Berndorf (Gemeinde Hitzendorf)

Berndorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Berndorf
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf
Koordinaten 47° 1′ 9″ N, 15° 16′ 36″ O
Höhe 357 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 482 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 4,69 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14951
Katastralgemeindenummer 63205
Zählsprengel/ -bezirk Berndorf-Michelbach (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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Berndorf ist eine Ortschaft und gleichnamiges Dorf in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Berndorf ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Hitzendorf. Die erste urkundliche Erwähnung von Berndorf stammt aus dem Jahr 1136.[1]

Lage und Geographie

Berndorf liegt im westlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, südwestlich des Marktortes im Södingtal. Der Södingbach fließt westlich an Berndorf vorbei und der Ort selbst wird vom Schüttingbach durchflossen.

Südlich verläuft die Hitzendorferstraße (L301), die Hitzendorf mit Söding verbindet und nördlich die Steinbergstraße (L382) die Altreiteregg mit Reiteregg verbindet am Ort vorbei. Die Stübinggrabenstraße (L315) zwischen Söding und Stallhofen führt mittig durch den Ort.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen die Ortschaften Altenberg, Altreiteregg und Berndorf. Weiters gibt es in Berndorf die nur vier Gehöfte umfassende Rotte Österreich.

Geschichte

Eine Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Ortes lässt sich durch den Fund eines provinzialrömischen Hügelgräberfelds bis auf die Römerzeit zurückverfolgen. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort 1136 als Berindorf. Weitere Erwähnungen datieren 1265 als Perndorf, 1449 als Perendorf, 1822 als Bärendorf sowie schließlich 1856 als Berndorf. Der Ortsname verweist dabei auf eine Person namens Bero oder Bernhard die in Verbindung zu diesem Dorf stand.[2]

Berndorf wurde im 11. oder 12. Jahrhundert planmäßig als Gründungsdorf angelegt. Das oberösterreichische Stift Suben hatte ab dem 12. Jahrhundert Besitzungen bei Berndorf, die 1535 an Wolfgang Staiger verkauft wurden. Der Ort gehörte 1527 zur Gült des Christoph von Racknitz.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Berndorfs zu verschiedenen Herrschaften. So waren nachweislich ab 1674 49 Güter dem Amt Berndorf der Herrschaft Altenberg untertänig. Weiters hatten die Herrschaften Altkainach, Greißenegg, Großsöding, Pichling, Reiteregg, Schütting, Unterthal und Winterhof Untertanen im Ort. Einige Bewohner waren zudem der Stadtpfarre von Graz untertänig und gehörten zur Gült des Grazer Doms.[2]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Berndorf Teil der freien Ortsgemeinde Hitzendorf.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Obwohl das Ortszentrum dicht besiedelt ist, ist Berndorf landwirtschaftlich geprägt. Bis in die Zeit um 1900 spielte hier vor allem der Weinbau eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde im bäuerlichen Hausgewerbe Hafnerei betrieben. Die hier hergestellten Produkte fanden weite Verbreitung.[2]

Der Ort ist nach Hitzendorf eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf.[2]

Berndorf verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr, die 1926 aus einem bereits seit 1893 existierenden Löschzug hervorging.[3][4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Berndorf gibt es einige Bauwerke von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Das bedeutendste Bauwerk davon ist die im Dorfzentrum befindliche Orts- oder Gmoankapelle.[5] Sie wurde von 1897 bis 1903 am ehemaligen Standort eines gemauerten Bildstock errichtet. Die Pläne zu dem neugotischen Kapellenbau mit Dachreiter und Glocke stammen vom Bildhauer Hans Brandstetter. Auf dem Altar steht eine von Brandstetter gefertigte Pietà, die von Statuen der Heiligen Maria und Josef flankiert wird. Eine weitere Kapelle wurde mit der Goggkapelle 1864 von Johann Gogg beim Hof vulgo Pfister-Franz 1864 errichtet.[4]

Am Schüttingbach steht als Kleindenkmal ein gemauertes Pestkreuz aus der Zeit um 1600. Es ist mit Fresken und Inschriften versehenen und erinnert an die Pestepidemie des Jahres 1348.[6][4]

Commons: Berndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 42–43.

Einzelnachweise

  1. Geschichte der Marktgemeinde. hitzendorf.at, archiviert vom Original am 21. August 2011; abgerufen am 15. Januar 2011.
  2. a b c d e f Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 42.
  3. Freiwillige Feuerwehr Berndorf. hitzendorf.at, archiviert vom Original am 19. Februar 2013; abgerufen am 15. Januar 2011.
  4. a b c Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 43.
  5. Kapelle in Berndorf. hitzendorf.graz-seckau.at, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Januar 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/hitzendorf.graz-seckau.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  6. Pestkreuz in Berndorf. hitzendorf.graz-seckau.at, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. März 2016; abgerufen am 15. Januar 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hitzendorf.graz-seckau.at