Infanterie-Offizierssäbel M.50
| Infanterie-Offizierssäbel M.50 | |
|---|---|
| Angaben | |
| Waffenart: | Säbel |
| Bezeichnungen: | Infanterie-Offizierssäbel M.50 |
| Verwendung: | militärische Waffe |
| Entstehungszeit: | 1850 |
| Ursprungsregion/ Urheber: |
Österreich-Ungarn |
| Gesamtlänge: | 996 mm |
| Klingenlänge: | 820 mm |
| Klingenbreite: | 29 mm |
| Gewicht: | 1125 g (mit Scheide) |
| Griffstück: | Bügelgefäß |
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Der Infanterie-Offizierssäbel M.50 oder Infanterie-Offizierssäbel Muster 1850 ist eine Hieb- und Stichwaffe für Offiziere der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.
Geschichte
Nachdem mit den Säbeln für Offiziere vor 1850 grobe Vorlagen geschaffen wurde, gelang es in diesem Jahr eine einheitliche Blankwaffe für die Offiziere der Infanterie zu schaffen. Dieser wurde sowohl in österreichischen, als auch in ungarischen Infanterieregimentern getragen. Ursprünglich war der Säbel ein Nebenprodukt der Beratungen bezüglich der Neuadjustierung der Kavallerie. Die Adjustierungs-Kommission war zur damaligen Zeit davon überzeugt, dass die vorherrschende Situation mit den unterschiedlichen Ausführungen und Versionen von Säbel, nicht tragbar war. Man wollte ein einheitliches Bild beim Auftreten der einzelnen Bataillone schaffen. Da der Säbelkampf eines Infanterieoffiziers immer mehr zu einer Seltenheit wurde, erachtete die Kommission einen aufwändigen Handschutz als nicht notwendig. Auch das Einbauen eines Springbügels erachtete sie als zu aufwendig und teuer.[1]
So entschied die Kommission, den bestehenden Infanterie-Offizierssäbel M.49 mit einem kleineren Stichblatt zu versehen und den Springbügel wegzulassen. Obwohl es kein Vorzeigemodell gab, genehmigte der Kaiser 1850 das Modell, wodurch es als Infanterie-Offizierssäbel M.50 eingeführt wurde. Mitte Dezember wurden die ersten Probeexemplare durch die Montur-Inspektion vorgelegt.[1]
Technische Daten
Die drei Hauptkomponenten des Säbels waren das Gefäß, die Klinge und die Scheide. Die Gesamtlänge betrug 996 mm und mit der Scheide wog der Säbel 1125 g.[1]
Das Gefäß ist ein Bügelgefäß und besteht aus Eisen. Der Griff hat mehrere Kerben, in denen Draht eingeflochten ist. Weiterhin hat er eine stählerne Kappe und einen einfachen Bügel. Der Bügel ist gleichmäßig und nur leicht gewellt. Das Stichblatt ist auf einer Seite zum Schutz der Hand nach oben gebogen und hat auf Höhe der Klinge die größte Breite.[1]
Die Klinge hat eine grundsätzliche Länge von 820 mm, eine Breite von 29 mm und ist leicht gekrümmt. Die Länge konnte jedoch, je nach Größe des Trägers, leicht variieren. War die Klinge am Anfang an der Spitze noch zweischneidig, wurde sie später zu einer einschneidigen Klinge mit einem beidseitigen Hohlschliff abgeändert.[1]
Die Scheide besteht aus Stahl und ist ähnlich der vom Infanterie-Offizierssäbel M.37. Sie hat buckelförmige Tragebänder und Einhängeringe mit siebenseitigen Kanten.[1]
Einsatz
Genutzt wurde der Infanterie-Offizierssäbel M.50 von sämtlichen Offizieren aller Infanterieregimentern. Damit war er der erste, wirkliche Einheitssäbel des Infanterie-Offizierskorps.[1]
Verbleib
Von diesem Säbel sind mehrere Exemplare erhalten geblieben. So befindet sich in der Sammlung von Erich Artlieb ein Säbel mit einer besonders geätzten Klinge. Auf der Außenseite hat sie einen Hohlschliff, auf der Innenseite ist sie doppelt gekehlt. Die geätzten Verzierungen in Form von Kriegsdekor und floralen Mustern, reichen bis zur Hälfte der Klinge. Der Ätzgrund ist hier feuervergoldet. Auf der Klinge befindet sich weiterhin die Signatur eine Klingenschmiedes aus Solingen P. D. Lüneschloss.[2]
Ein weiterer, besonderer Infanterie-Offizierssäbel M.50 aus der Sammlung, entstand aus einer osmanischen Beuteklinge. Dieser hat eine breitere Klinge mit einem T-förmigen Querschnitt, welcher zusätzliche Stabilität bietet. Die Klingenspitze hat eine besonders ausgeprägte Rückenschneide. Der Griff ist mit schwarzem Fischleder überzogen und in den Rillen befindet sich einfacher und gedrillter Draht.[3]
Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat einen ganz besonderen Infanterie-Offizierssäbel M.50 im Besitz. Äußerlich handelt es sich um einen ganz normalen Säbel, welcher jedoch im inneren ein Meisterstück der Büchsenmacherkunst ist. Auf kleinstem Raum befinden sich zwei Pistolenläufe, zwei Pistons, zwei Abzugsmechanismen und ein Abzug im etwas vergrößerten Holzgriff des Säbels. Der Abzugshebel wird durch den Griffring geführt und die Pistolenläufe feuern in Richtung Klingenspitze.[4]
Literatur
- M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003, ISBN 3-9501642-2-7.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 110.
- ↑ M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 113.
- ↑ M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 117.
- ↑ M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 121.