Eichenstruth (Betzenstein)
Eichenstruth Stadt Betzenstein
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 38′ N, 11° 27′ O |
| Höhe: | 485 m ü. NHN |
| Einwohner: | 90 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91282 |
| Vorwahl: | 09152 |
Der Betzensteiner Gemeindeteil Eichenstruth,
Blick von Süden (2016) | |
Eichenstruth (oberfränkisch: Aachaschtrout[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Betzenstein im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[3] Eichenstruth liegt in der Gemarkung Spies.[4]
Geografie
Das Haufendorf ist eingebettet in ein Trockental der Fränkischen Alb. Ringsum steigt das Gelände auf Höhen von 530 bis 570 m ü. NHN an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße BT 28 (1,3 km nördlich) bzw. zur Kreisstraße LAU 11 (3,2 km südlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Viehhofen (2,2 km östlich) und zur BT 28 bei Riegelstein (1,7 km westlich).[5]
Die Bayerische Uraufnahme zeigt in den 1810er Jahren in Eichenstruth 17 Höfe. Weiterhin sind drei Dorfweiher zu erkennen, die wohl ausschließlich durch Niederschläge gespeist wurden, da es in Ortsnähe keinerlei Fließgewässer gibt.[6]
Geschichte
Der Ort wurde 1362 als „Eycheinestrut“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens ist mhd. struot für ‚Sumpf‘, das Bestimmungswort ist die Eiche.[7]
Eichenstruth lag im Fraischbezirk des brandenburg-kulmbachischen Verwalteramtes Plech, was vom nürnbergischen Pflegamt Velden strittig gemacht wurde.[8] Die Grundherrschaft lag beim bambergischen Amt Neuhaus. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Eichenstruth aus 16 Häusern und 16 Scheunen. Dazu gehörten 251 Tagewerk Acker, 26 Tagewerk Wiesen, 3 Tagewerk Gärten und 2 Tagewerk Weideflächen und 66 Tagewerk Wald.[9] Von 1797 bis 1810 gehörte Eichenstruth zum preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[10]
Mit dem Gemeindeedikt wurde Eichenstruth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Spies[11] und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Spies zugewiesen. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Eichenstruth am 1. Januar 1972 in die Stadt Betzenstein eingegliedert.[12]
Baudenkmäler
- Haus Nr. 3, 4: Doppelwohnhaus, zweigeschossiger Satteldachbau aus der Zeit um 1800[13]
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1799 | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 109 | 111 | 146 | 151 | 142 | 157 | 138 | 162 | 144 | 119 | 90 |
| Häuser[14] | 16 | 24 | 24 | 23 | 26 | 26 | 22 | ||||
| Quelle | [9] | [11] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [1] |
Religion
Eichenstruth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ab 1637 nach St. Maria (Velden) gepfarrt, seit 1837 ist die Pfarrei St. Susannae (Plech) zuständig.[8][21]
Vereine
Seit 1894 gibt es die Freiwillige Feuerwehr Eichenstruth.[8]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Aichenstätt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 35 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Eichenstruth. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 708–709 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Aichenstrutt. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 467 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 12.
Weblinks
- Eichenstruth. In: betzenstein.de. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
- Eichenstruth in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. August 2021.
- Eichenstruth in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- Eichenstruth im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 4. Oktober 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 293 (Digitalisat).
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 12. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „āchɒštrout“.
- ↑ Stadt Betzenstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. August 2021.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Februar 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 4. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ Bayerische Uraufnahme. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 12.
- ↑ a b c Eichenstruth auf betzenstein.de
- ↑ a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 707f.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 245 (Digitalisat).
- ↑ a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 23 (Digitalisat).
- ↑ Betzenstein > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Denkmalliste für Betzenstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 926, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1099, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1046 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1133 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 984 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 723 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 148 (Digitalisat).