Mayersdorf (Gemeinde Hitzendorf)

Mayersdorf (Rotte)
Ortschaft
Katastralgemeinde Mayersdorf
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf
Koordinaten 47° 1′ 8″ N, 15° 18′ 58″ O
Höhe 366 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 194 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 4,98 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14956
Katastralgemeindenummer 63253
Zählsprengel/ -bezirk Hitzendorf (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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Mayersdorf ist eine Ortschaft und gleichnamige Rotte in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Mayersdorf ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Hitzendorf. Die Ortschaft hat 194 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2025).[1]

Lage und Geographie

Mayersdorf liegt im südlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, südöstlich des Marktortes im Liebochtal. Der Ort wird vom Lusenbach und dem Prostbach durchflossen.

Im Norden und Westen verläuft die Liebochtalstraße (L336), die Hitzendorf mit Attendorf verbindet, an Mayersdorf vorbei. Im Ort zweigt von der Liebochtalstraße die Dobleggerstraße (L383) ab, die Mayersdorf mit der nach Graz führenden Hitzendorferstraße (L301) verbindet.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen neben der gleichnamigen Ortschaft Mayersdorf auch noch die Ortschaft Doblegg.

Geschichte

Mayersdorf geht auf eine im 11. oder 12. Jahrhundert planmäßig als Gründungsdorf angelegte Siedlung zurück. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort 1265 als Mortdorf. Weitere Erwähnungen datierten 1341 als Martdorf, 1365 als Mörtdorf, 1543 als Martarff, 1555 als Mertdorf, 1580 als Marttersdorff, 1591 als Mortdorf, 1640 als Mardorf, 1755 als Mahrstorff, um 1780 als Marsdorf und schließlich 1822 als Mayersdorf. Der Ortsname geht auf den Personennamen Merto oder Martin zurück.[2]

Nach der Pestepidemie von 1479 war Mayersdorf von 1480 bis 1490 verödet, also nicht bewohnt.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Mayersdorfs zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Eggenberg, Doblegg, Großsöding, Ligist, Oberthal, Plankenwarth, Schütting und Winterhof Untertanen im Ort. Der Herrschaft Oberwildon untertänige Personen werden 1580 in Mayersdorf genannt. Zumindest von 1591 bis 1685 lassen sich Untertanen das Grazer Bischofhofs in Mayersdorf nachweisen.[2]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Mayersdorf Teil der freien Ortsgemeinde Hitzendorf.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort Mayersdorf ist landwirtschaftlich geprägt. Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung spielte dabei der seit dem Mittelalter in den sogenannten Mayersdorfberg(en) nachweisbare Weinbau. Der Weinbau wurde nach 1878 eingestellt. Südlich des Ortes liegt am Lusenbach mit der Mayersdorfmühle eine ehemalige Mautmühle.[2]

Der Ort ist nach Hitzendorf eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Von regionalgeschichtlicher Bedeutung ist die gemauerte Dorfkapelle. Diese hat einen Dachreiter und wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtet.[2]

Literatur

  • Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 395.
Commons: Mayersdorf (Hitzendorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. a b c d e f g Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 395.