21-cm-Schnelladekanone L/40

21-cm-Schnelladekanone L/40


21-cm-Schnelladekanone L/40 C/01
als Doppelgeschütz auf dem
Großen Kreuzer SMS Scharnhorst

Allgemeine Angaben
Entwickler/Hersteller Friedrich Krupp AG
Entwicklungsjahr 1897 – 1904
Produktionszeit 1898 bis 1904
Modellvarianten C/97
C/01
C/04
Waffenkategorie Schiffsartillerie
Technische Daten
Gesamtlänge 8,4 m
Rohrlänge 7,8 m
Kaliber 21 cm
Kaliberlänge L/49

Die 21-cm-Schnelladekanone L/40, kurz 21-cm-SK L/40, war ein Schiffsgeschütz des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1898 auf mehreren Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine eingesetzt.

Technische Beschreibung

Von der 21-cm-Schnelladekanone L/40 gab es drei verschiedene Versionen. Dennoch verschossen alle die gleiche Munition. Je nach Art wogen die Granaten zwischen 108 kg und 113,5 kg. Dabei lag die Feuergeschwindigkeit zwischen vier bis fünf Granaten in der Minute. Bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 780 m/s konnten die Granaten der C/97 und C/01 bei +30 Winkelgrad bis zu 16,3 km weit gefeuert werden. Da die C/04 nur einen maximale Erhöhung von +16 Winkelgrad erreichte, lag die maximale Feuerreichweite bei 12,4 km.

21-cm-Schnelladekanone L/40 C/97

Die C/97 bestand aus zwei zusätzlichen Lagen von Stahlringen um das ursprüngliche Geschützrohr und einem zylindro-prismatischen Verschlussblock. Das Schwenkwerk wurde hydraulisch betrieben. Der Höhenrichtbereich lag zwischen –5 und +30 Winkelgrad. Die Kanone mit Lafette wog 16,5 t. Der horizontale Richtbereich betrug zu jeder Seite 150 Winkelgrad.

21-cm-Schnelladekanone L/40 C/01

Die Version C/01 wurde speziell für Zwillingslafetten konzipiert. Dabei besaßen die Rohre nur eine zusätzliche Lage an Stahlringen. Der Höhenrichtbereich lag hier ebenfalls zwischen –5 und +30 Winkelgrad. Das Gewicht mit Lafette erhöhte sich hier, aufgrund der Doppelgeschütze, auf 20,02 t. Der horizontale Richtbereich war zur C/97 identisch.

21-cm-Schnelladekanone L/40 C/04

Die Version C/04 ähnelte der C/01, war jedoch für Kasemattlafetten vorgesehen und besaß keine zusätzlich Lage an Stahlringen. Da sich die Geschütze in seitlichen Kasematten befanden, lag der Höhenrichtbereich hier nur zwischen –5 und +16 Winkelgrad. Das Gewicht der Kanone mit Lafette lag bei 18,9 t.

Einsatz

Die 21-cm-Schnelladekanone L/40 C/97 wurde zur Hauptbewaffnung der Geschützten Kreuzer der Victoria-Louise-Klasse. Die spätere 21-cm-Schnelladekanone L/40 C/01 wurde die Hauptbewaffnung der Großen Kreuzer der Prinz-Adalbert-, der Roon- und der Scharnhorst-Klasse. Die dritte Reihe, die 21-cm-Schnelladekanone L/40 C/04 wurden in Einzelkasematten mittschiffs in der Scharnhorst-Klasse verbaut.[1]

Während des Ersten Weltkrieges wurden acht 21-cm-Schnelladekanone L/40 C/97 der Victoria-Louise-Klasse, welche Ende 1914 und Anfang 1915 außer Dienst gestellt wurden, zu zwei Küstenverteidigungsbatterien umfunktioniert. Hierbei erhielt sowohl die Batterie Freya, als auch die Batterie Hertha je vier Geschütze. Stationiert waren sie an der belgischen Küste.[1]

Als zu Beginn des Krieges drei der vier Großen Kreuzer der Prinz-Adalbert- und Roon-Klasse durch Seemine und U-Boote versenkt wurden, übergab man 21 Ersatzgeschütze dem Deutschen Heer für die Landverteidigung. Nachdem die Roon 1916 außer Dienst gestellt wurde, übergab man auch diese Geschütze. 1917 wurde eines davon am Kap Helles auf den Dardanellen im Osmanischen Reich stationiert.[1] Sieben weitere Geschütze wurden zu Eisenbahngeschützen umgebaut und als 21-cm-SK „Peter Adalbert“ bezeichnet.[2]

Auch während des Zweiten Weltkrieges wurden einige Geschütze weiter verwendet und als Küstenverteidigungsartillerie genutzt.

Commons: 21-cm-Schnelladekanone L/40 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • John Campbell: Naval Weapons of World War Two. Conway Maritime Press, London 2002, ISBN 0-87021-459-4.
  • Guy François: Eisenbahnartillerie: Histoire de l'artillerie lourd sur voie ferrée allemande des origines à 1945. Editions Histoire et Fortifications, Paris 2006.
  • Norman Friedman: Naval Weapons of World War One. Seaforth, Barnsley 2011, ISBN 978-1-84832-100-7.
  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Weapons of the Third Reich: An Encyclopedic Survey of All Small Arms, Artillery and Special Weapons of the German Land Forces 1939–1945. Doubleday, New York 1979, ISBN 0-385-15090-3.
  • Ian V. Hogg: German Artillery of World War Two, 2ª ed. Stackpole Books, Mechanicsville 1997, ISBN 1-85367-480-X.
  • Rudi Rolf: Der Atlantikwall: Bauten der deutschen Küstenbefestigungen 1940-1945. Biblio, Osnabrück 1998, ISBN 3-7648-2469-7.
  • Rudi Rolf: A Dictionary on Modern Fortification: An Illustrated Lexicon on European Fortification in the Period 1800-1945. PRAK, Middleburg 2004.

Paul Schmalenbach: German Navy Large Bore Guns Operational Ashore During World War I. Warship International, 1983, ISSN 0043-0374.

Einzelnachweise

  1. a b c Norman Friedman: Naval Weapons of World War One. 2011, S. 141–142.
  2. Guy François: Eisenbahnartillerie. 2006, S. 38.