Spielhof (Rauhenebrach)

Spielhof
Gemeinde Rauhenebrach
Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 38′ O
Höhe: 313 m ü. NHN
Einwohner: 63 (2. Jan. 2024)[1]
Postleitzahl: 96181
Vorwahl: 09554

Spielhof ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[2] Spielhof liegt in der Gemarkung Fürnbach.[3]

Geografie

Das Dorf liegt am Heinzleinsbach, einem linken Zufluss der Rauhen Ebrach, und ist im Norden vom Eichberg, im Südosten vom Spielberg (369 m ü. NHN) und im Westen vom Hungerberg (335 m ü. NHN) umgeben. Die Kreisstraße HAS 32 führt nach Fürnbach (0,6 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2274 (0,8 km östlich).[4]

Geschichte

Der Ort wurde im würzburgischen Lehensbuch des Jahres 1303 als „villa Spielberg“ erstmals schriftlich erwähnt; seit dem 15. Jahrhundert ist die Form „Spilhof“ bezeugt. Spielberg ist ein Synonym für Gerichtsstätte. Im 14. Jahrhundert gab es dort einen Adelssitz; davon zeugt heute noch ein Keller und ein Burgstall in der Ortsmitte.[5] 1617 bestand Spielberg aus neun Mannschaften. Das Hochgericht hatte das würzburgische Cent Donnersdorf. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das würzburgische Amt Prölsdorf.[6]

Im Jahre 1802 kam Spielhof an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Spielhof der Ruralgemeinde Fürnbach zugewiesen.[7] Am 1. Juli 1972 wurde Spielhof im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Rauhenebrach eingegliedert.[8]

Baudenkmäler

In Spielhof gibt es zwei Baudenkmäler:[9]

  • Haus Nr. 8: Dorfkapelle
  • Haus Nr. 20: Keller eines ehemaligen Edelsitzes

Einwohnerentwicklung

Jahr 001811 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002024
Einwohner 86 112 119 105 98 85 100 60 63 65 63
Häuser[10] 16 22 22 13 16 16 15
Quelle [7] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]

Religion

Spielhof ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Sebastian (Prölsdorf) gepfarrt.[6][17]

Literatur

Commons: Spielhof (Rauhenebrach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Zahlen und Daten. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  2. Gemeinde Rauhenebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. P. Schneider: Steigerwald, S. 150.
  6. a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 372f.
  7. a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 559f.
  8. Rauhenebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  9. Denkmalliste für Rauhenebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  10. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1161, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1311, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1246 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1329 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1363 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 873 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 187 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).