Gamshütte (Garmisch-Partenkirchen)

Gamshütte
Gebäude: TannenhütteVorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Koordinaten: 47° 30′ N, 11° 8′ O
Höhe: ca. 938 m ü. NHN
Einwohner: (1987)[1]
Postleitzahl: 82467
Vorwahl: 08821
Tannenhütte (2024)
Auf- und Abstieg zwischen Partenkirchen und der Tannenhütte

Gamshütte (mit der 2018 eröffneten Tannenhütte) ist eine Einöde des Marktes Garmisch-Partenkirchen im gleichnamigen Landkreis. Sie liegt in 938 m Höhe über Normalhöhennull, am Südwesthang des 1780 m hohen Berges Wank, in der Luftlinie 2,5 km östlich des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen.

Hütte

Die erste Gamshütte wurde 1923 erbaut.[2] Bernhard Raubal pachtete bis August 2015 das Grundstück, auf dem er die zweite Gamshütte errichtete und betrieb, von den 2005 gegründeten Bayerischen Staatsforsten, die den staatseigenen Wald bewirtschaften. Er ließ sich den Namen markenrechtlich schützen.[3]

Im August 2015 brannte die Gamshütte, deren Abriss nach einem jahrelangen Streit bereits begonnen hatte, aus ungeklärten Umständen ab.[4] Sie hätte bis Ende November 2015 abgerissen werden müssen, nachdem der Hüttenwirt Bernhard Raubal eine Entschädigung von 250.000 Euro für die Hütte als zu gering abgewiesen hatte, woraufhin das Oberlandesgericht München eine Räumungsklage gegen ihn bestätigte.[5]

Nach dem verheerenden Brand von 2015 wurde im Oktober 2018 auf dem Grundstück der ehemaligen Gamshütte eine neue Hütte errichtet und unter dem Namen Tannenhütte eröffnet. Sie wird von der Hüttenwirten Anna und Andreas Hertle betrieben. Der Name bezieht sich auf das verwendete Baumaterial, da 260 m³ bayerisches Tannenholz zum Einsatz kamen. Lediglich bei der Inneneinrichtung wurde Eschenholz verwendet, und die Tischplatten sind aus Ahornholz.[6]

Bevölkerungsentwicklung

In den Nachkriegszeiten des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es vier Einwohner. Bis 1970 sank die Bevölkerungszahl auf zwei Einwohner.

Einwohner in Gamshütte
Jahr 1925[7] 1950[8] 1970[9] 1987[10]
Einwohner 4 4 2 2

Einzelnachweise

  1. Gamshütte (1950, 1970 und 1987) in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 4. Januar 2026.
  2. Dieter Albrecht (1927–1999): Grafschaft Werdenfels. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, 1955, S. 29.
  3. Tanja Brinkmann: Die Gamshütte ist Geschichte. Merkur, 2. März 2017.
  4. Bilder: Gamshütte steht in Flammen. 4. August 2015.
  5. Gerüchteküche um die abgebrannte Gamshütte. 6. August 2015.
  6. Manuela Schauer: Nach verheerendem Brand der Gamshütte: Neues Ausflugsziel am Wank eröffnet. Merkur, 19. Oktober 2018.
  7. Gamshütte (1925) in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 4. Januar 2026.
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 135 (Digitalisat).
  9. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 27 (Digitalisat).
  10. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 99 (Digitalisat).