Theinheim
Theinheim Gemeinde Rauhenebrach
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 53′ N, 10° 35′ O |
| Höhe: | 297 m ü. NHN |
| Fläche: | 9,51 km²[1] |
| Einwohner: | 194 (2. Jan. 2024)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 20 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 96181 |
| Vorwahl: | 09554 |
Theinheim ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Theinheim hat eine Fläche von 9,506 km². Sie ist in 645 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14737,61 m² haben.[1][4]
Geografie
Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur an der Rauhen Ebrach und am Schulterbach, der innerorts als linker Zufluss in die Rauhe Ebrach mündet. Die Staatsstraße 2274 führt im Tal der Rauhen Ebrach nach Falsbrunn (1,1 km südöstlich) bzw. nach Untersteinbach (2,5 km westlich). Die Kreisstraße HAS 17 führt nach Koppenwind (1,9 km südwestlich).[5]
Ortsname
Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Thegan.[6]
Geschichte
Theinheim wurde zur Zeit der Karolinger gegründet. Mitte des 11. Jahrhunderts wurde der Ort als „Tenheim“ erstmals urkundlich genannt. Der so genannte Hof gehörte einem Reginold aus dem Geschlecht der Walpoten; er übergab diesen dem Bamberger Stift St. Stephan. 1244 wurde von Burgebrach aus eine Filialkirche in Theinheim errichtet. Die Vogtei über den Ort hatten die Herren von Windheim bis ins 13. Jahrhundert hinein. 1278 trat Ludwig von Windheim Theinheim an das Hochstift Würzburg ab. Dieses verkaufte nur zwei Jahre später seine Rechte an das Hochstift Bamberg. Im 16. Jahrhundert bestand Theinheim aus 29 Mannschaften. Das Hochgericht hatte der bambergische Cent Burgebrach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft übte das bambergische Amt Schönbrunn aus. Lediglich zwei Anwesen unterstanden abweichend in der Grundherrschaft dem Kloster Michelsberg.[7] Die Verhältnisse blieben bis Ende des 18. Jahrhunderts dieselben.[8] Der Boden der Gemeinde Theinheim galt als kalt und lettig, hauptsächlich wurde „schwarzer Haber“ angebaut. Die Gemeinde besaß 900 Morgen Waldgebiete und lebte hauptsächlich von Holzhandel und Verkauf von Pfählen und Brettern. Eine weitere Erwerbsquelle war der Handel mit Wagenschmiere.[9]
Im Jahre 1802 kam Theinheim an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Theinheim, zu der Markertsgrün gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Prölsdorf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Prölsdorf. 1819 erfolgte die Überweisung an das neu gebildete Landgericht Eltmann und dem Rentamt Zeil (1919 in Finanzamt Zeil umbenannt). 1830 wurde Markertsgrün nach Fürnbach umgemeindet. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Haßfurt (1939 in Landkreis Haßfurt umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Eltmann (1880 in Amtsgericht Eltmann umbenannt, seit 1959 Amtsgericht Haßfurt).[10] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,625 km².[11]
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Theinheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neugebildete Gemeinde Rauhenebrach eingegliedert.[12][13]
Baudenkmäler
In Theinheim gibt es zwölf Baudenkmäler:[14]
- Holzberg 2: Katholische Pfarrkirche St. Laurentius und St. Barbara
- Marienstatue auf Inschriftsockel
- sechzehn Jagdgrenzsteine
- acht Wegkapellen
- Kreuzweg
- Schaftbildstock
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Theinheim gibt es ein Bodendenkmal.[14]
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1799 | 1811 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 230 | *217 | 255 | 261 | 261 | 263 | 266 | 254 | 261 | 306 | 280 | 275 | 270 | 271 |
| Häuser[15] | 45 | *30 | 44 | 45 | 29 | 46 | ||||||||
| Quelle | [9] | [10] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] |
| Jahr | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 272 | 266 | 254 | 247 | 255 | 247 | 318 | 331 | 287 | 268 | 235 | 204 | 194 |
| Häuser[15] | 48 | 49 | 50 | 59 | |||||||||
| Quelle | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [27] | [16] | [11] | [28] | [29] | [2] |
Religion
Theinheim ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Laurentius und St. Barbara.[7][11]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Theinheim. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 520 (Digitalisat).
- Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, OCLC 248968455, S. 166 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 148.
- Alexander Tittmann: Haßfurt : der ehemalige Landkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 33). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2003, ISBN 3-7696-6851-0.
Weblinks
- Theinheim. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
- Theinheim in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- Theinheim in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- Theinheim im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 13. Dezember 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Gemarkung Theinheim (091052). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ a b Zahlen und Daten. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ Gemeinde Rauhenebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 13. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 148.
- ↑ a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 380f.
- ↑ A. Tittmann: Haßfurt, S. 512.
- ↑ a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 520.
- ↑ a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 577.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 874 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
- ↑ Rauhenebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Rauhenebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Haushaltungen bezeichnet und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 202, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1162, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 188 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1313, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 76 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 215 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1248 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 219 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1330 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 220 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1364 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1196 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 187 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).