Clermont-d’Excideuil
| Clermont-d’Excideuil Clarmont d’Eissiduelh | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Nontron | |
| Kanton | Isle-Loue-Auvézère | |
| Gemeindeverband | Isle-Loue-Auvézère en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 22′ N, 1° 3′ O | |
| Höhe | 156–333 m | |
| Fläche | 9,99 km² | |
| Einwohner | 255 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 26 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24160 | |
| INSEE-Code | 24124 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Clermont-d’Excideuil (Aussprache [klɛʁˈmɔ̃ dɛksiˈdœj], okzitanisch Clarmont d’Eissiduelh) ist eine französische Gemeinde mit 255 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Bewohner werden Clermontois und Clermontoises genannt.
Geografie
Clermont-d’Excideuil liegt etwa 36 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 33 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux und etwa 44 Kilometer nordwestlich von Brive-la-Gaillarde am nordöstlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich am Übergang der Région naturelle des Périgord central zur Région naturelle des Nontronnais. Clermont-d’Excideuil verfügt nicht über ein ausgeprägtes Zentrum. Kirche und Bürgermeisteramt liegen in einem ausgedehnten Straßendorf. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Pontillou, vom Ruisseau des Vaux sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Clermont-d’Excideuil liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum datieren, aus Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum sowie aus metamorphen Gesteinen.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und kaum bewaldete Landschaft, die durch das Tal des Pontillou markant eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen dabei nach Norden hin zu. So liegt der topografisch höchste Punkt mit 333 m im Nordwesten beim Schloss Le Noyer. Der topografisch tiefste Punkt liegt mit 156 m im Süden beim Austritt des Pontillou aus dem Gemeindegebiet. Kirche und Bürgermeisteramt liegen auf einer Hochebene auf etwa 280 m Höhe.
Rund 70 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen genutzt, rund 30 % sind bewaldet.[2]
Clermont-d’Excideuil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Saint-Sulpice-d’Excideuil | Dussac | |
| Saint-Germain-des-Prés | ||
| Excideuil Saint-Martial-d’Albarède |
Saint-Médard-d’Excideuil |
Natürliche Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Clermont-d’Excideuil als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets, insbesondere im Norden und im Südwesten von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1990, 2009 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Clermont-d’Excideuil der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhebliches Radonpotenzial besteht, jedoch bestimmte geologische Faktoren den Radoneintrag in Gebäuden begünstigen können.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes erschien erstmalig im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Clarmon weit nach der Besiedelung des Orts. Während der Französischen Revolution wurde Clermont zu Montclair geändert. Die geografische Lage erklärt die Zusammensetzung des Namens. Das okzitanische clar, im französisiert zu cler, clair, kommt aus dem lateinischen clarus (deutsch klar, hell, leuchtend), mont aus mons, montis (deutsch Berg, Gebirge).
Der Namenszusatz Excideuil ist der Name des Nachbarorts, der als einer der am ältesten belegten im Périgord gilt. Er erschien 571 im Testament des Aredius von Limoges in der latinisierten Form Excidolium. Er wurde in der Folge im Jahr 1100 in der Schreibweise Issidor festgehalten, im Jahr 1116 erneut in einer latinisierten Form (Monasterium) Excidolii, im 14. Jahrhundert nahe der heutigen Aussprache als Eixiduelh (1339) und schließlich als Exideuil (18. Jahrhundert) und Excideuilh (1725). Die Herkunft des Namens ist unklar und gab Raum zu wilden Hypothesen, die die früheren Formen vernachlässigen. Für einige Etymologen stammt er vom Namen der ägyptischen Göttin Isis ab, deren Kult über Griechenland bis nach Rom führte. Für andere entstammt er einer keltischen Wurzel, die „Stadt der Wasser“ bedeutet oder aber einer anderen Wurzel, die eine eisenreiche Gegend bezeichnet. Die Etymologen, die die Gesetze der Phonetik berücksichtigen, sind sich einig über die Form des ersten Namenselements, nicht über seinen Ursprung, der ein unbekannter gallischer Namen °Exito- sein könnte oder vom lateinischen exitus (deutsch Ausgang) stammt, bei beiden Theorien gefolgt vom gallischen °ialo (deutsch Lichtung, Feld), das am Ende zu -euil führte.[5]
Der Ort ist seit der Antike besiedelt, wie die zweihundert Megalithen belegen, die Anfang des 19. Jahrhunderts noch an den Lieu-dits Pierres Brunes und Lavalade existierten.
Im 12. Jahrhundert wurde Geoffroy du Breuil in Clermont-d'Excideuil geboren, der Prior der Abtei Saint-Pierre von Vigeois im heutigen Département Corrèze wurde und dort eine Chronik über das mittelalterliche Limousin verfasste. Die im 12. und 13. Jahrhundert erbaute Kirche zeugt von der mittelalterlichen Vergangenheit des Dorfes. Heidnische Glaubensvorstellungen blieben jedoch stark verbreitet, und der Brunnen Sainte-Catherine soll Ammen beim Milchgeben geholfen haben.
Der Clermont-Tunnel und das Saint-Germain-Viadukt sind die einzigen erhaltenen Überreste der ehemaligen Eisenbahnlinie Thiviers–Excideuil.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Clermont-d’Excideuil: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 636 | |||
| 1800 | 555 | |||
| 1806 | 558 | |||
| 1821 | 580 | |||
| 1831 | 650 | |||
| 1836 | 653 | |||
| 1841 | 611 | |||
| 1846 | 635 | |||
| 1851 | 574 | |||
| 1856 | 638 | |||
| 1861 | 632 | |||
| 1866 | 570 | |||
| 1872 | 517 | |||
| 1876 | 499 | |||
| 1881 | 584 | |||
| 1886 | 729 | |||
| 1891 | 577 | |||
| 1896 | 564 | |||
| 1901 | 606 | |||
| 1906 | 583 | |||
| 1911 | 510 | |||
| 1921 | 476 | |||
| 1926 | 480 | |||
| 1931 | 460 | |||
| 1936 | 470 | |||
| 1946 | 423 | |||
| 1954 | 318 | |||
| 1962 | 301 | |||
| 1968 | 289 | |||
| 1975 | 253 | |||
| 1982 | 255 | |||
| 1990 | 255 | |||
| 1999 | 253 | |||
| 2006 | 268 | |||
| 2013 | 244 | |||
| 2020 | 234 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.
Sehenswürdigkeiten
- Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption hat einen mittelalterlichen Ursprung, der jedoch mehrfach verändert wurde. Das Innere birgt ein im Jahr 2006 restauriertes Altarretabel aus dem 16. und eine polychrom gefasste Statue einer Madonna mit Kind aus dem 17. Jahrhundert, die im Jahr 1961 unter Denkmalschutz gestellt wurde.[11]
- Quelle Sainte-Catherine
- Das im Nordwesten der Gemeinde befindliche Schloss Le Noyer stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde von einem Einwohner erbaut, der in den Vereinigten Staaten zu Reichtum gekommen war
-
Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption
-
Glockenturm der Kirche
-
-
Quelle Sainte-Catherine
-
Schloss Le Noyer
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 91 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Clermont-d’Excideuil erwerbstätig, entsprechend 77,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,7 %) höher war als bei den Frauen (75,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 9 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (7). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 8,0 % (2016) auf 9,6 % (2022).[12]
Branchen und Betriebe
19 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Clermont-d’Excideuil wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 19 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 3 | 15,8 % |
| Baugewerbe | 3 | 15,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 2 | 10,5 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 10,5 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 7 | 36,8 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 10,5 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 24 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 22 im Jahr 2000, auf 11 im Jahr 2010 und auf 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 62,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 641 Hektar im Jahre 1988 auf 400 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 26,7 Hektar auf 44,4 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
Clermont-d’Excideuil liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nachgeordnete Departementsstraße D 67 durchquert das Gemeindegebiet nahe des Zentrums, die D // entlang der westlichen Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Germain-des-Prés. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Ein Teil der 17 Kilometer langen, stillgelegten Eisenbahnstrecke von Thiviers nach Excideuil kann mit einer Fahrraddraisine (französisch Vélorail) von Privatpersonen befahren werden.
Persönlichkeiten
- Geoffroy du Breuil († 1184), Chronist des 12. Jahrhunderts, der die Bezeichnung „Albigenser“ prägte, in Clermont geboren
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 111–112, 147–148
- ↑ Clermont-d’Excideuil (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Clermont-d'Excideuil. EHESS, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Clermont-d'Excideuil (24124). INSEE, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Clermont-d'Excideuil (24124). INSEE, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Clermont-d'Excideuil (24124). INSEE, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Clermont-d’Excideuil, Vierge à l’Enfant in der Base Palissy des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ a b Dossier complet Commune de Clermont-d'Excideuil (24124). INSEE, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Clermont-d’Excideuil. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 8. Januar 2026 (französisch).