Gschwandt (Garmisch-Partenkirchen)

Gschwandt
Koordinaten: 47° 30′ N, 11° 10′ O
Höhe: 1017 m ü. NHN
Einwohner: (1987)[1]
Postleitzahl: 82467
Vorwahl: 08821
Berggasthof Gschwandtnerbauer

Berggasthof Gschwandtnerbauer

Gschwandt ist eine Einöde des Marktes Garmisch-Partenkirchen im gleichnamigen Landkreis.

Lage

Der Berggasthof liegt auf 1017 m ü. NHN, in der Luftlinie 5 km östlich des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen.

Geschichte

Um 1490 entstand aus einem Heustadel die Schwaige „Gschwandt“. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Besitz mehrfach, ehe im Jahr 1764 Anton Witting aus Leutasch den Hof erwarb. Seitdem befindet sich der Gschwandtnerhof im ununterbrochenen Familienbesitz.

Ab 1883 wird der Hof auch als „Restauration“ erwähnt und entwickelte sich zu einem beliebten Einkehr- und Ausflugsziel. Die Bewirtschaftung erfolgt bis in die Gegenwart in achter Generation als Bergbauernbetrieb.[2]

Landwirtschaft und Tierhaltung

Die landwirtschaftliche Nutzung umfasst rund 25 Hektar Fläche, die sich zu gleichen Teilen in Weiden, Grünland und Wiesmahdflächen gliedert. Der Betrieb wird als Milchwirtschaft geführt.

Auf dem Hof werden zwischen 12 und 14 Rinder Murnau-Werdenfelser-Rinder gehalten. Diese als gefährdet geltende alte Rinderrasse war früher in der Region weit verbreitet und gilt heute als wichtiges Kulturgut der alpinen Landwirtschaft. Darüber hinaus werden am Gschwandtnerhof etwa 25 Werdenfelser Bergschafe gehalten.[2]

Antoniuskapelle

Antoniuskapelle von außen
Antoniuskapelle, Innenraum

Die Antoniuskapelle ist ein Satteldachbau mit Glockenstuhl und Dachreiter. Ihr Innenraum enthält einen aufwendig gestalteten Altar sowie historische Fresken.

Verwaltung

Bei der bayerischen Verwaltungsgliederung von 1808 wurde Gschwandt in die Gemeinde Wamberg eingegliedert.[3]

Ab dem 1. Mai 1978 wurde Gschwandt im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen eingemeindet.[4][3]

Bevölkerungsentwicklung

In der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs gab es in Gschwandt zehn Einwohner. Bis 1970 halbierte sich die Einwohnerzahl auf fünf Einwohner und stieg seitdem wieder leicht an.

Einwohner in Gschwandt
Jahr 1875[5] 1925[1] 1950[6] 1970[7] 1987[8]
Einwohner 9 10 11 5 8
Commons: Gschwandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Gschwandt in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 6. Januar 2026.
  2. a b Berggaststätte Gschwandtnerbauer.
  3. a b Festschrift Wamberg. (PDF-Datei) Seite 3.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 578 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  5. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Spalte 382.
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 138 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 28 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 99 (Digitalisat).