Wirtschaft Ägyptens
| Ägypten | |
|---|---|
| Weltwirtschaftsrang | 42. (nominal) (2024)[1] |
| Währung | Ägyptisches Pfund |
| Handels- organisationen |
WTO |
| Kennzahlen | |
| Bruttoinlands- produkt (BIP) |
383,1 Milliarden USD (nom.) (2024)[1] 2,2 Billionen USD (PPP) (2024)[1] |
| BIP pro Kopf | 3.570 USD (nominal) (2024) 20.780 USD (PPP) (2024)[1] |
| BIP nach Wirtschaftssektor | Landwirtschaft: 13,7 % (2024) Industrie: 32,6 % (2024) Dienstleistung: 48,9 % (2024)[2] |
| Wachstum | 2,4 % (2024)[1] |
| Inflationsrate | 33,3 % (2024)[1] |
| Gini-Index | 28,5 (2021)[3] |
| Erwerbstätige | 33,7 Mio. (2024)[3] |
| Arbeitslosenquote | 7,4 % (2024)[1] |
| Außenhandel | |
| Export | 42,137 Mrd. $ (2024)[2] |
| Exportgüter | Erdöl und Erdgas, Elektrizität, Textilien, Dünger, Plastik |
| Exportpartner | Türkei: 9,5 % (2023) Italien: 7,5 % (2023) Saudi-Arabien: 6,4 % (2023) Vereinigte Arabische Emirate: 5,3 % (2023) Vereinigte Staaten: 4,6 % (2023)[2] |
| Import | 86,333 Mrd. $ (2024)[2] |
| Importgüter | Konsumgüter, Eisen und Stahl, Plastik, Weizen, Pharmazeutika |
| Importpartner | China: 15,6 % (2023) Vereinigte Staaten: 6,5 % (2023) Saudi-Arabien: 6,3 % (2023) Deutschland: 4,9 % (2023) Italien: 3,9 % (2023)[2] |
| Außenhandelsbilanz | –44,196 Mrd. € (2024) |
| Öffentliche Finanzen | |
| Öffentliche Schulden | 90,0 % des BIP (2024)[1] |
| Staatseinnahmen | 15,8 % des BIP (2024)[1] |
| Staatsausgaben | 22,9 % des BIP (2024)[1] |
| Haushaltssaldo | −7,1 % des BIP (2024)[1] |
Die Wirtschaft Ägyptens gehört zu den führenden in Afrika. Mit über 100 Millionen Einwohnern ist das Land ein wichtiger Absatzmarkt und durch seine geografische Lage am Schnittpunkt von Afrika, Asien und Europa strategisch bedeutsam. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) nimmt Ägypten eine führende Stellung auf dem Kontinent ein: 2023 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei etwa 347 Milliarden US-Dollar und stellte damit rund 13,6 % der gesamten Wirtschaftsleistung Afrikas, was den zweitgrößten Wert hinter Südafrika darstellt.[4] Ägypten wird von der Weltbank als Land mit unterem mittlerem Einkommen eingestuft[5], mit einem BIP pro Kopf von lediglich ca. 3600 US-Dollar (2024).[6] Wird jedoch die lokale Kaufkraft einbezogen, steigt das BIP pro Kopf auf über 20.000 Internationale Dollar, da das lokale Preisniveau sehr niedrig ist.[7] Wichtige Sektoren sind die Landwirtschaft am Niltal, eine diversifizierte Industrie (u. a. Textilien, Nahrungsmittel, Chemie, Bauwirtschaft) sowie ein großer Dienstleistungsbereich einschließlich Tourismus, Transport und Finanzwesen. Bedeutende Einnahmequellen sind zudem der Sueskanal und Überweisungen von im Ausland arbeitenden Ägyptern. Seit dem 20. Jahrhundert durchlief die ägyptische Wirtschaft zahlreiche Phasen, von staatsgelenkter Entwicklung unter Gamal Abdel Nasser über Liberalisierungsschritte unter Anwar as-Sadat und Husni Mubarak bis hin zu jüngeren Reformprogrammen, und sieht sich gegenwärtig Herausforderungen wie hohem Bevölkerungswachstum, struktureller Arbeitslosigkeit, chronischer Inflation, hoher Staats- und Auslandsverschuldung und externen Zahlungsungleichgewichten gegenüber.
Wirtschaftsgeschichte
Frühe Wirtschaft
Die Region am Nil war seit der Antike eine der fruchtbarsten Agrargebiete der Welt. Das alte Ägypten nutzte die jährlichen Nilschwemmen für eine hochproduktive Bewässerungslandwirtschaft, die große Getreideüberschüsse ermöglichte, weshalb sich früh ein zentralisierter Staat und eine der frühesten Hochkulturen im Niltal entwickelte. Eine Münzwirtschaft im größeren Stil wurde in Ägypten erstmals unter den Ptolemäern in der hellenischen Ära eingeführt.[8] In der römischen Kaiserzeit galt Ägypten als „Kornkammer“ des Mittelmeerraums – unter Kaiser Augustus lieferte die Provinz jährlich rund 150.000 Tonnen Getreide nach Rom, genug zur Verpflegung von ca. einer halben Million Menschen.[9] Über Jahrhunderte bildeten der Getreideanbau (insbesondere Weizen und Gerste) und daraus abgeleitete Produkte (etwa Leinen aus Flachs) die Grundlage der Wirtschaft. Die Textilindustrie war im Mittelalter ein grundlegender Bestandteil der ägyptischen Wirtschaft und verband Landwirtschaft, Produktion und Handel miteinander.[10] Auch bestand bereits eine komplexe ökonomische Arbeitsteilung zwischen städtischen und ländlichen Regionen. In der arabischen und osmanischen Zeit blieb Ägypten ein wichtiges Agrarland und Handelszentrum, verlor jedoch gegenüber Europa an technischer und wirtschaftlicher Dynamik.
Wirtschaftsreformen im 19. Jahrhundert
Muhammad Ali (Regierungszeit 1805–1848) leitete umfassende Wirtschaftsreformen ein, die Ägypten auf eine modernere Grundlage stellen sollten. Er etablierte staatliche Industriebetriebe, darunter Waffenfabriken, Zuckerraffinerien und Textilmanufakturen, und führte ein staatliches Monopolsystem ein, bei dem die Bauern ihre Produkte (vor allem Baumwolle) an den Staat verkaufen mussten. Bis in die 1830er Jahre entstanden etwa 30 Baumwollspinnereien mit insgesamt rund 30.000 Arbeitern im Land. Diese frühen Industrialisierungsversuche waren jedoch nur von kurzer Dauer: Viele der staatlichen Betriebe gerieten wegen ineffizienter Verwaltung, Treibstoffmangel und des Rückgriffs auf Zwangsarbeit (Korvée) in Schwierigkeiten und brachen schließlich zusammen. Trotz des Scheiterns schwächte Muhammad Alis Politik die traditionellen Handwerkszünfte und führte Lohnarbeit im größeren Umfang ein.[11]
Sein Enkel Ismail Pascha (Regierungszeit 1863–1879) nutzte den Baumwoll-Boom während des amerikanischen Bürgerkriegs, um weitere Industrien (z. B. Zucker- und Textilfabriken) aufzubauen. Auch diese hatten es jedoch schwer, sich gegen die billigen Importe und die Konkurrenz aus Europa zu behaupten. Zwischen 1869 und 1876 startete Ismail unter britischer Führung Militäraktionen gegen sudanesische Sklavenjäger, um die ägyptische Herrschaft im Sudan wiederherzustellen. Dieser Prozess gipfelte 1877 in der Unterzeichnung des anglo-ägyptischen Sklavenhandelsabkommens, das die Sklaverei und den Sklavenhandel in Ägypten offiziell beendete. Ismails zunehmende politische Unterordnung unter Großbritannien, insbesondere nach dem Zahlungsausfall Ägyptens für seine internationalen Schulden im Jahr 1876, dürfte das Abkommen erleichtert haben.[12] Die gescheiterten Reformen hatten das Land nämlich abhängig von internationalen Kreditgebern gemacht.
Britische Kolonialzeit
Nach der faktischen Unterstellung Ägyptens unter britische Kontrolle im Jahr 1882 (offiziell britisches Protektorat 1914–1922) blieb die Wirtschaft stark von ausländischen Interessen geprägt. Die Kolonialmacht Großbritannien orientierte die ägyptische Produktion vor allem auf den Export von Baumwolle für die britische Textilindustrie. In die Entwicklung einer eigenständigen Industrie wurde hingegen wenig investiert. Britische und andere europäische Investoren steckten Kapital vor allem in die Infrastruktur – etwa in den Ausbau des Schienennetzes, der Häfen, der Bewässerungsanlagen und den Betrieb von Versorgungseinrichtungen – was zwar das Transportwesen und die städtische Versorgung verbesserte, jedoch nicht zu einer breiten Industrialisierung führte. Die britische Handelspolitik (z. B. niedrige Importzölle gemäß einem Handelsabkommen von 1838) begünstigte zudem den Zustrom günstiger Importwaren und hemmte den Aufbau heimischer Fabriken, weshalb nur wenig wettbewerbsfähige einheimische Unternehmen bestanden.[13]
Die Landwirtschaft blieb bis weit ins 20. Jahrhundert dominierend; Großgrundbesitzer kontrollierten weite Teile des Nildeltas und produzierten Baumwolle und andere Feldfrüchte für den Export. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es – vor allem nach der formellen Unabhängigkeit 1922 und der Weltwirtschaftskrise – zu ersten Ansätzen einer wirtschaftlichen Emanzipation: Unternehmer wie Talaat Harb gründeten Nationalbanken (Banque Misr 1920)[14] und Industriefirmen, um ägyptisches Kapital in nationale Projekte zu lenken. Durch Schutzzollmaßnahmen ab 1930 entstanden einige lokale Industriezweige (Textil- und Lebensmittelverarbeitung, Bauwesen), die während des Zweiten Weltkriegs weiter wuchsen.
Nasserismus
Nach dem Sturz der Monarchie 1952 schlug Ägypten unter Präsident Gamal Abdel Nasser (1954–1970) einen sozialistisch orientierten, staatlich gelenkten Entwicklungsweg ein. Schlüsselindustrien, Banken, Versicherungen und der Außenhandel wurden verstaatlicht; ausländische Unternehmen (darunter die Suezkanal-Gesellschaft) und Großgrundbesitze gingen in Staatsbesitz über. Gleichzeitig führte die Regierung Agrarreformen durch, begrenzte den Landbesitz der Großgrundbesitzer und verteilte Land an landlose Bauern. Mit Unterstützung der Sowjetunion wurden große Industrie- und Infrastrukturprojekte realisiert, etwa ein Stahlwerk in Helwan und vor allem der Bau des Hochdamms von Assuan (1960–1971) zur Energie- und Wasserversorgung.[15] Die Wirtschaft wuchs in dieser Zeit beträchtlich; der Staat gewährte der Bevölkerung umfangreiche Sozialleistungen. Breite Schichten erhielten Zugang zu kostenloser Bildung und Gesundheitsversorgung, Subventionen hielten die Preise für Grundnahrungsmittel, Strom und Treibstoff niedrig. Diese Politik führte zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards vieler Ägypter, weshalb die Nasser-Zeit häufig im Nachhinein als „Goldene Ära“ angesehen wurde.[16]
Allerdings führte das staatliche Dirigismus auch zu wirtschaftlichen Ineffizienzen: Gegen Ende der 1960er-Jahre waren Versorgungsengpässe und Haushaltsdefizite sichtbar, da die bürokratische Planwirtschaft mit geringer Produktivität und Verschwendung einherging. Zudem belasteten die hohen Rüstungsausgaben und die Kriege (der Jemenkrieg 1962–1967 und insbesondere die Niederlage im Sechstagekrieg 1967 mit dem Verlust der Sinai-Ölfelder) die ägyptische Volkswirtschaft schwer. Als Nasser 1970 starb, hinterließ er ein zwiespältiges Erbe: Einerseits soziale Errungenschaften und eine diversifiziertere Industrie, andererseits strukturelle Schwächen wie ein aufgeblähtes öffentliches Sektors, Auslandsschulden und chronische Engpässe, die nachfolgende Regierungen zum Umsteuern drängten.[17]
Liberalisierung unter Sadat
Präsident Anwar as-Sadat (1970–1981) leitete eine wirtschaftspolitische Wende ein, die Ägypten schrittweise vom sozialistischen Kurs seines Vorgängers auf eine marktorientierte Linie brachte. Ab 1974 verfolgte Sadat die Infitah (arabisch für „Öffnung“): Ausländische Investitionen wurden gezielt angezogen, der private Sektor gestärkt und frühere Beschränkungen für Unternehmer gelockert. Ägypten orientierte sich außenpolitisch neu – Sadat löste die engen Bindungen an die Sowjetunion und näherte sich den USA und den ölreichen Golfstaaten an, was dem Land umfangreiche Hilfsgelder einbrachte. Die zweite Hälfte der 1970er-Jahre war von hohen Wachstumsraten gekennzeichnet: Das inflationsbereinigte BIP wuchs zeitweise um 8–10 % pro Jahr. Mehrere Faktoren begünstigten diesen Boom: Nach dem Ölschock von 1973 flossen Milliarden an Petro-Dollars in die Region, von denen Ägypten durch arabische Finanzhilfen profitierte; zudem eröffneten sich durch den Frieden mit Israel 1979 neue Geldströme aus den USA. Auch Suezkanal und Tourismus, die nach dem Sechstagekrieg brachlagen, belebten sich wieder – der Suezkanal wurde 1975 wiedereröffnet, und Millionen ägyptischer Arbeitskräfte fanden lukrative Jobs in den Golfstaaten, was die Rücküberweisungen anschwellen ließ (1979 überwiesen ägyptische Gastarbeiter über 2,2 Mrd. US$ an Heimatüberweisungen, etwa 12 % des BIP).[17]
Trotz dieser Erfolge traten auch Probleme zutage: Die ungleiche Verteilung des neuen Wohlstands führte zu wachsender sozialer Ungleichheit, insbesondere zwischen einer neuen Oberschicht, die von Infitah profitierte, und ärmeren Bevölkerungsschichten. Unter dem Druck von Weltbank und IWF versuchte die Regierung ab Mitte der 1970er, die aufgeblähten Subventionen für Lebensmittel und Energie abzubauen, um Budgetdefizite zu reduzieren. Als 1977 die Brotpreise infolge der Kürzung staatlicher Unterstützung plötzlich steigen sollten, kam es zur „Brot-Unruhen“ (Intifadat al-Chubz) mit landesweiten Protesten und Ausschreitungen. Die Regierung sah sich gezwungen, die Preiserhöhungen umgehend zurückzunehmen.[17] Bei Sadats Ermordung 1981 hinterließ er ein Land, das außenpolitisch neu positioniert war und wirtschaftlich teilweise liberalisiert, das aber weiterhin mit einem großen staatlichen Sektor, Subsidienlasten und sozialen Spannungen zu kämpfen hatte.
Mubarak-Ära
Unter Präsident Husni Mubarak (1981–2011) wurde der wirtschaftspolitische Öffnungskurs vorsichtig fortgeführt und konsolidiert. Mubarak vermied in den 1980er-Jahren abrupte Reformschritte, um soziale Unruhen wie 1977 nicht zu provozieren. Der Staat blieb ein wichtiger Arbeitgeber und Versorger, und Subventionen auf Grundbedarfsgüter wurden zunächst weitgehend beibehalten. Allerdings geriet Ägypten gegen Ende der 1980er in eine Schuldenkrise, verstärkt durch fallende Ölpreise und langsames Wachstum. 1991 ging die Regierung daher im Austausch für Schuldenerleichterungen auf ein Strukturanpassungsprogramm mit dem IWF ein.[18] In den 1990er-Jahren wurden im Zuge dieser Vereinbarung zahlreiche staatliche Unternehmen privatisiert, die ägyptische Währung (Pfund) mehrfach abgewertet und die Staatsausgaben gekürzt, insbesondere durch eine Reduzierung der Defizite im Haushalt. Diese Reformen führten zu einer makroökonomischen Stabilisierung, hatten jedoch erhebliche soziale Kosten.[19]
Die offizielle Arbeitslosigkeit stieg in den 1990ern zeitweise in den zweistelligen Bereich, und viele Ägypter wichen in den informellen Sektor aus. Ab etwa 2004 intensivierte die Mubarak-Regierung unter reformorientierten Ministern erneut die Liberalisierung: Importzölle wurden gesenkt, Steuersätze reduziert und weitere Staatsbetriebe verkauft. Dies resultierte in einem Investitionsboom und hohen Wachstumsraten von teils über 7 % jährlich Mitte der 2000er Jahre. Gleichzeitig flossen vermehrt ausländische Direktinvestitionen ins Land, und Branchen wie Telekommunikation, Bauwesen und Finanzdienstleistungen expandierten. Die Kehrseite dieser Entwicklung war eine wachsende soziale Kluft: Die Gewinne des Wachstums kamen vor allem einer kleinen wirtschaftlichen Elite zugute, während viele einfache Haushalte von steigenden Lebenshaltungskosten und unzureichenden Löhnen betroffen blieben. Die Unzufriedenheit mit den sozialen Zuständen und der politischen Unfreiheit entlud sich schließlich in den Massenprotesten der ägyptischen Revolution 2011, in deren Folge Mubarak im Februar 2011 zurücktrat.[19]
Jüngere Entwicklung
Die Revolution und die folgenden Unruhen ließen Investitionen und Tourismus zeitweise einbrechen, was die Arbeitslosigkeit steigen ließ und das Wirtschaftswachstum dämpfte. Nach dem Sturz des demokratisch gewählten Islamisten Mohammed Mursi übernahm 2014 Abdel Fattah al-Sisi die Präsidentschaft und leitete eine Phase umfassender staatlicher Großprojekte und Reformen ein. Die Regierung investierte massiv in Infrastruktur, darunter den Ausbau des Suezkanals (Erweiterung 2015), den Bau einer neuen Verwaltungshauptstadt in der Wüste östlich von Kairo sowie in neue Kraftwerke, Straßen und Wohnsiedlungen. Gleichzeitig suchte Ägypten erneut Unterstützung durch internationale Finanzinstitutionen: 2016 schloss das Land ein Abkommen mit dem IWF über einen Kreditrahmen von 12 Mrd. US-Dollar und verpflichtete sich im Gegenzug zu wirtschaftspolitischen Reformen, darunter der Abbau von Subventionen und die Freigabe des Wechselkurses. Dadurch kam es zu einer Entwertung des ägyptischen Pfunds um ca. 50 Prozent. Diese Maßnahme beseitigte den Schwarzmarktkurs und erleichterte ausländische Kapitalzuflüsse, hatte aber kurzfristig einen starken Preisschub zur Folge: Die Inflation kletterte 2017 auf über 30 %.[20]
Durch straffe Geldpolitik ging die Teuerung später zurück, und die Wirtschaft erholte sich. Ab 2017–2019 verzeichnete Ägypten wieder Wachstumsraten um 5 % und steigende Devisenreserven; der Tourismus lebte auf und Erdgasfunde (etwa das Zohr-Gasfeld) machten das Land zum Nettoexporteur von Gas, bevor die COVID-19-Pandemie ab 2020 die Wirtschaftsentwicklung bremste. 2022 geriet Ägypten infolge globaler Schocks (insbesondere sprunghaft steigende Weizen- und Energiepreise durch den Krieg in der Ukraine) in eine erneute Zahlungsbilanzkrise. Die Jahresinflation überschritt 2023 erneut die Marke von 30 % und der Pfund verlor zwischen 2022 und 2023 erneut die Hälfte seines Wertes.[21] Um den Druck zu bewältigen, schloss die Regierung Ende 2022 ein weiteres IWF-Programm über 3 Mrd. US$ ab, verbunden mit Zusagen für Reformen (z. B. weitere Privatisierungen staatsnaher Unternehmen) und musste zudem von den arabischen Golfstaaten unterstützt werden.[19]
Struktur
Ägyptens Wirtschaftsstruktur verteilt sich auf alle drei Sektoren, mit einem Schwerpunkt auf Dienstleistungen. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet gut die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts und ist der größte Arbeitgeber (rund 53 % der Arbeitskräfte). Industrie und Bauwesen machen zusammen etwa ein Drittel des BIP aus (knapp 32 %) und beschäftigen rund 29 % der Erwerbstätigen. Die Landwirtschaft trägt etwa 13–14 % zur Wirtschaftsleistung bei, beschäftigt aber immer noch fast ein Fünftel der ägyptischen Bevölkerung (ca. 19 % der Arbeitskräfte).[2] Damit zeigt sich ein typisches Bild eines sich entwickelnden Schwellenlandes: Ein vergleichsweise kleiner Agrarsektor mit nach wie vor großer Beschäftigungsrolle, ein bedeutender industrieller Sektor und ein wachsender tertiärer Sektor als Stütze der Wirtschaft.
Landwirtschaft
Die landwirtschaftliche Produktion konzentriert sich nahezu vollständig auf das Niltal und das Nildelta, da nur diese Gebiete ausreichend Wasser und fruchtbare Böden bieten. Auf etwa 3,5 Millionen Hektar bewässertem Ackerland (knapp 4 % der Landesfläche) werden intensive Anbaumethoden betrieben. Das warme Klima und die ganzjährige Wasserführung des Nils ermöglichen in vielen Regionen zwei bis drei Ernten pro Jahr. Wichtigste Feldfrüchte sind Getreide (insbesondere Weizen und Mais), Reis, Zuckerrohrrüben und Zuckerrohr, Baumwolle (ein wichtiger Devisenbringer) sowie Obst und Gemüse.[2] Trotz hoher Produktionsintensität kann die ägyptische Landwirtschaft die Nahrungsmittelnachfrage der schnell wachsenden Bevölkerung nicht vollständig decken. Das Land ist der weltweit größte Weizenimporteur (rund 80 % des Bedarfs stammen aus dem Ausland) und muss auch bei anderen Grundnahrungsmitteln wie Speiseöl auf Importe zurückgreifen.[22]
Landwirtschaftliche Erzeugnisse machen etwa 20 % der ägyptischen Warenausfuhren aus, darunter neben Baumwolle vor allem Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Zwiebeln, Trauben, Hülsenfrüchte und Datteln, deren Export 2024 ein Rekordvolumen von 8,6 Mio. Tonnen im Wert von 10,6 Mrd. US$ erreichte.[2]
Strukturelle Herausforderungen der Landwirtschaft sind die geringe Ausweitungsmöglichkeiten der Anbaufläche (begrenztes Wasser und Wüstenboden), die Zerstückelung vieler kleiner Bauernhöfe und der empfindliche Einfluss von Klimaschwankungen. Die Regierung versucht, durch Projekte zur Wüstenbewässerung (z. B. Neubau von Kanälen) und Modernisierung der Bewässerungstechniken die Produktion zu steigern. Zu den ambitioniertesten Projekten gehört das New-Delta-Projekt, durch das mithilfe von Milliardeninvestitionen 9.000 km² neues Ackerland in der Wüste geschaffen werden soll.[23]
Industrie, Bau und Rohstoffe
Der industrielle Sektor Ägyptens ist diversifiziert, wenn auch im internationalen Vergleich noch begrenzt entwickelt. Die verarbeitende Industrie trägt etwa 15 % zum BIP[2] bei und umfasst insbesondere die Lebensmittelverarbeitung, die Herstellung von Zement und Baustoffen, Düngemitteln und Chemikalien, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Montage von Konsumgütern (z. B. Elektronik, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge). Traditionell ist die Textilindustrie – aufbauend auf der heimischen Baumwolle – ein wichtiger Industriezweig, ebenso die Produktion von Baustoffen (Ägypten ist ein großer Zementproduzent für die Bauprojekte im Inland). Der Bausektor bildet einen wichtigen Teil der Wirtschaft und ist der Drittgrößte der MENA-Region. Die Regierung lässt zahlreiche neue Städte in der Wüste und an der Küste bauen, um das überbevölkerte Nildelta zu entlasten. 2025 befanden sich Bauprojekte im Wert von 120 Milliarden US-Dollar in der Umsetzung und Projekte im Wert von mehr als einer halben Billion US-Dollar in Planung.[24] Der 1960 gegründete einheimische Autobauer El Nasr Automotive Manufacturing Company begann 2024 wieder mit der Produktion elektrischer Busse in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen Yutong.[25]
Die Erdöl- und Erdgasindustrie bildet einen strategisch bedeutenden Teil der Wirtschaft: Sie trägt über ein Fünftel zum BIP bei und ist der größte einzelne Industriezweig. Ägypten verfügt über Erdölreserven im Golf von Suez und im Westlichen Wüstengebiet und fördert derzeit rund 600.000 Barrel Rohöl pro Tag (vor allem für den Eigenverbrauch). Wesentlich dynamischer ist der Erdgas-Sektor gewachsen: Seit der Entdeckung großer Gasfelder im Mittelmeer (Zohr-Feld 2015 u. a.) ist Ägypten wieder Netto-Exporteur von Erdgas, teils via Pipelines an Nachbarländer, teils durch Verflüssigung (LNG) an globale Märkte. 2024 stieg die Tagesproduktion auf 7,2 Milliarden Kubikfuß Gas und 1,3 Millionen Barrel Öläquivalent (Öl und Gas). Die rohstoffnahe Industrie (Petrochemie, Düngemittelproduktion aus Erdgas) hat in den letzten Jahren stark in den Export expandiert – so stiegen die Nicht-Erdöl-Industrieausfuhren im Fiskaljahr 2023/24 auf 32,5 Mrd. US$, ein Plus von 73,8 %. An Bodenschätzen besitzt Ägypten neben Öl und Gas auch mineralische Ressourcen wie Phosphate, Eisenerz, Gold (im Südosten des Landes) und diverse Industrieminerale. Der Bergbau trägt allerdings nur ca. 1 % zum BIP bei, soll jedoch nach Plänen der Regierung auf 5 % steigen.[2]
Die ägyptische Rüstungsindustrie gehört zu den ältesten und umfangreichsten in der arabischen Welt und umfasst ein Netzwerk staatlicher Unternehmen und einen wachsenden privaten Sektor. Sie produziert Kleinwaffen, Munition, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und Marineschiffe, häufig im Rahmen lokaler Fertigungs- oder Koproduktionsvereinbarungen.[26][27] Die Ägyptischen Streitkräfte spielen auch selbst eine bedeutende Rolle in der nationalen Wirtschaft. Laut einer Studie des Carnegie Middle East Centre kontrolliert die ägyptische Armee etwa 25 % der öffentlichen Ausgaben für Wohnungsbau und Infrastruktur.[28]
Dienstleistungen
Die Dienstleistungen sind das Rückgrat der ägyptischen Volkswirtschaft und tragen mehr als die Hälfte zum gesamten BIP bei. Einen großen Anteil machen dabei der Handel, Transport und Logistik aus, die im Transitland Ägypten (mit seiner wichtigen Lage am Sueskanal) florieren. Der Tourismus ist traditionell eine Schlüsselbranche: Millionen Besucher reisen jährlich zu den archäologischen Stätten (Pyramiden, Luxor, Tal der Könige), an die Mittelmeer- und Rotes-Meer-Küsten und auf Nilkreuzfahrten. Nach Einbrüchen durch politische Unruhen und COVID-19 hat sich der Tourismussektor erholt – die Einnahmen stiegen von 7,2 Mrd. US$ im Jahr 2014 auf 15,3 Mrd. US$ im Jahr 2024. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Zahl der ausländischen Touristen von knapp 10 Mio. auf fast 16 Mio. jährlich.[2] Auch Transportdienstleistungen tragen erheblich zur Wertschöpfung bei: Der Sueskanal erwirtschaftete im Rekordjahr 2022/23 rund 9,4 Mrd. US$ an Gebühren, sank aber 2023/24 kriegsbedingt auf etwa 7,2 Mrd. US$.[29] Telekommunikation und IT sind ein Wachstumsfeld – der Telekom-Sektor macht etwa 4 % des BIP aus, mit starkem Ausbau von Mobilfunk und Internetdiensten. Der Einzelhandel wird noch zum Großteil von Kleinunternehmen und traditionellen Märkten dominiert, welche in den 2020er Jahren einen Marktanteil von 60 Prozent hatten.[2]
Der Finanzsektor umfasst ein Bankensystem, das von einigen großen Staatsbanken (National Bank of Egypt, Banque Misr u. a.) dominiert wird – die vier größten öffentlich-rechtlichen Banken halten rund 50 % der Bankaktiva. Die Kairoer Börse (EGX) ist gemessen an Marktkapitalisierung eine der größten Aktienbörsen Afrikas. Der Zugang zu Krediten für Unternehmen, besonders im Mittelstand, ist jedoch oft eingeschränkt, und viele Finanzdienstleistungen sind noch unterentwickelt. In Städten hat sich zudem eine Start-up-Szene etabliert, die ein rasantes Wachstum verzeichnet, angestrieben von einer jungen und technologieaffinen Bevölkerung.[30]
Außenwirtschaft
Ägyptens Außenwirtschaft ist gekennzeichnet durch ein chronisches Handelsbilanzdefizit, das jedoch teilweise durch Dienstleistungseinnahmen und Transfers ausgeglichen wird. Warenexporte des Landes bestehen überwiegend aus Energieträgern und einigen verarbeiteten Gütern. Im Jahr 2023 waren Erdöl, Erdölprodukte und Elektrizität mit zusammen rund 14 Mrd. US$ (etwa 33 % der Warenausfuhren) die größten Exportposten. Daneben exportiert Ägypten Textilien und Bekleidung (2023: 2,3 Mrd. US$, ca. 5 % der Exporte), stickstoffbasierte Düngemittel (v. a. Harnstoff, 2,1 Mrd. US$, ~5 %) sowie Kunststoffe und chemische Erzeugnisse (ca. 4–5 % der Exporte). Auch verarbeitete Nahrungsmittel, Zement und Metallerzeugnisse tragen in geringerem Umfang zu den Ausfuhren bei. Warenimporte übersteigen jedoch die Exporte bei weitem: 2023 exportierte Ägypten Waren im Wert von etwa 40 Mrd. US$, während die Importe ca. 79 Mrd. US$ erreichten. Zu den wichtigsten Importgütern zählen Nahrungsmittel (besonders Weizen), chemische, industrielle und pharmazeutische Güter sowie Brennstoffe. Das resultierende Handelsdefizit ist ein dauerhaftes Merkmal (2023 ca. 39 Mrd. US$), das durch andere Zahlungsbilanzkomponenten finanziert werden muss.[2]
Ägypten ist durch mehrere Abkommen in den Welthandel integriert: Es ist Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), der Arabischen Freihandelszone (GAFTA) und des afrikanischen Binnenmarkts (z. B. COMESA). Mit der Europäischen Union besteht seit 2004 ein Assoziationsabkommen, das einen schrittweisen Abbau von Handelshemmnissen vorsieht, und Ägypten ist Teil der afrikanischen Freihandelszone AfCFTA. Ausländische Direktinvestitionen (FDI) fließen vor allem in die Erdöl- und Gasindustrie, den Bausektor (Immobilien, neue Städte) sowie in Telekommunikation und Finanzwesen. In den letzten Jahren zog Ägypten jährlich zwischen 5 und 10 Mrd. US$ an Netto-FDI an und gehört damit zu den größten FDI-Empfängern Afrikas. Um noch mehr privates Kapital anzulocken und Technologie zu transferieren, bemüht sich die Regierung um Investitionsförderung (z. B. durch Freizonen und Investitionsgesetze). Allerdings wirken politische Risiken, Bürokratie und die dominante Stellung staatsnaher Unternehmen teilweise abschreckend auf Investoren.
Dienstleistungseinnahmen und Transfers spielen daher für Ägyptens Außenwirtschaft eine herausragende Rolle. Die größten Devisenquellen sind der Tourismus, der Sueskanal und – noch wichtiger – die Rücküberweisungen ägyptischer Arbeitsmigranten aus dem Ausland. Letztere erreichten 2021 mit 31,5 Mrd. US$ ein Allzeithoch. Auch wenn die Überweisungen 2022 leicht auf 28,3 Mrd. $ sanken, sind sie weiterhin die größte Einzelquelle an Fremdwährung für Ägypten und liegen damit über den jährlichen Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Sueskanal und können damit das Defizit im Warenhandel teilweise kompensieren.[21]
In der Zahlungsbilanz insgesamt stehen den dauerhaften Handelsdefiziten also Überschüsse im Dienstleistungssektor und bei den Überweisungen gegenüber. Dennoch war die Leistungsbilanz Ägyptens in den meisten Jahren negativ und das Land auf Kapitalimporte und Kredite angewiesen. Die Auslandsverschuldung stieg in Folge wiederholter Defizite in den letzten Jahren deutlich an, was die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks erhöht hat. Entsprechend gehörte die Reduktion des Leistungsbilanzdefizits – etwa durch Exportförderung (insbesondere außerhalb des Öl- und Gassektors) und Importsubstitution – sowie die Steigerung der Deviseneinnahmen zu den zentralen wirtschaftspolitischen Zielen der ägyptischen Regierung.
Währung und Geldpolitik
Die Landeswährung Ägyptens ist das Ägyptische Pfund (ISO-Code: EGP). Bis 2016 wurde der Wechselkurs weitgehend administrativ stabil gehalten, in der Regel im Verhältnis zum US-Dollar. Im November 2016 vollzog die Zentralbank jedoch – im Rahmen eines IWF-Unterstützungsprogramms – eine Freigabe des Wechselkurses, was eine deutliche Abwertung des Pfunds zur Folge hatte. In der Folgezeit litt die ägyptische Wirtschaft immer wieder unter hohen Inflationsraten, meist über 10 Prozent und manchmal über 30 Prozent. Seit 2016 verfolgt die Central Bank of Egypt (CBE) ein de facto inflation targeting, also eine Geldpolitik, die primär auf Preisstabilität gerichtet ist. Hierzu setzt sie auf hohe Leitzinsen und Liquiditätssteuerung. Zeitweise betrugen die offiziellen Leitzinsen über 15 %, um die Geldentwertung einzudämmen. Die CBE ist formal unabhängig, steht in der Praxis aber auch in Abstimmung mit der Regierung, insbesondere wenn es um die Finanzierung von Haushaltsdefiziten geht (z. B. durch Staatsanleihekäufe).
2022 geriet die Währung erneut stark unter Druck, bedingt durch Kapitalabflüsse internationaler Anleger und stark gestiegene Importkosten (u. a. für Weizen und Öl). Die Zentralbank ließ ab März 2022 das Pfund erneut schrittweise abwerten; bis Anfang 2023 verlor es etwa 50 % an Wert (von rund 15,7 EGP/USD auf über 30 EGP/USD), was die Inflation anheizte, da Importe sich verteuerten. Um die Lage zu stabilisieren, erhöhte die Zentralbank die Leitzinsen weiter und führte im Oktober 2022 einen „dauerhaft flexiblen“ Wechselkurs ein, der theoretisch vom Markt bestimmt wird.[19] Ende 2024 lag die Inflation weiterhin bei über 20 Prozent, während das Inflationsziel der Zentralbank für den Zeitraum 2026–2028 bei 7 % (± 2 %) bis 5 % (± 2 %) liegt.[31]
Infrastruktur
Der Zustand der Infrastruktur in Ägypten hat sich in den letzten Jahren durch umfangreiche Investitionen deutlich verbessert, bleibt aber zwischen den Regionen und Sektoren ungleichmäßig. Ein herausragendes Projekt ist der Bau der Neuen Verwaltungshauptstadt rund 45 km östlich von Kairo, wo Ministerien, Behörden und Wohngebiete für bis zu 6,5 Millionen Menschen entstehen. Die erste Phase dieser Planstadt war Ende 2022 weitgehend fertiggestellt, und die Regierung begann, ihren Sitz dorthin zu verlegen. Parallel dazu läuft ein landesweiter Ausbau von Straßen und Autobahnen: Im Rahmen eines Nationalen Straßenprojekts wurden tausende Kilometer neue Schnellstraßen und Umgehungsstraßen gebaut oder erneuert, um insbesondere die Wüstengebiete anzubinden und die Verkehrsüberlastung in Ballungszentren zu verringern. Die Eisenbahn – das älteste Schienennetz Afrikas – wird mit Unterstützung ausländischer Technologiepartner modernisiert; Sicherheit und Zuverlässigkeit sollen nach wiederholten Zugunglücken verbessert werden. Zudem plant Ägypten ein Hochgeschwindigkeitsbahn-Netz: 2022 wurde ein Vertrag mit Siemens über 8,7 Mrd. US$ zum Bau von 2000 Kilometern Hochgeschwindigkeitsstrecken (zunächst von Ain Suchna am Roten Meer über Kairo nach Marsa Matruh am Mittelmeer) geschlossen.[32][33] Das ÖPNV-System in Kairo wird ebenfalls erweitert: Neue Metrolinien und ein Monorail-System sollen den Großraum Kairo besser erschließen und mit der Neuen Hauptstadt verbinden.
In der Energieinfrastruktur hat Ägypten seit 2015 enorme Fortschritte erzielt. Die Stromerzeugungskapazität wurde durch den Bau mehrerer großer Gaskraftwerke (gebaut von Siemens und Partnern, mit zusammen 14,4 GW Kapazität, genug für 40 Millionen Ägypter) 2018 massiv erhöht.[34] Dadurch wandelte sich das Land von einem unter Stromausfällen leidenden Energienotstandland zu einem Stromüberschuss-Produzenten – zeitweise konnte sogar Strom nach Sudan und in andere Nachbarländer exportiert werden. Parallel dazu investiert Ägypten in erneuerbare Energien: In Benban (Assuan) entstand 2019 einer der weltweit größten Solarparks[35], und Windparks am Golf von Suez tragen ebenfalls zur Einspeisung bei. Die Öl- und Gas-Pipelines wurden ausgebaut, darunter eine Verbindung vom Mittelmeergasfeld Zohr ins nationale Netz und Exportpipelines nach Jordanien. Probleme gibt es noch bei der Energieverteilung: Das Verteilnetz in ländlichen Gebieten ist teils veraltet, was Spannungsabfälle verursacht. Insgesamt haben aber nahezu 100 Prozent der Bevölkerung inzwischen Zugang zum Stromnetz.[36] Herausforderungen bestehen noch bei der Wasser- und Abwasserinfrastruktur und im Land herrscht Wassermangel.
Arbeitsmarkt
Der ägyptische Arbeitsmarkt ist durch schnelles Bevölkerungswachstum, einen großen informellen Sektor und sektorale Ungleichgewichte geprägt. Jährlich strömen etwa 800.000 bis 1 Million junge Menschen neu auf den Arbeitsmarkt, bedingt durch hohe Geburtenraten in den vergangenen Jahrzehnten. Diese demografische Dynamik stellt enorme Anforderungen an die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die formale Wirtschaft kann das Arbeitskräfteangebot nicht vollständig absorbieren, sodass ein Großteil der Erwerbstätigen im informellen Sektor beschäftigt ist. Schätzungen zufolge arbeiten rund drei Viertel aller ägyptischen Arbeitnehmer außerhalb des formalen Sektors ohne feste Verträge oder Sozialversicherungsschutz.[2] Dies umfasst z. B. Tagelöhner in der Landwirtschaft, Kleinhändler auf den Straßen, Handwerker ohne Gewerbeschein oder Hausangestellte. Der informelle Sektor fungiert als Auffangbecken für Arbeitskräfte, bietet aber meist niedrige Löhne und unsichere Bedingungen. Der öffentliche Sektor – Verwaltung, staatliche Betriebe, Militär – ist traditionell ein wichtiger Arbeitgeber, insbesondere für höher qualifizierte Kräfte, weshalb die Stellen sehr begehrt sind. Insgesamt arbeiteten 2018 knapp 5,6 Millionen Ägypter im öffentlichen Sektor, womit ein Beamter auf 18 Bürger kam. Damit gilt der öffentliche Dienst im internationalen Vergleich als stark aufgebläht und Löhne und Pensionen für Beamte fressen einen bedeutenden Teil des Staatshaushalts auf.[37]
Die Arbeitslosenquote lag laut offiziellen Statistiken 2024 bei etwa 7,2 %.[2] Diese Zahl erfasst allerdings nur die registrierten Arbeitssuchenden und unterschätzt die tatsächliche Unterbeschäftigung erheblich. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch: Viele Schul- und Hochschulabsolventen finden keinen adäquaten Job. Schätzungen setzen die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (15–24 Jahre) bei ca. 20 % an.[38] Ein weiteres Merkmal ist die extrem niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen. Nur rund 15 % der ägyptischen Frauen stehen offiziell im Arbeitsleben – kulturelle Rollenbilder und mangelnde Jobangebote für Frauen schränken ihre Beteiligung ein.[39] Entsprechend ist die weibliche Arbeitslosenquote (besonders bei gebildeten jungen Frauen) sehr hoch, etwa viermal so hoch wie die der Männer.[2] Der durchschnittliche Lohn ist niedrig und lag 2025 bei ca. 9.200 EGP (ca. 300 US$) pro Monat.[40] Akademiker und Fachkräfte finden teils besser bezahlte Anstellungen, doch herrscht auch hier oft ein Missverhältnis zwischen Qualifikation und Entlohnung, was zur Abwanderung von Fachkräften in Industrieländer und die reichen arabischen Golfstaaten führt.
Regionale Unterschiede
Die wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens ist von erheblichen regionalen Disparitäten gekennzeichnet. Es besteht ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zwischen dem relativ wohlhabenden Nildelta und den Küstenregionen im Norden einerseits und dem strukturschwachen Oberägypten (Süden) andererseits. Das Gouvernement Asyut in Oberägypten etwa gehört zu den am wenigsten entwickelten Regionen des Landes und weist die landesweit höchste Armutsrate auf. Historisch bedingt konzentrieren sich Industrie, Handel und Investitionen im dicht besiedelten Norden – insbesondere in Kairo, das als Hauptstadt und Wirtschaftszentrum dominiert, sowie in der Hafenstadt Alexandria und den fruchtbaren Delta-Provinzen. Diese Regionen verfügen über bessere Infrastruktur, höhere Schulungs- und Arbeitsmöglichkeiten und ziehen deshalb Arbeitsmigration aus dem Süden an. Rund ein Viertel der ägyptischen Bevölkerung lebt im Großraum Kairo, der geschätzt knapp 40 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt (2017/18), gefolgt von Alexandria (mit Umland) und der Region um Port Said am Sueskanal mit jeweils ca. 18 Prozent.[41]
Neben dem Nord-Süd-Gefälle gibt es ein starkes Stadt-Land-Gefälle. Die städtischen Gebiete – selbst im ärmeren Süden – haben im Schnitt höhere Einkommen und bessere Versorgung als die ländlichen Gemeinden. In Städten gibt es mehr Zugang zu Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdiensten und formellen Arbeitsplätzen. Auch innerhalb der Städte bestehen erhebliche Unterschiede. In einer Metropole wie Kairo existieren exklusive Wohnviertel mit Villen, bewachten Anlagen und Luxusmalls (z. B. Stadtteile wie Zamalek oder Neue Vorstädte im Umland wie Madinat as-Sadis min Uktubar oder Neu-Kairo), während gleichzeitig Millionen Menschen in informellen Siedlungen und Slums an der Peripherie oder in den sogenannten „Müllvierteln“ wie Manschiyyet Nasser ein Auskommen suchen.[42]
Lebensstandard
Trotz wirtschaftlichen Wachstums in den letzten Jahrzehnten ist das durchschnittliche Einkommens- und Wohlstandsniveau in Ägypten relativ niedrig und die soziale Ungleichheit spürbar. Nach offiziellen Angaben lebten im Jahr 2019/20 rund 29,7 % der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze.[2] Die Einkommensverteilung gilt als moderat ungleich: Der Gini-Koeffizient wird um die 30 ausgewiesen, was international einen mittleren Wert darstellt. Allerdings ist die Datenlage umstritten, da hohe Vermögen und informelle Einkommen statistisch schwer zu erfassen sind. Sichtbar ist eine breite Kluft zwischen einer kleinen wohlhabenden Oberschicht und einer großen Masse einkommensschwacher Haushalte, wobei auch eine Mittelschicht existiert, die jedoch unter Preisdruck (etwa durch Inflation) an Kaufkraft verloren hat. So verdient das ärmste Fünftel der ägyptischen Haushalte 2013 im Schnitt kaum 78 Euro im Monat, wohingegen wohlhabende Familien v. a. in den Großstädten einen im Verhältnis viel höheren Lebensstandard haben (privatschulische Bildung, Auslandsreisen, Luxusgüter).[43] Anhaltende Inflation, insbesondere bei Lebensmittel, hat seitdem besonders die ärmeren Haushalte weiter belastet.
Die sozialen Sicherungssysteme sind in Ägypten im Aufbau begriffen. Es gibt eine gesetzliche Renten- und Krankenversicherung für Angestellte im formellen Sektor, doch weite Teile der Bevölkerung (informell Beschäftigte, Landwirte) sind nicht oder nur lückenhaft abgesichert. Die Regierung startete in den letzten Jahren zielgerichtete Hilfsprogramme wie Takaful und Karama (Bedingtes Geldtransfer-Programm für arme Familien und Rentner) in Zusammenarbeit mit der Weltbank, um die ärmsten Schichten zu unterstützen. Seit der Einführung 2015 haben 11 Millionen Menschen und über drei Millionen Haushalte von dem Programm profitiert.[44]
Kennzahlen
Verschiedene makroökonomische Indikatoren der ägyptischen Wirtschaft von 1980 bis 2024. Alle BIP-Werte sind in US-Dollar angegeben, welche Wechselkursschwankungen unterliegen.[45] Inflationsraten unter 5 Prozent sind mit einem grünen Pfeil versehen.
| Jahr | BIP (in Mrd. US-Dollar) |
BIP pro Kopf (in US-Dollar) |
BIP Wachstum (real) |
Inflationsrate (in Prozent) |
Arbeitslosenquote (in Prozent) |
Staatsverschuldung (in % des BIP) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1980 | 23,5 | 580 | 3,4 % | 20,5 % | ||
| 1981 | 25,8 | 618 | 2,2 % | 10,4 % | ||
| 1982 | 30,5 | 711 | 7,3 % | 14,9 % | ||
| 1983 | 37,5 | 846 | 8,9 % | 15,9 % | ||
| 1984 | 41,9 | 926 | 8,0 % | 17,1 % | ||
| 1985 | 48,8 | 1.049 | 7,4 % | 12,1 % | ||
| 1986 | 54,1 | 1.132 | 4,8 % | 23,9 % | ||
| 1987 | 77,4 | 1.585 | 4,3 % | 25,2 % | ||
| 1988 | 92,5 | 1.858 | 4,0 % | 15,2 % | ||
| 1989 | 115,4 | 2.266 | 3,0 % | 20,1 % | ||
| 1990 | 96,1 | 1.871 | 2,4 % | 21,2 % | 8,0 % | |
| 1991 | 48,4 | 924 | 2,1 % | 14,7 % | 8,8 % | |
| 1992 | 44,2 | 825 | 0,3 % | 21,1 % | 9,0 % | |
| 1993 | 49,5 | 897 | 2,9 % | 11,0 % | 10,9 % | |
| 1994 | 54,6 | 969 | 4,2 % | 9,0 % | 11,1 % | |
| 1995 | 63,3 | 1.098 | 4,5 % | 9,4 % | 11,2 % | |
| 1996 | 71,1 | 1.209 | 4,9 % | 7,1 % | 9,6 % | |
| 1997 | 79,8 | 1.327 | 5,9 % | 6,2 % | 8,7 % | |
| 1998 | 89,2 | 1.455 | 7,5 % | 5,0 % | 8,0 % | 44,3 % |
| 1999 | 95,0 | 1.518 | 6,1 % | 3,7 % | 7,7 % | 45,6 % |
| 2000 | 104,8 | 1.637 | 5,4 % | 2,8 % | 8,9 % | 45,3 % |
| 2001 | 102,3 | 1.566 | 3,5 % | 2,4 % | 8,8 % | 51,2 % |
| 2002 | 90,3 | 1.355 | 3,2 % | 2,2 % | 10,1 % | 63,1 % |
| 2003 | 85,2 | 1.252 | 3,2 % | 3,4 % | 11,3 % | 69,6 % |
| 2004 | 82,9 | 1.196 | 4,0 % | 8,2 % | 10,5 % | 67,5 % |
| 2005 | 94,1 | 1.331 | 4,5 % | 8,7 % | 11,5 % | 67,6 % |
| 2006 | 112,9 | 1.564 | 6,8 % | 4,3 % | 10,9 % | 67,9 % |
| 2007 | 137,1 | 1.862 | 7,1 % | 10,8 % | 9,2 % | 61,3 % |
| 2008 | 170,8 | 2.271 | 7,2 % | 11,7 % | 8,7 % | 52,8 % |
| 2009 | 198,3 | 2.579 | 4,7 % | 16,6 % | 9,4 % | 55,9 % |
| 2010 | 230,0 | 2.923 | 5,1 % | 11,7 % | 9,2 % | 57,1 % |
| 2011 | 247,7 | 3.077 | 1,8 % | 11,1 % | 10,4 % | 61,3 % |
| 2012 | 294,5 | 3.569 | 2,2 % | 8,7 % | 12,4 % | 60,1 % |
| 2013 | 303,2 | 3.583 | 3,3 % | 6,9 % | 13,0 % | 70,0 % |
| 2014 | 321,6 | 3.705 | 2,9 % | 10,9 % | 13,7 % | 73,2 % |
| 2015 | 350,1 | 3.934 | 4,4 % | 11,0 % | 12,9 % | 75,3 % |
| 2016 | 351,4 | 3.862 | 4,3 % | 10,2 % | 12,7 % | 81,6 % |
| 2017 | 246,8 | 2.593 | 4,2 % | 23,5 % | 12,2 % | 86,6 % |
| 2018 | 263,2 | 2.710 | 5,3 % | 20,9 % | 10,6 % | 80,6 % |
| 2019 | 317,9 | 3.214 | 5,5 % | 13,9 % | 8,6 % | 74,6 % |
| 2020 | 382,4 | 3.802 | 3,6 % | 5,7 % | 8,3 % | 80,6 % |
| 2021 | 423,3 | 4.145 | 3,3 % | 4,5 % | 7,3 % | 85,2 % |
| 2022 | 475,2 | 4.587 | 6,7 % | 8,5 % | 7,3 % | 83,9 % |
| 2023 | 393,8 | 3.744 | 3,8 % | 24,4 % | 7,2 % | 91,2 % |
| 2024 | 383,1 | 3.570 | 2,4 % | 33,3 % | 7,3 % | 86,2 % |
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k World Economic Outlook Database, Oktober 2025 Abgerufen am 15. September 2025
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- ↑ a b CIA World Factbook: Egypt Abgerufen am 17. September 2025
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