Riegelstein (Betzenstein)
Riegelstein Stadt Betzenstein
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 38′ N, 11° 25′ O |
| Höhe: | 529 m ü. NHN |
| Einwohner: | 79 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91282 |
| Vorwahl: | 09152 |
Der Betzensteiner Gemeindeteil Riegelstein
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Riegelstein (oberfränkisch: Rieglsteh[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Betzenstein im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[3] Riegelstein liegt in der Gemarkung Spies.[4]
Geografie
350 Meter nordnordöstlich des Kirchdorfes Riegelstein befindet sich auf dem 589 Meter hohen Riegelsteiner Schloßberg die Burgruine Riegelstein. Darüber hinaus befindet sich etwa 700 Meter westnordwestlich, auf dem Gipfelplateau der Hohen Reut, der Fernmeldeturm Riegelstein. Die Kreisstraße BT 28 führt nach Schermshöhe (0,6 km südwestlich) bzw. die Bundesautobahn 9 unterquerend nach Plech zur Staatsstraße 2163 (4 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Eichenstruth (1,7 km östlich) und nach Illafeld (1 km südlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1421 als „Riegelstein“ erstmals schriftlich erwähnt. Die ursprüngliche Bezeichnung des Dorfes war Reupersdorf (=Zum Dorf des Rüdprecht).[6]
Hans I. der Türrigel initialisierte den Bau der Burg Riegelstein. Seine Söhne nannten sich 1403 zum ersten Mal „Tyrrigel zum Riegelstein“, auch Türriegel oder Dürriegel. Dadurch erhielt auch das Dorf den Namen Riegelstein. Die Türriegel waren Ministeriale der Schenken von Reicheneck und sagten sich mit einem umfangreichen Besitz um Riegelstein von den Schenken los. Ab 1403 waren sie allodial. Um das Jahr 1500 war Heinrich VI. (auch Heinz oder Haintz) nicht nur Turnierritter in Ingolstadt, Bamberg und Würzburg, sondern hauptberuflich Pfleger auf den Burgen Stierberg und Betzenstein.
Sein Bruder Hans der III. wurde 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg in Kufstein hingerichtet und der jüngste Bruder Contz, eigentlich Konrad der III. wurde ebenfalls im Zuge des verlorenen Krieges gezwungen, Simmelsdorf zu verkaufen. Er endete als Ratsherr in Hersbruck. Er war der Vater der Brüder Balthasar und Burkhard, die Pfleger in Mitterfels wurden.[7] Die Riegelsteiner Linie starb 1619 aus. Nur der Mitterfelser Zweig existiert noch und nannte sich nach 1665 nur noch Thürrigl, Dirrigl oder mit ähnlichen Schreibweisen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Riegelstein aus 18 Häusern und 17 Scheunen. Dazu gehörten 205 Tagewerk Acker und 4 Tagewerk Wiesen. Ackerbau wie auch Viehhaltung waren mangelhaft. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachischen Verwalteramtes Plech aus.[8] Von 1797 bis 1810 gehörte Riegelstein zum preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[9]
Mit dem Gemeindeedikt wurde Riegelstein dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Spies[10] und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Spies zugewiesen, dessen Verwaltungssitz in Riegelstein war. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Riegelstein am 1. Januar 1972 in die Stadt Betzenstein eingegliedert.[11]
Baudenkmäler
In Riegelstein gibt es zwei Baudenkmäler:[12]
- Haus Nr. 22: Evangelische Filialkirche St. Georg
- Burgruine Riegelstein
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1799 | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 89 | 124 | 131 | 131 | 103 | 116 | 100 | 159 | 128 | 109 | 79 |
| Häuser[13] | 18 | 23 | 21 | 21 | 22 | 24 | 23 | ||||
| Quelle | [8] | [10] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [1] |
Religion
Seit 1421 gab es eine Schlosskapelle. Sie wurde ursprünglich von der Pfarrei Mariä Heimsuchung (Bühl) betreut, seit 1629 ist sie eine Filiale von St. Susannae (Plech).[22][20]
Verkehr
Vom öffentlichen Personennahverkehr wird Riegelstein tagsüber mit der Regionalbuslinie 386 des VGN angefahren.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Riegelstein. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 522–523 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Riegelstein. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 287 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 45.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 493–496.
Weblinks
- Riegelstein. In: betzenstein.de. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
- Riegelstein in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 12. Oktober 2021.
- Riegelstein in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- Riegelstein im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 5. Oktober 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 293 (Digitalisat).
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 45. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „rīglštēⁿ“.
- ↑ Stadt Betzenstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. August 2021.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Februar 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 45.
- ↑ Werner Wittig: Die Türriegel zum Riegelstein. Die Familiengeschichte als Lesebuch. Nürnberg 2005 ( des vom 25. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., PDF-Datei (5 MB), (abgerufen am 22. Januar 2018)
- ↑ a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 522f.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 246 (Digitalisat).
- ↑ a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 100 (Digitalisat).
- ↑ Betzenstein > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ Denkmalliste für Betzenstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 926, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1099, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1046 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1133 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 984 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 723 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 148 (Digitalisat).
- ↑ Riegelstein auf der Website betzenstein.de