Schloss Tausendlust

Das Schloss Tausendlust ist ein Schloss in Hitzendorf in der Steiermark, früher auch Schloss Altenburg genannt. Es wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet und befindet sich heute in Privatbesitz.[1] Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Lage

Das Schloss Tausendlust liegt an der Straße, die von der zu Hitzendorf gehörenden Ortschaft Höllberg nach Stein in führt. Es befindet sich auf einem Höhenrücken der das Liebochtal vom Södingtal trennt und nach Osten hin steil abfällt.[1]

Geschichte

An der Stelle des heutigen Schlosses befand sich ursprünglich vermutlich ein Wehrbau. Dieser wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Alexander Rüdt von Khollenburg zum heutigen Schloss aus- oder umgebaut. Im Jahr 1607 ging das Anwesen an Adam Gabelkhover. Je nach Quelle verkaufte Adams Tochter Katharina das als Tausendlust am Altenperg bezeichnete Anwesen zusammen mit der Meierei 1650 entweder an Karl Ludwig von Eibiswald oder Christof Rudolf von Eibiswald. Wegen der geringen Einkünfte aus dem Weinbau war der Besitzerwechsel aber nur von kurze Dauer, da Tausendlust 1651 wieder an Katharina Gabelkhofer zurückging.[1][2]

Im Jahr 1671 wurde das Schloss von Johann Caspar von Kellersperg gekauft. Die Freiherren von Kellersperg waren bis 1942 die Schlossherren. Im Jahr 1799 wurde ein als baufällig geltender Seitenflügel abgerissen und 1825 wurde nach einem Blitzschlag der Turm des Torvorbaus entfernt. Um 1880 galt das Schloss als größtenteils verfallen. Kaspar von Kellersperg adaptierte das Schloss 1903 um es als Ferienkolonie für 40 Kinder nutzen zu können. Er stellte die Räumlichkeiten dafür dem Grazer Ferienkolonieverein kostenlos zur Verfügung. Tausendlust wurde bis mindestens 1925 als Ferienkolonie genutzt. Paula Krassnig kam 1942 in den Besitz des Schlosses, Ihr folgte 1947 Margarethe Primavesi nach. Die Familie Primavesi war zumindest bis 1991 Eigentümer von Schloss Tausendlust.[2]

Heute befindet sich das Schloss im Besitz von Josef Wohinz.[3]

Gestaltung

Das Schloss Tausendlust ist ein einfacher zweistöckiger (dreigeschoßiger) Bau der kaum gegliedert ist. Ein als baufällig geltenter Seitenflügel wurde 1799 und der durch Blitzschlag beschädigte Turm des Torvorbaus wurden 1825 abgetragen. Ein außen am Schloss angebrachtes Wappen der Edlen von Dellrich wurde entfernt und in einem umgestaltenen Bauernhaus in Vockenberg bei Stubenberg eingemauert.[4]

In einem Deckentram im ersten Stock findet man die Jahreszahl 1588. Die Holztramdecken der vier Zimmer im zweiten Stocks zieren Temperamalereien aus dem Ende des 16. Jahrhunderts die von einem niederländischen Maler oder von einem niederländisch beeinflussten Maler aus dem Umkreis der Grazer Hofmaler stammen.[5] Sie zeigen neben allegorische und symbolische Darstellungen auch groteske Ornamente. Auch an den Wänden der Zimmer haben sich Spuren von Wandmalereien erhalten. Die Türen im Schloss haben mit Ornamenten verzierte Einfassungen sowie teilweise bemalte Türblätter.[4]

Die Schlosskapelle wurde erstmals 1699 genannt und verfügt über eine Messlizenz.[4]

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 554.
Commons: Schloss Tausendlust – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Schloss Tausendlust. www.hitzendorf.com, abgerufen am 3. Februar 2016.
  2. a b Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 655–656.
  3. Schloss Tausendlust. In: burgen-austria.com. Martin Hammerl;
  4. a b c Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 655.
  5. Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 554.

Koordinaten: 47° 1′ 19″ N, 15° 18′ 1,7″ O