Friedensgericht Crefeld
Das Friedensgericht Crefeld war ein Friedensgericht im französischen Linken Rheinufer und der preußischen Rheinprovinz mit Sitz in Krefeld (zeitgenössische Schreibweise: Crefeld).
Geschichte
In Frankreich
1798 wurde die Rechtsprechung im französisch besetzten Linken Rheinufer nach französischem Vorbild neu geordnet, siehe hierzu Gerichtsorganisation des Linken Rheinufers. Damit wurde auch die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung vollzogen. In Krefeld entstand der Kanton Crefeld im Arrondissement de Crévelt für die Verwaltung und das Friedensgericht Crefeld (fr: Justice de paix de Crévelt) für die Rechtsprechung. Übergeordnet war das Tribunal erster Instanz Crefeld.
In Preußen
Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft wurde Krefeld Teil des Generalgouvernements Berg. Während die Verwaltungsorganisation neu geregelt wurde (neu gebildet wurde 1816 der Kreis Krefeld), blieb die Gerichtsorganisation bestehen. Weiterhin war das Friedensgericht Crefeld dem Tribunal erster Instanz Crefeld nachgeordnet, welches allerdings nun als Kreisgericht bezeichnet wurde. Auch mit der Bildung der Rheinprovinz blieb die französische Gerichtsorganisation bis auf den Wegfall der Schwurgerichte unverändert. 1820 wurde die Tribunale erster Instanz durch Landgerichte ersetzt und das Landgericht Düsseldorf war nun für das Friedensgericht Crefeld zuständig.[1]
Zu seinem Gerichtsbezirk gehörten 1865 die die Bürgermeistereien Crefeld, Anrath und Willich.[2]
Im Jahr 1879 wurden im Rahmen der Reichsjustizgesetze im ganzen Deutschen Reich Amtsgerichte als Eingangsgerichte geschaffen. Damit wurde das Friedensgericht Crefeld aufgehoben und das Amtsgericht Crefeld an seiner Stelle geschaffen.[3]
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 176, books.google.de
- ↑ Otto von Mülmann: Statistik des Regierungsbezirkes Düsseldorf, I-II, 1-2, 1865, S. 46, Digitalisat
- ↑ Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 560, Digitalisat