Friedensgericht Opladen
Das Friedensgericht Opladen war ein Friedensgericht im Großherzogtum Berg und der preußischen Rheinprovinz mit Sitz in Opladen.
Geschichte
Bereits im Mittelalter war Opladen regionales Zentrum im Herzogtum Berg und Sitz des Hauptlandgerichts.
Im Großherzogtum Berg
1811 wurde die Rechtsprechung im Großherzogtum Berg nach französischem Vorbild neu geordnet. Rechtsgrundlage war das Kaiserliche Dekret vom 17. Dezember 1811 über die Organisation der Justiz. Damit wurde auch die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung vollzogen. In Bensberg entstand der Kanton Opladen im Arrondissement Düsseldorf für die Verwaltung und das Friedensgericht Opladen für die Rechtsprechung. Übergeordnet war das Tribunal erster Instanz Düsseldorf. Für die weitere Gerichtsorganisation siehe Gerichtsorganisation im Großherzogtum Berg. Der Gerichtsbezirk umfasste 1813 die Orte Opladen, Burscheid, Schlebusch und Witzhelden mit insgesamt 15.672 Einwohnern.[1]
In Preußen
Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft wurde Opladen Teil des Generalgouvernements Berg. Während die Verwaltungsorganisation neu geregelt wurde (neu gebildet wurde 1816 der Kreis Opladen), blieb die Gerichtsorganisation bestehen. Weiterhin war das Friedensgericht Opladen dem Tribunal erster Instanz Düsseldorf nachgeordnet, welches allerdings nun als Kreisgericht bezeichnet wurde. Auch mit der Bildung der Rheinprovinz blieb die französische Gerichtsorganisation bis auf den Wegfall der Schwurgerichte unverändert. 1820 wurde die Tribunale erster Instanz durch Landgerichte ersetzt und das Landgericht Düsseldorf war nun für das Friedensgericht Opladen zuständig.[2]
Zu seinem Gerichtsbezirk gehörten 1865 die die Stadt Opladen und die Bürgermeistereien Burscheid, Hitdorf, Leichlingen, Monheim, Neukirchen, Opladen, Richrath, Schlebusch und Witzhelden.[3]
Im Jahr 1879 wurden im Rahmen der Reichsjustizgesetze im ganzen Deutschen Reich Amtsgerichte als Eingangsgerichte geschaffen. Damit wurde das Friedensgericht Opladen aufgehoben und das Amtsgericht Opladen an seiner Stelle geschaffen.[4]
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Geschichte des Amtsgerichtes Leverkusen
- ↑ H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 176, books.google.de
- ↑ Otto von Mülmann: Statistik des Regierungsbezirkes Düsseldorf, I-II, 1-2, 1865, S. 46, Digitalisat
- ↑ Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 560, Digitalisat