Infanterie-Offiziersdegen M.37

Infanterie-Offiziersdegen M.37
Angaben
Waffenart: Degen
Bezeichnungen: Infanterie-Offiziersdegen M.37
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: 1837
Ursprungsregion/
Urheber:
Österreich-Ungarn
Gesamtlänge: 1018 mm
Klingenlänge: 847 mm
Klingenbreite: 24 mm
Gewicht: 962 g (mit Scheide)
Griffstück: Bügelgefäß
Listen zum Thema

Der Infanterie-Offiziersdegen M.37 oder Infanterie-Offiziersdegen Muster 1837 ist eine Stichwaffe für Offiziere der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.

Geschichte

Der Offiziersdegen war, bis zur Einführung des Offizierssäbels, das wichtigste Standeszeichen des Offiziers der Infanterie. Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichsten Degen, begann man das erste Mal im Jahr 1798 mit Versuchen zur Standardisierung und Vereinheitlichung der Degen in der Armee. 1811 wurde der nächste Versuch unternommen und 1837 kam es zur endgültigen Standardisierung der Konstruktionsmerkmale des Degens.[1]

Zum ersten Mal erwähnt und umfassend dokumentiert wurde der Degen, zusammen mit dem Infanterie-Offizierssäbel M.37, in der Adjustierungsvorschrift von 1837.[1]

Technische Daten

Die drei Hauptkomponenten des Degens waren das Gefäß, die Klinge und die Scheide. Das Aussehen und der Aufbau wurde noch stark von den Vorgängermodellen Muster 1798 und Muster 1811 beeinflusst.[1]

Die Klinge hatte eine Länge von 847 mm und eine Breite von 24 mm. Sie hatte keine Krümmung und einen sechsseitigen Querschnitt. Anfangs war sie zweischneidig und erhielt später einen beidseitigen Hohlschliff und wurde einschneidig. Das Stichblatt ist zweiteilig und hatte die Form von zwei ovalen Schalen.[1]

Das Gefäß besteht aus Messing. Zusammen mit dem Griff ähnelten sie stark den Vorgängermodellen, waren jedoch deutlich filigraner und feiner ausgeführt.[1]

Die Scheide besteht aus schwarzem Leder. Die Spitze und das Mundstück sind mit feuervergoldeten Messing verstärkt.[1]

Einsatz

Ausgegeben wurde der Degen an die Offiziere der Linieninfanterie und Generäle, mit Ausnahme der Grenadiere.[1] Auch Offiziere der National-Grenzinfanterie, der Jäger, sowie Generale in ungarischer Uniform trugen den Degen. Er wurde vornehmlich zu weißen Parade- und Ausgehuniform zu Fuß und zu Pferd getragen.[2]

Trotz der Vorgaben in der Adjustierungsvorschrift, konnte dieser Degen in seinen Dimensionen und Ausführungen stark variieren. Dies resultierte aus der Nutzung und Anpassung älterer Degen oder auch durch den Umbau von erbeuteten, meist französischen, Klingen.[1]

Mit der Einführung des, für alle Infanterieregimenter vorgesehenen, Infanterie-Offizierssäbel M.50, wurde der Offiziersdegen aus der kaiserlichen Armee ausgemustert und verschwand aus den Beständen.[1]

Verbleib

Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat einen besonders verzierten Degen im Besitz. Die Unterseiten der Stichblätter sind mit den Namen der Offiziere eines Regimentsstabs versehen. Auch die Klinge ist mit vielen Verzierungen versehen.[3]

Literatur

  • M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003, ISBN 3-9501642-2-7.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 88.
  2. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 90.
  3. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 93.