Fürnbach

Fürnbach
Gemeinde Rauhenebrach
Koordinaten: 49° 54′ N, 10° 38′ O
Höhe: 328 m ü. NHN
Einwohner: 209 (2. Jan. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96181
Vorwahl: 09554

Fürnbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Fürnbach hat eine Fläche von 7,571 km². Sie ist in 792 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9559,44 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Markertsgrün, Schindelsee und Spielhof.[4]

Geografie

Das Kirchdorf liegt am Heinzleinsbach, einem linken Zufluss der Rauhen Ebrach, und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Daran schließen sich an allen Seiten außer dem Süden Waldgebiete an. Die Kreisstraße HAS 24 führt nach Prölsdorf zur Staatsstraße 2274 (1,1 km nordwestlich) bzw. nach Prölsdorf (2,2 km südlich) bzw. zur Kreisstraße HAS 26 (1,9 km nordöstlich). Die Kreisstraße HAS 32 führt nach Spielhof (0,6 km südlich).[5]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1278 als „Walsbrunnen“ bzw. als „Furhenbach“ erstmals schriftlich erwähnt; das Bestimmungswort des zugrundeliegenden Hydronyms ist die Föhre. Laut dieser Urkunde trat Ludwig von Windheim den Ort an das Hochstift Würzburg ab. 1303 wurde bereits zwischen „Tieffenfürenbach“ und Hohenfürnbach unterschieden (später Fürnbach a.Bach und Fürnbach a.Berg genannt). Bis ins 19. Jahrhundert hinein unterstanden die nur durch einen Bach getrennten Anwesen anderen Hochgerichten und auch anderen Grundherren.[6] Ab dem 15. Jahrhundert war Fürnbach a.Bach bambergisch, während Fürnbach a.Berg würzburgisch blieb. Grundherren waren wechselnde adelige Geschlechter; Fürnbach a.Bach gehörte zuletzt den Herren von Münster. Im 16. Jahrhundert hatten sie einen Hof mit zwei Untertansfamilien und fünf Güter. Dem Kloster Michelsberg gehörte eine Sölde. Während des Dreißigjährigen Krieges verödete das Dorf. Die Herren von Münster verkauften ihre Ansprüche 1661 für 480 fl. an das Hochstift Bamberg. Seitdem gehörte Fürnbach a.Bach zum bambergischen Amt Schönbrunn. Fürnbach a.Berg lag im Fraischbezirk der würzburgischen Cent Donnersdorf und bestand im 16. Jahrhundert aus zwei Gütern; 112 gehörten den von Rotenhan, 12 den von Münster.[7] Der Boden galt als kalt und lettig, hauptsächlich wurde Hafer angebaut, der lediglich für die Eigenversorgung ausreichte.[8]

Im Jahre 1802 kam Fürnbach an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Fürnbach, zu der Schindelsee und Spielhof gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Prölsdorf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Prölsdorf. 1819 erfolgte die Überweisung an das neu gebildete Landgericht Eltmann und dem Rentamt Zeil (1919 in Finanzamt Zeil umbenannt). 1830 kam Markertsgrün von der Gemeinde Theinheim zu Fürnbach. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Haßfurt (1939 in Landkreis Haßfurt umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Eltmann (1880 in Amtsgericht Eltmann umbenannt, seit 1959 Amtsgericht Haßfurt).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,574 km².[10]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Fürnbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Rauhenebrach eingegliedert.[11][12]

Baudenkmäler

In Fürnbach gibt es vier Baudenkmäler:[13]

  • Schulberg 6: Katholische Filialkirche Allerheiligen und Friedhofskreuz
  • Wegkapelle
  • Wegkreuz

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Fürnbach gibt es ein Bodendenkmal.[13]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Fürnbach

Jahr 1811 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 341 325 325 307 305 314 316 302 276 270 274 297 300 289 302 290 295 289 270 316 280 249 429 457
Häuser[14] 59 83 89 91 92 80 86 88
Quelle [9] [15] [15] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [15] [23] [15] [24] [15] [25] [15] [15] [15] [26] [15] [10] [27]

Ort Fürnbach

Jahr 001799 001811 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002024
Einwohner 120 190 265 272 280 295 265 324 278 304 276 209
Häuser[14] 28 32 53 56 54 54 56 65
Quelle [8] [9] [16] [18] [21] [23] [25] [26] [10] [27] [28] [1]

Religion

Fürnbach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Sebastian (Prölsdorf) gepfarrt.[7][10]

Literatur

Commons: Fürnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Zahlen und Daten. In: rauhenebrach.de. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  2. Gemeinde Rauhenebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  3. Gemarkung Fürnbach (091054). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. P. Schneider: Steigerwald, S. 150f.
  7. a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 323–325.
  8. a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 27.
  9. a b c A. Tittmann: Haßfurt, S. 559f.
  10. a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 873 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
  12. Rauhenebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  13. a b Denkmalliste für Rauhenebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 202, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1161, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 188 (Digitalisat).
  18. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1311, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 76 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 215 (Digitalisat).
  21. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1246 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 219 (Digitalisat).
  23. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1329 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 220 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1363 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
  27. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 187 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).