Wittigkofen

Wittigkofen
Gebräuchliches Quartier von Bern
Koordinaten 603310 / 198752
Höhenbereich 548–565 m ü. M.
Fläche 0,474 km²
Einwohner 2701 (31. Dez. 2024)[1]
Ausländeranteil 31.58 % (31. Dez. 2024)[2]
Arbeitsstätten 70 (31. Dez. 2023)[3]
Quartiernummer 430
Postleitzahl 3006, 3015
Statistischer Bezirk Murifeld
Stadtteil Kirchenfeld-Schosshalde

Wittigkofen (auch: Wittigkofe) ist ein Quartier der Stadt Bern. Es gehört zu den 2011 bernweit festgelegten 114 gebräuchlichen Quartieren und liegt im Stadtteil IV Kirchenfeld-Schosshalde, dort im statistischen Bezirk Murifeld. Es grenzt an die gebräuchlichen Quartiere Weltpost, Murifeld, Sonnenhof, Schöngrün/Vermont, Merzenacker und Solacher/Melchenbühl. Im Osten bildet es die Stadtgrenze zu Muri.[4] Im Norden befindet sich das Schloss Wittigkofen, welches zum Namensgeber des Quartiers wurde.

Im gebräuchlichen Quartier betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 2701 Personen. Davon waren 46,8 Prozent Männer und 53,2 Prozent Frauen. 2024 wurden 18 Personen eingebürgert. 23 Geburten standen 36 Todesfällen gegenüber. Es wurden 18 Ehen geschlossen und es gab 13 Scheidungen. 1848 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 853 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 31.58 %).[2]
Es befanden sich dort 70 Arbeitsstätten[3] (Stand:31. Dezember 2023)

Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:[1]

Altersklasse Anz. Einw. Anteil in %
0–6 (Vorschule) 154 5.70
7–15 (Schule) 276 10.22
16–19 (Ausbildung) 150 5.55
20–64 (Berufsphase) 1335 49.43
ab 65 (Rentner) 786 29.10

Die Grossüberbauung Wittigkofen mit je fünf Punkthäusern und Kettenbauten wurde nach den Überbauungen im Westen in Angriff genommen. Die Planung wurde bei der Expo 64 in Lausanne als vorbildlich bewertet. Der Architekt Otto Senn wurde mit der Projektierung beauftragt, die Architekten Thormann und Nussli Bern waren mit der Ausführung beauftragt. Ursprünglich sollten in mehreren Quartieren (Wittigkofen, Thoracker, Hinteres Melchenbühl, Sollacker) Wohnraum für bis zu 24'000 Menschen, ein Hotel mit 800 Betten, ein Kongresszentrum, ein riesiges Einkaufszentrum mit über 4'000 Parkplätzen und ein Autobahnanschluss gebaut werden. Nach der Ölkrise 1973 und der folgenden Abschwächung der Wirtschaft wurde das Projekt an der Urne abgelehnt und nur das Projekt der 1. Etappe «Oberes Murifeld» am 28. Juli 1970 angenommen. 1972 war Baubeginn, im August 1973 konnten erste Wohnungen bezogen werden, und 1980 war das Quartier im Wesentlichen fertiggestellt. 1258 Wohnungen standen um 2010 rund 2280 Bewohnern zur Verfügung. In einer Befragung 2010 wurde festgestellt, dass sich die Bewohner «ganz stark» mit ihrem Quartier identifizieren und sich in ihm wohlfühlen – besonders die Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen werden geschätzt. Der Name Saali, den heute noch die Endhaltestelle der Strassenbahnlinie 8 trägt, erinnert an das dort befindliche Saaligut, schon im 15. Jahrhundert wurde das wellige Gelände als Salermösli bezeichnet.[5][6][7]

Die tilia Stiftung unterhält in Wittigkofen ein Pflegezentrum für 90 Bewohner und beschäftigt dort rund 170 Mitarbeiter.[8]

Die Strassenbahnlinie 8 sorgt für eine gute Anbindung an das Zentrum.

Commons: Wittigkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Polizeiinspektorat Stadt Bern, Einwohnerdatenbank; Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten, Ordipro (einige online)
  2. a b Schweizer und Ausländer gemäss Die Wohnbevölkerung der Stadt Bern 2024
  3. a b Bundesamt für Statistik, Statistik der Unternehmensstruktur STATENT
  4. Interaktiver Stadtplan der Stadt Bern (Auswahl unter «Themen»).
  5. Wohnstadt Bern. In: Informationen zur aktuellen Wohnbaupolitik der Stadt Bern. Nr. 22, Dezember 2011, S. 10.
  6. Bauinventar der Stadt Bern: Saali.
  7. Wittigkofen gestern und heute, vom Acker zur Satellitenstadt. In: Dr JUPI. Quartierzeitung, Nr. 4, 2010, S. 10–12.
  8. Pflegezentrum tilia Wittigkofen auf tilia-stiftung.ch.