Infanterie-Mannschaftssäbel M.36
| Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 | |
|---|---|
| Angaben | |
| Waffenart: | Säbel |
| Bezeichnungen: | Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 |
| Verwendung: | militärische Waffe |
| Entstehungszeit: | 1836 |
| Ursprungsregion/ Urheber: |
Österreich-Ungarn |
| Gesamtlänge: | 794 mm |
| Klingenlänge: | 642 mm |
| Klingenbreite: | 40 mm |
| Gewicht: | 886 g (gesamt) |
| Griffstück: | Bügelgefäß |
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Der Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 oder Infanterie-Mannschaftssäbel Muster 1836 ist eine Hieb- und Stichwaffe für Mannschaften der Infanterie der österreich-ungarischen Armee.
Geschichte
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts war die Tendenz zur Vereinfachung und Reduzierung der Blankwaffen bei der Infanterie und deren Einsatz damit spürbar. Zu Beginn waren noch für alle Angehörigen der kämpfenden Infanterie, neben der Feuerwaffe, eine Blankwaffe vorgesehen. Nachdem jedoch die Füsiliere mit dem Bajonett über eine effiziente Waffe für den Nahkampf verfügten, war die Intention zur Bereitstellung der Mannschaften mit Säbeln, nicht mehr notwendig. Die alten Füsiliersäbel Muster 1765 und Füsiliersäbel Muster 1780/84 waren die letzten, allgemein zur Ausgabe gelangten Mannschaftssäbel der Infanterie. Mit der Reorganisation der Bewaffnung der kaiserlichen Armee ab 1798 fanden die einfachen Mannschaftssäbel keine Beachtung mehr.[1]
Lediglich bei den Grenadier-Bataillonen wurden sämtliche Angehörige weiterhin mit Säbeln ausgerüstet. Bei der Infanterie wurden nur noch die Unteroffiziere und Funktionsdienstgrade wie Tamboure mit dem Mannschaftssäbel ausgerüstet werden. Um die unzählige Anzahl an verschiedensten Säbeltypen zu vereinheitlichen, wurde 1824 zum ersten Mal ein Einheitssäbel eingeführt. Die Vorgaben für die Klingenausführung ähnelten sehr stark dem zur damaligen Zeit eingesetzten Husarensäbels. In den folgenden Jahren gab es mehrfach Modifikationen, welche im Juli 1836 zu einen neuen Einheitssäbel für Füsiliere und Grenadiere führten, dem Infanterie-Mannschaftssäbel M.36.[1]
Technische Daten
Der Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 besteht aus drei Hauptkomponenten, dem Gefäß, der Klinge und der Scheide. Eine besondere Charakteristik des Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 ist der von der Parierstange aufwärts verlaufende, S-förmige Bügel mit weit ausladender Form. In seiner Form und Kontur erinnert er sehr stark an eine Vase.[1]
Die Klinge besteht aus Federstahl und ist mit einem beidseitigen Hohlschliff versehen. Das Gefäß verfügt über einen Griff, welcher mit Spagat umwickelt ist. Darauf liegt eine Schicht aus gekerbtem, schwarzen Kalbsleder. Die Griffplatte im oberen Teil ist abgerundet und halbpoliert. Die Parierstange besteht aus Eisen, ist geschliffen und verfügt über einen Bügel. Sie mündet an der Rückseite in einem flachgedrückten Knopf und vorn in den Bügel.[1]
Um in einem Handgemenge mit gegnerischen Kräften im Gefecht oder auch während des Dienstalltags ein unbeabsichtigtes Herausgleiten des Säbels aus der Scheide zu verhindern, wurden die Säbel teilweise mit Arretierhaken versehen. Diese waren jedoch nicht vorgeschrieben und wurden von den Nutzern eingebaut oder sie ließen sie einbauen. Dabei sicherte unterhalb der Parierstange ein gefederter Haken den Säbel im Mundstück der Scheide.[2]
Einsatz
Zum Einsatz kam der Infanterie-Mannschaftssäbel M.36 bei der Infanterie und wurde vom Korporal an aufwärts getragen. Weiterhin wurden alle Grenadiere, die meisten Professionisten und Funktionsdienstgrade mit diesem Säbel ausgerüstet.[1]
Literatur
- M. Christian Ortner, Erich Artlieb: Mit blankem Säbel. Österreichisch-ungarische Blankwaffen von 1848 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2003, ISBN 3-9501642-2-7.