8,8-cm-Schnelladekanone L/30
| 8,8-cm-Schnelladekanone L/30 | |
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| Allgemeine Angaben | |
| Entwickler/Hersteller | Friedrich Krupp AG |
| Entwicklungsjahr | 1890 |
| Waffenkategorie | Schiffsartillerie Flugabwehrkanone |
| Technische Daten | |
| Gesamtlänge | 2,64 m |
| Kaliber | 8,8 cm |
| Kaliberlänge | L/30 |
| Kadenz | 15 Schuss/min |
| Höhenrichtbereich | –10° bis +20° –10° bis +30° Winkelgrad |
| Seitenrichtbereich | 360° |
Die 8,8-cm-Schnelladekanone L/30, kurz 8,8-cm-SK L/30, war eine Schiffskanone des Deutschen Kaiserreiches und wurde von der Kaiserlichen Marine auf verschiedenen Schiffstypen eingesetzt.
Entwicklung
Um Überwasserschiffe mit einer Sekundärbewaffnung auszurüsten, wurde ab 1890 die 8,8-cm-Schnelladekanone L/30 von der Friedrich Krupp AG mit einem Gewicht von nur 644 kg entwickelt und ab 1892 verbaut. Da das Geschütz so leicht war, wurde es auch auf einigen U-Booten als Deckgeschütz in einer speziellen Lafette verbaut.[1][2]
Technische Beschreibung
Die 8,8-cm-SK L/30 hatte eine Gesamtlänge von 2,64 m und wog 644 kg. Das Geschützrohr war am hinteren Ende mit einem horizontalen Gleitblockverschluss von Krupp ausgestattet.[1]
Neben der Lafette für Überwasserschiffe, gab es auch eine U-Boot-Lafette. Dabei konnte die Schnelladekanone entweder auf einer einziehbaren oder festen Schwenklafette verbaut werden. Durch die einziehbare Lafette von Krupp konnte das Geschütz so weit in das U-Boot abgesenkt werden, dass nur noch das Geschützrohr herausschaute. Die Lafette für Überwasserschiffe stammte von Ehrhardt und konnte auf das Schiffsdeck heruntergeklappt werden. Dabei wurde die Lafette jeweils nach von und hinten gezogen, sodass das Geschützrohr recht nah über dem Deck lag.[1]
Die verschossenen Granaten hatten ein Gewicht von 7 kg. Je nach Lafettentyp, änderte sich die Reichweite der Granaten. Die Lafetten der Überwasserschiffe ermöglichen einen Höhenrichtbereich zwischen −10 und +20 Winkelgrad. Dadurch konnten die Granaten, bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 590 m/s, bis zu 7,3 km weit gefeuert werden. Die U-Boot-Lafetten verfügten über einen Höhenrichtbereich zwischen −10 und +30 Winkelgrad. Dadurch erreichten die Granaten, bei gleicher Mündungsgeschwindigkeit, eine maximal Reichweite von 10,5 km.[1]
Einsatz
Die 8,8-cm-Schnelladekanone L/30 war in der Kaiserlichen Marine weit verbreitet und auf vielen Schiffen verbaut worden. Dazu zählten:[2]
- Panzerschiffe der Preußen-Klasse und Brandenburg-Klasse
- Einheitslinienschiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse und Wittelsbach-Klasse
- Küstenpanzerschiffe der Siegfried-Klasse
- Geschützte Kreuzer der Victoria-Louise-Klasse
- Avisios der Blitz-Klasse, Meteor-Klasse und Wacht-Klasse
- Kanonenboote der Iltis-Klasse
- Torpedoboote der A-Klasse
- U-Boote der Klassen U-93, U-139, U-151, UB II, UB III, UC II, UC III, UD, UE
Literatur
- John Campbell: Naval Weapons of World War Two. Conway Maritime Press, London 2002, ISBN 0-87021-459-4.
- Norman Friedman: Naval Weapons of World War One: Guns, Torpedoes, Mines and ASW Weapons of All Nations. Seaforth Publishing, Barnsley 2011, ISBN 978-1-84832-100-7.
- Terry Gander, Peter Chamberlain: Weapons of the Third Reich: An Encyclopedic Survey of All Small Arms, Artillery and Special Weapons of the German Land Forces 1939–1945. Doubleday, New York 1979, ISBN 0-385-15090-3.
- Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 - Band 1: Frühe deutsche Flotten, Panzerschiffe, Linienschiffe, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer, Kanonenboote. Edition Erich Gröner GbR, Dabendorf 2024, ISBN 978-3-9825607-2-4.
- Ian V. Hogg: German Artillery of World War Two (2nd corrected ed.). Stackpole Books, Mechanicsville 1997, ISBN 1-85367-480-X.
- Reichsmarineamt: Bedienungsvorschrift für die 8,8 cm Schnellade-Kanone L/30 in 8,8 cm Mittel-Pivot-Lafette c/89. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1909.
- Rolf Rudi: Der Atlantikwall: Bauten der deutschen Küstenbefestigungen 1940-1945. Biblio, Osnabrück 1998, ISBN 3-7648-2469-7.
- Rolf Rudi: A Dictionary on Modern Fortification: An Illustrated Lexicon on European Fortification in the Period 1800-1945. PRAK, Middleburg 2004.