Oberköst
Oberköst Markt Burgebrach
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 47′ N, 10° 45′ O |
| Höhe: | 300 m ü. NHN |
| Einwohner: | 222 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 96138 |
| Vorwahl: | 09546 |
Luftbild (2025)
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Oberköst ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Zum Gemeindeteil zählt die Einöde Maierhof. Die Gemarkung Oberköst hat eine Fläche von 10,255 km². Sie ist in 1113 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9214,00 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hirschbrunn, Küstersgreuth und Tempelsgreuth.[4]
Geografie
Das Pfarrdorf liegt am Grundwiesengraben, dem rechten Oberlauf des Stöckleinsbachs, der im Ort selber die Oberköster Weiher und den Schloss speist. Im Nordwesten grenzen die Waldgebiete Zweispitz und Steingrube an, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Kreisstraße BA 33 führt nach Treppendorf (2,4 km nordwestlich) bzw. nach Hirschbrunn (1,9 km nordöstlich). Die Kreisstraße BA 45 führt nach Unterköst (2,5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Decheldorf (1,5 km südwestlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1216 als „Coste“ erstmals urkundlich genannt. Die Wendensiedlung wurde von der Obrigkeit planmäßig angelegt. Die ersten nachweisbaren Grundherren waren die Nürnberger Patrizier Haller von Hallerstein. Sie errichteten im Ort auch eine Wasserburg. 1464 wurde zusätzlich eine Kapelle errichtet, die eine Filiale von Mühlhausen war. Später waren auch die Truchseß von Pommersfelden begütert.[6] Friedrich Ernst Truchseß von Pommersfelden übergab 1708 seinen Besitz an Lothar Franz von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Mainz. Dieser belehnte damit die Grafen von Schönborn.[7]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberköst 35 Anwesen (1 Hof, 2 Halbhöfe, 26 Söldengüter, 2 Wirtshäuser, 1 Schmiede, 2 Tropfhäuser). Das Hochgericht übte die Herrschaft Pommersfelden im begrenzten Umfang aus, sie hatte ggf. an das bambergische Centamt Burgebrach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft hatte die Herrschaft Pommersfelden. Neben den Anwesen gab es noch ein Gemeindehaus mit Schule als kommunales Gebäude.[8]
Im Jahre 1802 kam Oberköst an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberköst dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hirschbrunn und der 1818 entstandenen mittelbaren Ruralgemeinde Hirschbrunn zugewiesen (1834 nach Oberköst umbenannt). Zu dieser gehörten außerdem Küstersgreuth und Tempelsgreuth. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, seit 1928 Finanzamt Bamberg). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 38 Anwesen in Oberköst dem Patrimonialgericht Pommersfelden. Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Oberköst zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,272 km².[10]
Am 1. Januar 1972 wurde Oberköst im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Oberköst gibt es drei Baudenkmäler:[13]
- Heiligennische
- Brücke
- Haus Nr. 27: Katholische Kuratiekirche Mariä Himmelfahrt
- ehemaliges Baudenkmal
- Kruzifix
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Oberköst
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 440 | 589 | 613 | 615 | 629 | 617 | 615 | 557 | 574 | 571 | 571 | 587 | 614 | 577 | 567 | 557 | 562 | 534 | 504 | 577 | 690 | 612 | 544 | 537 |
| Häuser[14] | 86 | 108 | 105 | 108 | 111 | 106 | 108 | 109 | ||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Oberköst
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2018 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 189 | 293 | 298 | 283 | 304 | 279 | 354 | 254 | 248 | 221 | 219 | 222 |
| Häuser[14] | 38 | 50 | 58 | 55 | 55 | 55 | 52 | |||||
| Quelle | [9] | [16] | [18] | [21] | [23] | [25] | [26] | [10] | [27] | [28] | [29] | [1] |
Religion
Oberköst ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Vitus (Burgebrach) gepfarrt,[8] ab 1517 war die Pfarrei St. Gertrud (Wachenroth) zuständig, seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist es St. Johannes Baptista (Schlüsselfeld).[30]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Oberköst. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 180 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Ober-Köst. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 42 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 204.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Oberköst in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 18. November 2025.
- Oberköst in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 18. November 2025.
- Oberköst im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 18. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Statistische Zahlen des Marktes Burgebrach. In: vg-burgebrach.de. Abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Markt Burgebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Gemarkung Oberköst (092243). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 204.
- ↑ J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 180.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 152.
- ↑ a b c H. Weiß: Bamberg, S. 258f.
- ↑ a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 647 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
- ↑ Burgebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Denkmalliste für Burgebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 839, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1010, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 49 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 956 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1001 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1022 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 878 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 145 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 288 (Digitalisat).
- ↑ Lage & Ortsteile > Die 27 Ortsteile mit Einwohnerzahlen. In: vg-burgebrach.de. Abgerufen am 18. November 2025.
- ↑ Oberköst > Kirche. In: seelsorgebereich-steigerwald.de. Abgerufen am 18. November 2025.