Infanterie-Offizierssäbel M.37

Infanterie-Offizierssäbel M.37
Angaben
Waffenart: Säbel
Bezeichnungen: Infanterie-Offizierssäbel M.37
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: 1837
Ursprungsregion/
Urheber:
Österreich-Ungarn
Gesamtlänge: 1002 mm
Klingenlänge: 844 mm
Klingenbreite: 28 mm
Gewicht: 1055 g (gesamt)
Griffstück: Bügelgefäß
Listen zum Thema

Der Infanterie-Offizierssäbel M.37 oder Infanterie-Offizierssäbel Muster 1837 ist eine Hieb- und Stichwaffe für Offiziere der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.

Geschichte

Parallel zu der Entwicklung eines Einheitssäbels für die Mannschaften, dem Infanterie-Mannschaftssäbel M.36, arbeitete man an einen neuen und einheitlichen Säbel für Offiziere der Infanterie. Zur damaligen Zeit führten die Offiziere verschiedenste Modelle an Säbeln und Degen mit sich, was die Armeeführung ändern wollte. Somit begann man mit der Einführung des Infanterie-Offizierssäbel M.36, welcher erstmals in der Adjustierungsvorschrift von 1837 erwähnt und veröffentlicht wurde. Nach dieser Vorschrift sollten die Generäle zur weißen Ausgehuniform den Infanterie-Offiziersdegen M.37 tragen, im Feld und bei angelegter Campagne-Uniform den neuen Offizierssäbel. Auch das übrige Offizierskorps sollte, mit Ausnahme der deutschen Infanterie und Marine, mit dem neuen Säbel ausgestattet werden.[1]

Technische Daten

Die drei Hauptkomponenten des Säbels waren das Gefäß, die Klinge und die Scheide. Vom Aussehen her ähnelte der Infanterie-Offizierssäbel M.37 stark dem Infanterie-Mannschaftssäbel M.36. Der markanteste Unterschied bestand beim Offizierssäbel durch zwei, beidseitig der Parierstange und Oberhalb des Klingenansatzes angebrachte, herzförmige Klingenlappen.[1]

Die Parierstange endete auf der Klingenrückseite mit einer nach unten gerichteten Rolle und auf der Scheidenseite in einen Bügel. Dieser sah identisch aus mit dem vom Mannschaftssäbel und erinnerte in seiner Form an eine Vase. Alle Teile des Säbels bestehen aus Eisen sind poliert worden.[1]

Die Scheide besteht aus Eisen und nicht aus Leder wie beim Mannschaftssäbel. Für die beweglichen Tragringe wurde die Scheide mit buckelförmig ausgeführten Bändern versehen.[1]

Einige Säbel wurden aus Messing, beziehungsweise Messingmontierungen hergestellt, welche allerdings in keiner Vorschrift erwähnt werden. Der Grund hierfür war die Selbstbeschaffung von Säbeln, welche nach dem Geschmack des Trägers angepasst werden konnten.[1]

Einsatz

Ein großer Nachteil des Infanterie-Offizierssäbel M.37 bestand in der einfachen Konstruktion des Gefäßes und dem mangelhaften Schutz der Hand. Durch den sehr schmal gehaltenen Bügel wurde zwar ein hoher Grad an Tragekomfort erreicht, doch zulasten des Schutzes der Hand bei einem Gefecht. Aus diesem Grund wurden nach Lösungen gesucht und durch private Initiative Veränderungen am Gefäß vorgenommen. Dadurch kam es zur Schaffung des Infanterie-Offizierssäbel M.37/38 und Infanterie-Offizierssäbel M.49.[1]

Verbleib

In der Sammlung von Herrn Erich Artlieb sind mehrere Säbel erhalten geblieben. So gibt es ein Modell mit einer, bis zur Hälfte geätzten Klinge mit einem Kriegs- und Rankendekor. Zusätzlich ist der Griffbügel ausgebaucht, um den Schutz der Hand etwas zu erhöhen. An seiner breitesten Stelle verfügt er über drei Längsrillen.[2]

Ein weiterer Säbel verfügt über eine abgeflachte Griffkappe und die Angel über ein vernietetes Plättchen in Kegelstumpfform. Die Klingenlappen enden flacher und weisen einen Mittelgrad auf. Die Klinge ist bis zu Hälfte blau gefärbt und mit Ornamenten verziert. An der Außenseite befindet sich die Inschrift k. k. Hauptmann und an der Innenseite D. A. Hofdemel.[3]

Ein dritter, sehr gut erhaltene Säbel ist in Alpaka (Chinasilber/Neusilber) ausgeführt. Nachdem die Offiziere ihre Ausrüstung und auch Waffen selber beschaffen mussten, waren Sonderausführungen sehr beliebt, um sich damit von der Masse abzuheben. Je nach finanzieller Möglichkeit und Geschmack des Besitzers konnte man dem Säbel ein individuelles Aussehen verleihen.[4]

So ist ein Säbel als Geschenk an den damaligen noch Oberst Ignaz Malkowsky von Dammwalden der Jäger besonders verziert worden. Dieser Säbel besteht aus Damaszener Stahl und ist zum teil mit vergoldeten Kriegs- und Rankendekor verziert. Er trägt am Klingenansatz eine Wiener Radpunze von 1838 und besteht aus, mit Ausnahme der Klinge, aus 13-löthigem Silber. Auf der Außenseite trägt er die Inschrift Das Officiers Corps von Kaiser Jäger und auf der Innenseite seinem Obersten Ignatz Malkovsky Edler von Dammwalden im Jahre 1838.[5]

Eine besondere Sonderausführung kann im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien betrachtet werden. Dieser Säbel entspricht in der Form und den Dimensionen dem vorgeschriebenen Muster, allerdings sind hier die Eisenteile des Griffes und der Scheide mit tiefen, floralen Stahlsticharbeiten verziert. Das Schleifeisen am unteren Ende der Scheide hat hier die Form einer Schlange.[6]

Infanterie-Offizierssäbel M.37/38

Infanterie-Offizierssäbel M.37
Angaben
Waffenart: Säbel
Bezeichnungen: Infanterie-Offizierssäbel M.37/38
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: 1838
Ursprungsregion/
Urheber:
Österreich-Ungarn
Gesamtlänge: 986 mm
Klingenlänge: 821 mm
Klingenbreite: 42 mm
Gewicht: 1375 g (mit Scheide)
Griffstück: Bügelgefäß
Listen zum Thema

Der Infanterie-Offizierssäbel M.37/38 oder Infanterie-Offizierssäbel Muster 1837/38 ist eine Hieb- und Stichwaffe für Offiziere der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.

Geschichte

Veränderungen und Anpassungen an vorhandenen Blankwaffen waren in der österreich-ungarischen Armee keine Seltenheit. Diese wurden dann jedoch armeeübergreifend für sämtliche in Gebrauch stehende Blankwaffen normiert. So ist dies auch beim Infanterie-Offizierssäbel M.37/38 geschehen, welcher vom Infanterie-Offizierssäbel M.37 abstammte und durch die Träger in standardisierter Form angepasst wurde. Offiziell normiert in einer Adjustierungsvorschrift wurde diese Säbel jedoch nie.[7]

Technische Daten

Bei dieser Ausführung des Säbels handelt es sich um eine, von Truppenoffizieren selbstständig und durch lokale Anbieter im großen Maßstab vorgenommene, Veränderung des normierten Infanterie-Offizierssäbel M.37. Aufgrund des schmalen Bügels und der daraus resultierenden, mangelhaften Schutzfunktion des Griffstückes und der Hand, wurden hier Anpassungen vorgenommen. Um dem Träger einen verbesserten Schutz zu geben, wurde ein ovales Stichblatt mit Ausnehmungen für die Klinge und zwei herzförmigen Seitenlappen dem Säbel hinzugefügt. Das Stichblatt wurde klingenseitig auf die Parierstange aufgeschoben und mit zwei Schrauben an dieser fixiert.

Einsatz

Zwar nie offiziell normiert, war dieser Säbel in einer großen Stückzahl bei den Offizieren vorhanden. Die große Anzahl zeigt, dass diese Veränderung am Säbel von der Heeresverwaltung geduldet wurde.

Verbleib

Auch von diesem veränderten Säbel sind mehrere Exemplare erhalten geblieben. So gibt es im Militärhistorischen Museum Budapest einen Gedenksäbel von König Karl Albert Amadeus von Sardinien-Piemont. Am Oberteil des Bügels und am oberen Scheidenbuckelring verfügt der Säbel über Gravuren des königlichen Wappens. Sowohl am Griff, als auch auf der Griffkappe wurden die Initialen des Königs CA (Carlo Alberto) in Messing eingebracht.[8]

Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat einen Säbel aus dem Besitz von, damals noch Oberst, Ignáz Ritter von Legeditsch. Dies ist ebenfalls ein Gedenksäbel aus der Zeit, als von Legeditsch von 1835 bis 1841 Kommandant des Husarenregiments Nr. 8 war. Der Säbel ist teilweise aus Silber gefertigt. Auf dem silbernen Stichblatt sind an der Unterseite die Namen der Offiziere des Husarenregiments eingraviert. Die Beschläge sind ebenfalls aus Silber und mit reliefartigen Darstellungen von Kampfszenen versehen. Auf der Handseite der Klinge befinde sich die Inschrift Das Officiers-Corps des 8ten Husaren-Regiments Seinem Obersten Ignáz von Legeditsch.[9]

Literatur

  • M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003, ISBN 3-9501642-2-7.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 74.
  2. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 76.
  3. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 78.
  4. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 79.
  5. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 81.
  6. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 82.
  7. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 94.
  8. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 99.
  9. M Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. 2003, S. 100.