Spies (Betzenstein)
Spies Stadt Betzenstein
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 38′ N, 11° 24′ O |
| Höhe: | 556 (550–591) m ü. NHN |
| Einwohner: | 145 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 91282 |
| Vorwahl: | 09244 |
Der Betzensteiner Gemeindeteil Spies
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Spies (oberfränkisch: Speis[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Betzenstein im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Spies hat eine Fläche von 12,821 km². Sie ist in 1655 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7746,90 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eibenthal, Eichenstruth, Illafeld, Riegelstein und Schermshöhe.[5]
Geografie
Unmittelbar nördlich des Dorfes Spies befinden sich auf dem 616 Meter hoch gelegenen Gipfelbereich des Spieser Schloßberges die Überreste des Burgstalles Spies sowie Felsnadeln und Dolomitfelsen, die als Geotope ausgezeichnet sind. Darüber hinaus befindet sich ca. 0,7 km ostsüdöstlich, auf dem Gipfelplateau der Hohen Reuth, der Fernmeldeturm Riegelstein. Dieser ist von Spies aus direkt über einen Wanderweg (Symbol Grünring) erreichbar. Auf dem Weg dorthin steht eine Linde, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Die Kreisstraße BT 30/LAU 1 führt nach Strahlenfels (2,7 km nordwestlich) bzw. nach Schermshöhe (1 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße BT 29 (0,8 km südlich).[6] In Spies befindet sich auch ein Skilift für eine 400 Meter lange Piste.[7]
Geschichte
1184 wurde ein „Udalricus Spisare“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich der erste schriftliche Nachweis des Ortes, nach dem sich das Ministerialengeschlecht benannt hatte.[8]
Im 17. Jahrhundert bestand Spies aus fünf Höfen und sieben Sölden. Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft übte das brandenburg-kulmbachischen Verwalteramtes Plech aus.[9]
Von 1797 bis 1810 gehörte Spies zum preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[10] Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Spies gebildet.[11] Zu diesem gehörten Eibenthal, Eichenstruth, Illafeld und Riegelstein. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Spies, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Spies zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). 1870 wurde auf dem Gemeindegebiet Schermshöhe erbaut. Die Gemeinde Spies hatte 1964 eine Fläche von 12,841 km².[12] Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 in die Stadt Betzenstein eingegliedert.[13][14]
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Spies gibt es sechs Bodendenkmäler, darunter
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Spies
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 388 | 472 | 450 | 452 | 491 | 519 | 502 | 488 | 486 | 491 | 485 | 508 | 502 | 498 | 484 | 452 | 472 | 486 | 462 | 660 | 587 | 529 | 502 | 466 |
| Häuser[16] | 79 | 87 | 84 | 88 | 87 | 93 | 101 | |||||||||||||||||
| Quelle | [11] | [17] | [17] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [17] | [25] | [17] | [26] | [17] | [27] | [17] | [17] | [17] | [28] | [17] | [12] | [29] |
Ort Spies
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 105 | 149 | 142 | 165 | 161 | 154 | 169 | 136 | 137 | 145 |
| Häuser[16] | 29 | 30 | 29 | 29 | 31 | 56 | ||||
| Quelle | [11] | [18] | [20] | [23] | [25] | [27] | [28] | [12] | [29] | [1] |
Religion
Spies ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Der Ort war ursprünglich nach Mariä Heimsuchung (Bühl) gepfarrt, seit 1629 ist die Pfarrei St. Susannae (Plech) zuständig.[9][12]
Verkehr
Vom öffentliche Personennahverkehr wird Spies tagsüber mit der Regionalbuslinie 386 des VGN angefahren.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Spieß. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 384 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Spieß. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 295 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 51–52.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 513–514.
Weblinks
- Spies. In: betzenstein.de. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
- Spies in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 12. Oktober 2021.
- Spies in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- Spies im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 5. Oktober 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 293 (Digitalisat).
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 51. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „speis“.
- ↑ Stadt Betzenstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Oktober 2021.
- ↑ Gemarkung Spies (092553). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 22. Februar 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Februar 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ Martin Droschke: Rudsch mir doch den Buggle runter …. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 21. Januar.
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 51f.
- ↑ a b Spies auf der Website betzenstein.de
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 246 (Digitalisat).
- ↑ a b c A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 116 (Digitalisat). Für die Gemeinde Spies inklusive Eichenstruth (S. 23), Illafeld (S. 56) und Riegelstein (S. 100).
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 723 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 549.
- ↑ Betzenstein > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ Denkmalliste für Betzenstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 154, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 925–926, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 144 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1099–1100, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 56 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 162 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1046 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 161 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 161 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1133–1134 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 984 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 148 (Digitalisat).