Koppenwind
Koppenwind Gemeinde Rauhenebrach
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 52′ N, 10° 34′ O |
| Höhe: | 324 m ü. NHN |
| Fläche: | 2,31 km²[1] |
| Einwohner: | 287 (2. Jan. 2024)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 124 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 96181 |
| Vorwahl: | 09554 |
Kloster Ebrachsches Amtshaus
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Koppenwind ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Koppenwind hat eine Fläche von 2,308 km². Sie ist in 533 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4329,90 m² haben.[1] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Klebheimerhof.[4] Die Einöde Erlenbachmühle zählt zum Gemeindeteil Koppenwind.
Geografie
Das Kirchdorf liegt im Tal des Erlenbach, einem rechten Zufluss der Rauhen Ebrach, und am Pelzgraben, der innerorts als rechter Zufluss in den Erlenbach mündet. Der Ort ist von allen Seiten außer dem Norden von der Koppenwinder Forst umgeben. Die Kreisstraße HAS 17 führt zur Staatsstraße 2258 (1 km nordwestlich) bzw. nach Theinheim zur Staatsstraße 2274 (1,9 km nordöstlich).[5]
Geschichte
Der Ort ist eine Ansiedlung von Wenden durch eine von der fränkischen Obrigkeit beauftragten Person namens Kopp. Die Wenden hatten die Aufgabe Holz zu fällen, Kohlenbrennen und Pechsiederei zu betreiben. Im Jahr 1278 wurde der Ort erstmals genannt, als Ludwig von Windheim die Vogtei über Koppenwind an das Hochstift Würzburg abgab. 1385 saß auf dem Ort ein Götz von Seinsheim, später die von Rotenhan; 1628 verpfändete Konrad von Rotenhan seine Besitzungen mit dauernder Wirkung an das Kloster Ebrach. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an Stelle des verfallenen Schlosses ein Ebracher Amtshaus errichtet.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Koppenwind aus 37 Anwesen (1 Schloss mit Ökonomiegebäuden, 1 Hof, 1 Schäferei mit Wohnhaus, 16 Gütlein, 15 Häuslein, 1 Wirtshaus mit Brauhaus, 2 Mühlen). Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.[7]
Im Jahre 1802 kam Koppenwind an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Koppenwind gebildet, zu dem Klebheimerhof gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Koppenwind, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgwindheim (1919 in Finanzamt Burgwindheim umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Koppenwind zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,310 km².[9]
Am 1. Juli 1972 wurde Koppenwind im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rauhenebrach eingemeindet.[10][11]
Baudenkmäler
In Koppenwind gibt es zwei Baudenkmäler:[12]
- Katholische Kapelle
- Klosterweg 1: Ehemaliges Ebrachsches Amtshaus mit Schlossgarten, Torhaus, Stall und Scheune
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Koppenwind
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 218 | 226 | 232 | 236 | 261 | 263 | 248 | 259 | 256 | 251 | 253 | 260 | 271 | 280 | 286 | 288 | 295 | 269 | 270 | 353 | 334 | 292 | 305 | 328 |
| Häuser[13] | 37 | 46 | 46 | 66 | 47 | 49 | 50 | 56 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] | [14] | [23] | [14] | [24] | [14] | [14] | [14] | [25] | [14] | [9] | [26] |
Ort Koppenwind
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 208 | 255 | 244 | 244 | 262 | 288 | 322 | 297 | 321 | 315 | *287 |
| Häuser[13] | 36 | 45 | 46 | 48 | 49 | 55 | 75 | ||||
| Quelle | [8] | [15] | [17] | [20] | [22] | [24] | [25] | [9] | [26] | [27] | [2] |
Religion
Koppenwind ist ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Ebrach) gepfarrt,[7] seit dem 19. Jahrhundert ist die Pfarrei St. Barbara und St. Laurentius (Theinheim) zuständig.[15]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Coppenwind. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 539 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Coppenwind. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 84 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 149.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Koppenwind. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 25. November 2025.
- Koppenwind in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 25. November 2025.
- Koppenwind in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 25. November 2025.
- Koppenwind im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 25. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Gemarkung Koppenwind (091060). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ a b Zahlen und Daten. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 14. November 2024.
- ↑ Gemeinde Rauhenebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 149.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 138f.
- ↑ a b c H. Weiß: Bamberg, S. 251.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 646 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
- ↑ Rauhenebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Denkmalliste für Rauhenebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b c Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 838, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1009, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 49 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 955 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1000 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1022 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 877 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 187 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).