehr guten und breiten Handschutz, was aber zulasten des Tragekomforts im alltäglichen Dienst führte. Wurde der Handschutz verschmälert und somit der Tragkomfort erhöht, ging dies wiederum zu Lasten des Schutzes für die Hand. Somit begann das Offizierskorps eigenständig mit Versuchen, beides in Einklang zu bringen. Das Offizierskorps fügte dem Bügel einen gefederten Springbügel hinzu, welcher bei Bedarf ausgeklappt werden konnte. Diese Veränderung fand im Offizierskorps großen Anklang, wurde aber weder vom Kaiser, noch durch die Heeresleitung offiziell normiert. Dennoch duldeten beide diese Veränderung am Infanterie-Offizierssäbel M.37, da dies zum Schutz des Trägers führte. Somit entstand der Infanterie-Offizierssäbel M.49.[1]

Technische Daten

Die drei Hauptkomponenten des Säbels waren das Gefäß, die Klinge und die Scheide. Die Gesamtlänge des Säbels betrug 998 mm bei einem Gesamtgewicht mit Scheide von 1315 g.[1]

Die Klinge hatte grundsätzlich eine Länge von 836 mm und eine Breite von 29 mm. Da er jedoch nicht offiziell normiert wurde und die Offiziere sich die Säbel selber beschaffen musste, gab es eine Vielzahl verschiedener Ausführungen und Mischformen.[1]

Das Gefäß bestand aus Eisen und verfügte über einen Griff, einen Bügel und ein Klingenblatt. Das Aussehen wurde vom Husarenoffizierssäbel kopiert und für den eigenen Gebrauch angepasst. Auch der Griffbügel wurde abgeändert und erhielt eine besonders charakteristische S-Form mit gleichmäßigen Wellen.[1] Der zusätzliche Handschutz, der Springbügel, war im Tragezustand direkt vor dem normalen Bügel platziert. Er wurde durch eine U-förmige, um die Klinge gelegte Feder entweder im geöffneten oder geschlossenen Zustand gehalten. Durch betätigen dieser Feder sprang der zusätzliche Handschutz um 45 Winkelgrad herum und erhöhte damit den Schutz der Hand beim Führen der Waffe.[2]

Die Scheide besteht aus Eisen und ist von der Form her der Klinge nachempfunden.[1]

Einsatz

Getragen wurde der Infanterie-Offizierssäbel M.49 wurde vor allem ungarischen Offizieren der Linieninfanterie getragen. Auch einige Offiziere der ungarischen Husaren verfügten über den Säbel.[1]

Verbleib

Vom Infanterie-Offizierssäbel M.49 sind einige Exemplare erhalten geblieben. So gibt es in der Sammlung von Erich Artlieb einen Säbel, dessen Klinge aus Damast-Stahl besteht und auf dessen Klingenrückseite die Aufschrift Damasco Crivelli und P. Oschgaio eingraviert wurde. Auf der Griffkappe befindet sich eine siebenzackige Freiherr Krone mit dem Monogramm JRM.[2]

Ein weiterer Säbel stammt von Oberstleutnant Carl von Imhoff. Auf dem Medaillon an der Scheide wurden die Schlachten verewigt, an denen von Imhoff teilnahm. Dort eingraviert findet man 1850 Vercelli, Pallestro, Solferino, 1866 Venetien, 1878 Livno, Travnic, Bjelalovac. Die Klinge selber verfügt über zahlreiche florale Muster und Kriegsdekor. Auf der Außenseite ist der Doppeladler mit dem Namenszug FJ1 und dem Wahlspruch des Kaisers Viribus Unitis eingraviert. Auf der Innenseite der Klinge ist die Inschrift Das Leben dem Kaiser, die Ehre für uns zu finden.[3]

Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien gibt es ebenfalls einen Säbel nach diesem Muster.

Literatur

  • M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003, ISBN 3-9501642-2-7.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 104.
  2. a b M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 106.
  3. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 108.