Corgnac-sur-l’Isle

Corgnac-sur-l’Isle
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Thiviers
Gemeindeverband Périgord-Limousin
Koordinaten 45° 23′ N, 0° 57′ O
Höhe 128–255 m
Fläche 20,61 km²
Einwohner 854 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 41 Einw./km²
Postleitzahl 24800
INSEE-Code 24134

Schloss Laxion – Nordostseite

Corgnac-sur-l’Isle (Aussprache [kɔʁˈɲak syʁ ˈlil], okzitanisch Cornhac d’Eila) ist eine französische Gemeinde mit 854 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Corgnacois bzw. Corgnacoises genannt.

Geographie

Corgnac-sur-l’Isle liegt im Einzugsgebiet der Dordogne an der Isle, die südlich von Limoges im Zentralmassiv entspringt und bei Libourne in die Dordogne mündet. Die Gemeinde befindet etwa 28 Kilometer südöstlich von Nontron und etwa 28 Kilometer nordöstlich von Périgueux im Übergangsbereich des Région naturelle des Nontronnais zur Région naturelle des Périgord central. Touristisch fällt sie in den Grenzbereich von Périgord vert und Périgord blanc.

Umgeben wird Corgnac-sur-l’Isle von folgenden acht Nachbargemeinden:

Eyzerac Thiviers
Nantheuil
Nanthiat
Vaunac Saint-Sulpice-d’Excideuil
Négrondes Saint-Jory-las-Bloux

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Lieu-dits, einem Schloss und einer Ziegelei: Baudissou, Bazols, Bord, Boslalègue, Bosloubet, Cambade, Caux de l’Age, Chaumont, Cherveix, Cluzeau, Cronarzin (Cronarzen), Coulonges, Fontarnaud, L’Étang, La Combe du Mas, La Côte, La Flamenchie, La Fontaine de Savignac, La Fouillardie, La Gironnette, La Grange, La Jaligne, La Preyssaque, La Roche, La Tuilerie de Tersac, La Vergne, Lacombe, Lanneaud, Laxion (Schloss), Le Breuil, Le Chemin des Cordes, Le Clos, Le Cluzelet, Le Four, Le Mas, Le Moulin de Vignes, Les Basses Vignes, Les Cambades, Les Grandes Vignes, Les Mondines, Les Peyrières, Les Plantes, Les Valades, Leyméronie (L’Eyméronie), Linard, Métairie Basse, Montmady, Nuelle, Paradis, Petit Breuilh, Petit Savignac, Pouzol, Puyfebert, Rebeuse, Roulède, Saint-Avit, Salevert, Savignac, Vaudrude und Vignaux.

Der topografisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Corgnac-sur-l’Isle mit 128 m befindet sich im Süden beim Austritt der Isle aus dem Gemeindegebiet. Der höchste Punkt mit 255 Metern wird im Nordosten nordwestlich vom Weiler La Roulède angetroffen. Das Zentrum kommt oberhalb der Isle auf etwa 138 m zu liegen.

Bodenbedeckung

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 47,7 %
  • Wälder – 38,9 %
  • Grünland – 11,1 %
  • baulich beansprucht – 2,1 %
  • Kulturboden – 0,1 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht mit 58,9 % im Vordergrund. Sie ist im Vergleich zu 1990 (59,1 %) minimal zurückgegangen.[1]

Klima

Das Klima ist gemäßigt; Regen (1018 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt. Die Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
  • Jahresmittel: 11,8 °C
  • Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,6
  • Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,8
  • Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,3 °C
  • Jahresniederschlag: 1018 mm
  • Niederschlagstage im Januar: 12,8
  • Niederschlagstage im Juli: 7,6

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 52 Kilometer entfernten Wetterstation in Brive-la-Gaillarde das langjährige Jahresmittel von 12,7 °C für 1971–2000 über 12,7 °C für 1981–2010 auf 13,0 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,3 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie

Hauptfluter in der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle ist, wie im Ortsnamen bereits angedeutet, die Isle, die auf 5,5 Kilometer in südlicher Richtung abfließt. Sie definiert im Norden auf knapp 0,5 Kilometern die Gemeindegrenze zu Nanthiat. Im Süden bildet sie nur an wenigen kurzen Stellen die Grenze zu Saint-Jory-las-Bloux. Rechte Nebenflüsse sind der Ruisseau de Saint-Avit, der auf 850 Meter die Nordgrenze zu Nantheuil stellt, und der zwei Kilometer lange Ruisseau de Chadourgnac der am Ortskern in die Isle mündet. Es sind auch drei linke Nebenflüsse vorhanden, so ein namenloser Bach entlang der Nordgrenze zu Nanthiat, ein weiterer namenloser Bach, der südwestlich vom Weiler Roulède entspringt und beim Weiler Salevert die Isle erreicht, sowie ein weiterer namenloser, zeitweise trockenfallender Bach, der nördlich des Ortskerns von Saint-Jory-las-Bloux entsteht und südlich vom Lieu-dit Cronarzin in die Isle übergeht. Der nach Süden ziehende Ravillou – ein rechter Nebenfluss der Loue – markiert auf 1,8 Kilometern die Ostgrenze zu Saint-Sulpice-d’Excideuil. Er entspringt in der Gemeinde Dussac.

Erwähnenswert sind noch zwei rechte Trockentäler der Isle – ein nach Osten ausgerichtetes, 2,5 Kilometer langes Trockentalsystem südlich des Lieu-dits Les Peyrières und ein nur sehr kurzes Trockental beim Weiler Cherveix.

Geomorphologisch interessant sind zwei Dolinen beim Weiler Bosloubet und südöstlich vom Lieu-dit Boslalègue, die das Dolinenfeld des Mittleren Juras im Süden von Eyzerac fortsetzen.[2]

Die Isle gehört zum Flusssystem Isle-Dronne.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in Corgnac-sur-l'Isle beträgt 20 Kilometer.

Geologie

Geologisch gehört Corgnac-sur-l'Isle zu zwei sehr unterschiedlichen Terranen: zum variszischen Grundgebirge des westlichen Zentralmassivs einerseits und zum Aquitanischen Becken andererseits.

Grundgebirge

Das metamorphe Grundgebirge besteht vorwiegend aus dem aus der Thiviers-Payzac-Einheit stammenden Grès de Thiviers, der hier in seiner Normalfazies (tfρ3) erscheint – ehemaligen vulkanischen Gesteinen rhyodazitischer Zusammensetzung – sowie dem intrudierten Corgnac-Granit (ζγ3b). Das Grundgebirge bildet den Nordostabschnitt der Gemeinde.

Die geschieferte Einheit des Thiviers-Sandsteins ist nur schwach metamorph (unterhalb des Biotit-Isograds) und zeigt eine generelle ostsüdöstliche Streichrichtung – N 110 – mit sehr steilem Einfallen von 80° nach Südsüdwest. Sie bildet strukturell Teil eines engständig gefalteten Synklinoriums.

Hierin eingeschuppt sind die südlichen zwei der insgesamt drei Lappen des kataklastischen Corgnac-Granits. Er hat monzonitische Zusammensetzung und bewirkte in den Grès de Thiviers eine Kontaktmetamorphose, zu erkennen an Hornfelsen.

Erwähnt sein soll noch ein kleiner, Ostnordost-streichender Diabasgang (δΣβ), der in eine Antiklinale des Thiviers-Sandsteins eingedrungen ist (zu sehen nördlich von Bord).

Sedimentbedeckung

Das Grundgebirge wird von flach liegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens transgrediert (maximaler Einfallswinkel 10° bzw. 12° nach Südsüdwest bis Südwest), die hier mit dem Lias einsetzen.

Unterer Jura

Die Serie des Unterjuras beginnt mit dem Unteren Hettangium (I1) – Konglomerate, Sandsteine und Arkosen. Das folgende Oberhettangium (I2) ist dolomitisch und liegt meist verkieselt vor. Kleine verkieselte Zwickel finden sich bei Le Breuil, südlich von Bord und östlich von Roulède am Ravillou. Das Sinemurium (I3-4) ist oolithisch und ebenfalls oft verkieselt. Es folgt Pliensbachium(I5-6) – grobe, teils dolomitische Sandsteine, die ebenfalls stellenweise verkieselt sind. Die Serie endet mit Toarcium und Aalenium, auf der geologischen Karte als I7-9 zusammengefasst. Das Toarcium mit seinen Tonsteinen und grauen Mergeln war früher von großer Bedeutung für Ziegeleibetriebe. Das den Unterjura abschließende Aalenium besitzt dolomitischen Charakter.

Der Unterjura erscheint beiderseits der Isle. Rechtsseitig liegt er zwischen dem Ruisseau de Saint-Avit und dem Ruisseau de Chadourgnac und baut den Höhenrücken von Bazols (236 Meter) auf. Der Höhenrücken ist horstartig angehoben und endet mit Pliensbachium. In der davorliegenden Scholle ist noch Toarcium/Aalenium erhalten geblieben, welches sich zusammen mit unterlagerndem Pliensbachium auch entlang der rechten Seite des Ruisseau de Chadourgnac findet. Linksseitig der Isle tritt Unterjura unmittelbar vor dem Grundgebirge auf (direkt östlich des Ortskerns). Die Serie ist hier vollständig. Die rechte Talseite des Ravillous wird südlich der Randstörung von Pliensbachium/Toarcium/Aalenium begleitet. Sodann folgen die Vorkommen auf dem Grundgebirge, nördlich von Le Mas, bei Le Breuil und vor allem um La Gironnette, wo Sinemurium erreicht wird.

Mittlerer Jura

Der Mittlere Jura nimmt die Südhälfte der Gemeinde ein. Ältestes aufgeschlossenes Schichtglied ist Bajocium der Formation j1b – eine Wechselfolge aus kryptokristallinen Kalken mit bioklastischen und oolithischen Kalken. Dessen Basis kann auch rekristallisiert vorliegen. Sodann erscheinen die Oolithkalke der Formation j1c-2a, die vom Oberbajoc bis ins unterste Bathonium reichen. Darüber folgt Unteres und Mittleres Bathonium (Formation j2b). Hierbei handelt es sich um eine Wechselfolge von kryptokristallinen und bioklastischen Kalken mit teils lignithaltigen Tonen. Sodann Oberbathon (Formation j2-6(a)), bestehend aus einer Wechselfolge von kryptokristallinen, stellenweise kreidigen Kalken mit feinschutthaltigen Kalken. Der Mittlere Jura endet mit einer Abfolge, die vom Oberbathon bis ins Callovium reicht (Formation j2-6(b)) – eine Wechselfolge kryptokristalliner, mehr oder weniger kreidiger Kalke mit bioklastischen und oolithischen Kalken.

Die räumliche Anordnung der Schichtglieder des Mittleren Juras folgt in etwa dem regionalen Einfallen nach Südwesten. So tritt das Bajocium mit seiner rekristallisierten Basis im Nordosten des Mitteljurablocks auf und folgt der rechten Talseite des Ruisseau de Chadourgnac und der Isle. Gen Südwesten folgen dann die Bänder von Oberbajoc, Unter-/Mittelbathon und Oberbathon. Das abschließende Callovium berührt dann gerade noch die Südwestecke der Gemeinde.

Sidérolithique

Fetzen des sogenannten Sidérolithique (eisenhaltige, rote, sehr kompakte, tonige Sande der Formation e-p) finden sich südlich von La Roche (auf Hettangium), bei Roulède (auf Sinemurium) und bei Puyfebert (auf Bajocium, stellenweise auch rekristallisiert). Seine zeitliche Stellung wird sehr ungenau mit Eozän bis Pliozän angegeben.

Tertiäre Lockersedimente

Die tertiären Lockersedimente umfassen die altpleistozänen Flussschotter der Formation Fs (Sande, Kiese und Schotter, die in eine tonige Grundmasse – hervorgegangen möglicherweise aus marbrierten Paläoböden – eingebettet sind), ihre kolluvialen Umlagerungsprodukte (Formation CF – enthalten mehrheitlich Gerölle und dürften sich zum Großteil aus den Flussschottern entwickelt haben), würmzeitlichen Kalkhangschutt (Formation GP), sowie Flussterrassen der Isle und holozänes Alluvium (Formation K) in den Talniederungen der Isle, des Ruisseau de Chadourgnac, des Ruisseau de Saint-Avit und des Ravillous.

Die Formation Fs erscheint in zwei kleinen Vorkommen nördlich von Vaudrude (auf Grundgebirge) und südlich von Roulède (auf Kolluvium über Unterjura). Das Kolluvium liegt an der Gemeindegrenze zu Saint-Jory-las-Bloux. Kalkhangschutt des Würms bedeckt den Hang um La Vergne nördlich des Ortskerns sowie den Boden des Trockentalsystems südlich von Les Peyrières. Von hier reicht er dann bis Cherveix. Bei den Terrassen können Hoch- von Niederterrassen unterschieden werden. Hochterrassen (Formation Ft) treten als kleine Reste auf, so bei Coulonges, bei La Roche, bei Les Mondines und bei La Tuilerie de Tersac. Die Niederterrassen (Formation Fw) liegen direkt am Ortskern, bei Cronarzin, am Moulin Chambon (Gemeinde Saint-Jory-las-Bloux) und bei Cherveix.

Karstphänomene

Karstphänomene in der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle sind die bereits unter der Rubrik Hydrographie erwähnten Dolinen und die Trockentäler.

Tektonik

Das Grundgebirge wird von mehreren steilstehenden Störungen durchzogen, welche sich auch in den Unterjura hinein fortsetzen. Hauptrichtungen sind Südost und Ostsüdost, untergeordnet auch Ost und Ostnordost. Als Randstörungen setzen sie bei La Roche, Vaudrude und Roulède den Corgnac-Granit vom Unterjura ab. Im Osten von Roulède endet die bedeutende Ostnordost-streichende und linksverschiebende Dussac-Störung. Durch sie wird weiter gen Nordost die gesamte Thiviers-Payzac-Einheit verschoben. Der Mittlere Jura ist bis auf eine kleinere, Ost-orientierte Schwächezone bei Coulonges, die östlich von Salevert im Unterjura eine Fortsetzung findet, störungsfrei.

Die Verwerfungen im Grundgebirgsbereich haben zweifellos auch die auflagernde und angrenzende Sedimentbedeckung gestört. So wird beispielsweise der Unterjura an der Randstörung auf 60° hochgeschleppt. Das normale flache Einfallen des Sedimentpakets nach Südwest unterliegt störungsbedingt ebenfalls Torsionen, so dass Einfallsrichtungen von Nordwest bis Nordost und Südost zu beobachten sind (gemessen wurden 15° nach Nordnordost, 8 bis 10° nach Nordost, 10° nach Nordwest und 20° nach Südost).

Naturrisiken

Naturrisiken manifestieren sich in Corgnac-sur-l’Isle als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993, 1999, 2007 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Es besteht nahezu im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist sind etwa 17 % des Gemeindegebiets von Corgnac-sur-l’Isle mäßig bis stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, die Gefahren konzentrieren sich hierbei auf Böden des Unterjuras und des Kolluviums. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2003 und 2017 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.[4]

Ökologie

Schutzgebiet des Typus 2

Die Talung der Isle oberhalb des Ortskerns bildet unter dem Titel Vallée de l'Isle en amont de Périgueux, gorges de l'Isle et de ses affluents, landes du Jumilhacois (Isletal oberhalb von Périgueux, Schluchten der Isle und ihrer Seitenarme, Heiden des Jumilhacois) ein Schutzgebiet des Typus 2 (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique). Hierin eingeschlossen sind auch die letzten 500 Meter des Ruisseau de Saint-Avit.

Etymologie und Geschichte

Die erstmalige Erwähnung des Namens des Dorfes erfolgte im 13. Jahrhundert in der Form Cornhac. Die Verbindung -nh- wird wie bei -gn- als [ɲ] ausgesprochen. Nach einer latinisierten Form Cornhacum (1408) gab es die fehlerhafte Schreibweise Curnihac (1727). Der Name stammt von einer gallorömischen Person Cornius ab, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Corniacum, Landgut des Cornius).

Der zweite Teil des Ortsnamens wurde 1906 angefügt und steht offensichtlich im Zusammenhang mit der geografischen Lage. Der Name des Flusses Isle ist am Ende des 11. Jahrhunderts in der Schreibweise Elle belegt (1090). Im 12. Jahrhundert sind mehrere nahe Varianten zu finden mit Hela (1107), Ella (1160), Esla (1182). Die Form mit einem initialen i erschien später (Ilia, 1281) und die heutige Schreibweise im 16. Jahrhundert, jedoch wurde noch Ille zu dieser Zeit und bis zum 19. Jahrhundert verwendet. Der Name bezieht sich nicht auf die ägyptische Göttin Isis, wie bestimmte Personen vermuteten. Er kommt vom gallorömischen °Illa, das auf eine präkeltische Wurzel °el- (auch in der Variante °al-) zurückgeht. Die Änderung des initialen e- zu i- entstand durch den Einfluss des okzitanischen illa (deutsch Insel) und der Schreibweise Isle einer Französisierung. Isle ist die alte Form des französischen île. Dieser Einfluss wird bestätigt, da der Fluss zu einer Zeit Insula (lateinisch Insel) genannt wurde (1305).[5]

Der Ort ist, wie archäologische Ausgrabungen belegen, seit der Jungsteinzeit besiedelt. Tatsächlich hinterließen Dinosaurier vor 200 Millionen Jahren einige Fußabdrücke im Gemeindegebiet.[6] Seine Bedeutung erlangte er jedoch erst in der Antike unter gallischer und später römischer Herrschaft, wie der Fund einer verzierten Scheide belegt.

Ab dem Mittelalter übte das dorf einen gewissen Einfluss aus, was sich unter anderem an der Größe ihrer Kirche erkennen lässt.

1186 wurde Corgnac von den Truppen von Richard Löwenherz verwüstet, die Rache für ihre Niederlage bei Excideuil suchten. Das Dorf errichtete daraufhin Mauern zum Schutz seiner Einwohner, was es jedoch nicht vor erheblichen Zerstörungen während der Hugenottenkriege bewahrte.

Die Verbindung zwischen den beiden befestigten Städten Thiviers und Excideuil führte zum Bau einer Brücke über den Fluss. Diese wurde 1569 zerstört und erst 1739 dank der Kirchensteuern wiederaufgebaut.[7]

Von 1910 bis 1963 wurde das Papier für Grimaud-Spielkarten in einer Mühle in Corgnac-sur-l’Isle hergestellt. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden dort auch die Kartenrückseiten gedruckt, und 1939 produzierte das Werk in La Roche verkaufsfertige Karten.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Corgnac-sur-l’Isle
Jahr Einwohner


1962 1044
1968 1021
1975 957
1982 866
1990 888
1999 840
2006 809
2011 797
2016 836
2018 833
2020 846

Quellen: EHESS[8], INSEE

Die Bevölkerungsentwicklung in Corgnac-sur-l'Isle war ab 1962 unter einer leichten Fluktuation im Jahr 1990 generell rückläufig. Ab 2011 ist eine schwache Aufwärtstendenz zu beobachten.

Die bisher höchste Einwohnerzahl wurde im Jahr 1886 mit 1401 Bewohnern ermittelt.

Verwaltung

Bürgermeister in Corgnac-sur-l'Isle ist seit März 2008 der parteilose Philippe Gimenez. Der ehemalige Angestellte im öffentlichen Dienst wurde im Mai 2020 wiedergewählt.

Präsidentschaftswahlen 2022

Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Marine Le Pen Front national FN 142 26,54 % 238 50,42 %
Emmanuel Macron En marche ! EM 116 21,68 % 234 49,58 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 121 22,62 %
Éric Zemmour Reconquête 17 3,18 %
Valérie Pécresse Les Républicains LR 42 7,85 %
Jean Lassalle Résistons ! R 40 7,48 %
Anne Hidalgo Parti socialiste PS 9 1,68 %
Fabien Roussel Parti communiste français PC 20 3,74 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 12 2,24 %
Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 9 1,68 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 1 0,19 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 6 1,12 %
Gesamt 535 100 % 472 100 %
Gültige Stimmen 535 96,92 % 472 85,35 %
Ungültige Stimmen 17 3,08 % 81 14,65 %
Wahlbeteiligung 552 80,23 % 553 80,26 %
Enthaltungen 136 19,77 % 136 19,74 %
Registrierte Wähler 688 689

Quelle: Ministère de l'Intérieur[9]

Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Corgnac-sur-l’Isle konnte Marine Le Pen nur sehr knapp für sich entscheiden.

Sehenswürdigkeiten

  • Saint-Front, errichtet 1906 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert
  • Alte Brücke über die Isle
  • Schloss Laxion (15. und 16. Jahrhundert), seit 2009 als Monument historique eingeschrieben

Fotogalerie

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[10]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 343 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Corgnac-sur-l’Isle erwerbstätig, entsprechend 74,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (76,7 %) höher war als bei den Frauen (71,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 30 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (33). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 10,7 % (2016) auf 8,7 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

64 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Corgnac-sur-l’Isle wirtschaftlich aktiv:[11]

Branche
Anzahl %
Gesamt 64
Fertigung, Bergbau und andere Industrien 7 10,9 %
Baugewerbe 10 15,6 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 17 26,6 %
Information und Kommunikation 1 1,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 11 17,2 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln 11 17,2 %
Andere Dienstleistungen 7 10,9 %

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Haltung von Schweinen und Geflügel.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 41 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 34 im Jahr 2000, auf 22 im Jahr 2010 und auf 21 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 48,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 885 Hektar im Jahre 1988 auf 818 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 21,6 Hektar auf 39 Hektar.[13][14][15]

Fernwanderweg

Durch das westliche Gemeindegebiet von La Coquille verläuft auf etwa zwei Kilometern Länger der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis, einem der er vier Jakobswege in Frankreich, ähnelt.[16] Ebenso durchquert auf der gleichen Streckenführung eine Variante des Europäischen Fernwanderwegn E3 den Westen von La Coquille.

Verkehrsanbindung

Corgnac-sur-l’Isle liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Der Ortskern liegt an der Departementsstraße D 76, die von Thiviers nach Excideuil führt. Vom Ortskern gehen mehrere Kommunalstraßen aus. Einmal nach Osten über den Weiler Savignac nach Saint-Sulpice-d’Excideuil. Von dieser Kommunalstraße zweigt hinter dem Dorf Vaudrude die Kommunalstraße VC 5 nach Norden ab, um im Gemeindegebiet von Nanthiat die D 707 zu erreichen – eine Querverbindung von Thiviers nach Lanouaille. Ein weiterer Abzweig nach Nordosten hinter Savignac knüpft ebenfalls mit der D 707 an. Sodann verlässt die VC 219 den Ortskern nach Norden und erreicht den Südosten von Thiviers. Eine nach Südwesten ziehende Kommunalstraße stellt wichtige Verbindungen nach Négrondes, nach Saint-Jory-las-Bloux und in den Süden von Eyzerac her (um dort dann an die Nationalstraße N 21 von Thiviers nach Périgueux anzubinden).

Durch die Gemeinde verlief früher auch die Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire, die 1940 für den Personenverkehr und 1986 für den Güterverkehr stillgelegt wurde. Die Strecke ist eine beliebte Touristenattraktion und fungiert jetzt als Vélorail du Périgord (Eisenbahn-Draisine) zwischen Thiviers und Corgnac-sur-l’Isle und weiter nach Excideuil. Die Schmalspurbahnen bei Corgnac-sur-l’Isle führten von einem Steinbruch über einen Brecher zum Bahnhof.

Siehe auch

Literatur

  • P.-L. Guillot et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Corgnac-sur-l’Isle – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  2. Paul Fénelon: Les reliefs karstiques du Périgord. In: Revue géographique des Pyrénées et du Sud-Ouest. Band 39-2. Toulouse 1968, S. 151–168.
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 2020, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  4. Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seiten 118, 177–178
  6. a b Boucle de Puyfébert. Comité Départemental du Tourisme de la Dordogne, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  7. Corgnac-sur-l’Isle (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  8. Notice Communale Corgnac-sur-l'Isle. EHESS, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  9. Ministère de l'Intérieur - Dordogne (Nouvelle-Aquitaine): Résultats de l'élection présidentielle de 2022 à Corgnac-sur-l’Isle. 7. Mai 2022 (gouv.fr).
  10. École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  11. a b Dossier complet Commune de Corgnac-sur-l’Isle (24134). INSEE, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Corgnac-sur-l’Isle. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).
  16. GR®654 Via Lemovicensis - De Gué-d’Hossus (Ardennes) à Saint-Palais (Pyrénées-Atlantiques). gr-infos.com, abgerufen am 16. Januar 2026 (französisch).