Falsbrunn

Falsbrunn
Gemeinde Rauhenebrach
Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 36′ O
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 6,71 km²[1]
Einwohner: 86 (2. Jan. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96181
Vorwahl: 09554

Falsbrunn ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Falsbrunn hat eine Fläche von 6,710 km². Sie ist in 421 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 15938,66 m² haben.[1][4]

Geografie

Das Kirchdorf liegt am linken Ufer der Rauhen Ebrach und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Die Kreisstraße HAS 29 führt nach Oberschwappach zur Staatsstraße 2274 führt entlang der Rauhen Ebrach nach Theinheim (1,1 km nordwestlich) bzw. nach Prölsdorf (2 km östlich). Die Kreisstraße HAS 24/BA 23 führt nach Kehlingsdorf (1,7 km südlich). Auf dem Weg dorthin steht die Kilianseiche, die seit 1935 als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.[5]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1278 als „Walsbrunnen“ bzw. als „Valsbrunnen“ erstmals schriftlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Walah.[6] Laut dieser Urkunde trat Ludwig von Windheim die Burg Schönbronn und Falsbrunn an das Hochstift Würzburg ab. Dieses verkaufte nur zwei Jahre später beides an das Hochstift Bamberg. Im 16. Jahrhundert bestand Falsbrunn aus 22 Anwesen. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Burgebrach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft übte das bambergische Amt Schönbrunn aus. Lediglich ein Anwesen unterstand abweichend in der Grundherrschaft dem Kloster Michelsberg.[7] Der Boden galt als nicht sehr ergiebig, hauptsächlich wurde Hafer angebaut. Die Gemeinde besaß 2500 Morgen Waldgebiete und lebte hauptsächlich von Holzhandel und Verkauf von Pfählen und Brettern.[8]

Im Jahre 1802 kam Falsbrunn an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Falsbrunn. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Prölsdorf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Prölsdorf. 1819 erfolgte die Überweisung an das neu gebildete Landgericht Eltmann und dem Rentamt Zeil (1919 in Finanzamt Zeil umbenannt). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Haßfurt (1939 in Landkreis Haßfurt umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Eltmann (1880 in Amtsgericht Eltmann umbenannt, seit 1959 Amtsgericht Haßfurt).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,676 km².[10]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Falsbrunn im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neugebildete Gemeinde Rauhenebrach eingegliedert.[11][12]

Baudenkmäler

In Falsbrunn gibt es acht Baudenkmäler:[13]

  • Katholische Filialkirche St. Bartholomäus und St. Wendelin
  • Marienstatue auf Inschriftsockel
  • Jagdgrenzstein
  • Wegkapelle
  • Friedhofskreuz und Steinkreuz
  • zwei Bildstöcke

Einwohnerentwicklung

Jahr 1799 1811 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900
Einwohner 126 167 148 169 172 178 159 171 163 168 180 163 152 149
Häuser[14] 30 32 30 29 29 27
Quelle [8] [9] [15] [15] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [15] [23]
Jahr 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2024
Einwohner 151 156 150 155 158 151 175 189 173 128 132 122 86
Häuser[14] 27 27 27 29
Quelle [15] [24] [15] [25] [15] [15] [15] [26] [15] [10] [27] [28] [2]

Religion

Falsbrunn ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Barbara und St. Laurentius (Theinheim) gepfarrt.[7][10]

Literatur

Commons: Falsbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Gemarkung Falsbrunn (091053). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  2. a b Zahlen und Daten. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  3. Gemeinde Rauhenebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. P. Schneider: Steigerwald, S. 149.
  7. a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 322.
  8. a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 119.
  9. a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 558f.
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 872 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
  12. Rauhenebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  13. Denkmalliste für Rauhenebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 202, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1161, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 188 (Digitalisat).
  18. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1311, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 76 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 215 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1245 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 219 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1329 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 220 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1363 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 187 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).